„Strohberst Eppi“

Schützen wütend und traurig: Strohpuppe brennt erneut lichterloh - Zeugen gesucht

Die Strohpuppe der Schützen aus Braam-Ostwennemar wurde nun schon zum zweiten Mal ein Raub der Flammen.
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Die Strohpuppe der Schützen aus Braam-Ostwennemar wurde nun schon zum zweiten Mal ein Raub der Flammen.

Nur vier Wochen nach der ersten Tat wurde die beliebte Strohpuppe Eppi wieder ein Opfer der Flammen. Ein bislang unbekannter Brandstifter hat die überlebensgroße Schützenfigur am frühen Dienstagmorgen in Braam-Ostwennemar angesteckt. Für die Dauer des Löscheinsatzes der Feuerwehr blieb die Soester Straße gesperrt.

Braam-Ostwennemar – Wut, Trauer und völliges Unverständnis für die Tat sind die Reaktionen von Mitgliedern des Schützenverein Braam-Ostwennemar 1921. Einige von ihnen gehörten zu den ersten Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr, die am Dienstagmorgen bei der lichterloh brennenden Strohfigur gegen 3.50 Uhr eintrafen.

Übergreifen der Flammen durch Feuerwehr verhindert

Es gelang ihnen, dass Übergreifen der Flammen auf das benachbarte Hausgrundstück und das Feld zu verhindern. Von der Strohpuppe blieb allerdings nichts als verkohlte Reste übrig. Das Schild des Schützenvereins zum 100-Jährigen daneben zeigt deutliche Brandspuren.

Die Polizei sperrte die Soester Straße bis etwa 5.30 Uhr. So größeren Verkehrsstörungen war es aber laut Polizei zu der frühen Tageszeit nicht gekommen.

Bierglas und Corona-Träne: So sah die Strohpuppe im vergangenen Jahr aus.

Polizei Hamm geht von Brandstiftung aus

Bei der Brandursache ist wie schon vor einem Monat von Brandstiftung auszugehen. Vom Täter fehlt derzeit noch jede Spur. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Angemerkt: Strafrechtlich handelt es sich um eine Sachbeschädigung durch vorsätzlich gelegtes Feuer, denn es entstand weder ein Gebäude- noch Personenschaden.

Der Täter, der vor vier Wochen die Schützenpuppe Eppi in Brand steckte, ist auch noch nicht ermittelt. „Es gibt noch keine Tatverdächtigen“, erklärt Polizeisprecher Hendrik Heine.

Die Schadenshöhe nach dem jüngsten Feuer schätzt der Schützenverein auf 250 Euro. Viel größer ist der symbolische Wert, der in Rauch aufging.

„Strohberst Eppi“ wird seit 2014 aufgebaut

Seit 2014 errichtet eine Gruppe von Schützen den seinerzeit auf „Strohberst Eppi“ getaufte Strohpuppe in Schützenuniform (Strohberst aus Stroh und Oberst und Eppi aus der einstigen pfandfreien Isenbeck-Bierflasche „Ex und hopp“). Überlebensgroß weist Eppi (meist zu zweit) an der Soester Straße in der Regel auf das nahende Schützenfest am Kreuzkamp hin.

In der Corona-Zeit erinnerte der beliebte Blickfänger an der wichtigen Verbindung zwischen Hamm und Soest an die Trauer um das Pandemie-bedingt weitgehend ruhende Gemeinschaftsleben. In diesem Jahr kam der Hinweis auf das 100-jährige Bestehen des Traditionsvereins hinzu. Die Schützen konnten das Jubiläum nicht gebührend feiern – und dann noch die Brandstiftungen.

Amelong: „Besprechen jetzt, wie es weitergeht“

Erschüttert ist der 2. Vorsitzende Bernd Amelong. Den Ausführungen von vier Wochen ist dabei nicht viel mehr hinzuzufügen. Die Schützengruppe ließ sich im Juni nicht unterkriegen. Weil sonst zwei Strohpuppen aufgebaut werden, waren noch Ausstattungsteile vorhanden, so dass der neue Eppi wenige Tage später wieder stand. Und jetzt? „Wir hätten ihn in 14 Tagen ohnehin abgebaut“, sagt Amelong. „Wir werden besprechen, wie es weitergeht.“

Hinweise zu den Tätern nimmt die Polizei unter Telefon 02381/9160 oder per E-Mail an hinweise.hamm@polizei.nrw.de entgegen

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