Nutzerzahlen seit Oktober verzwanzigfacht

Plötzlich boomen Leihräder in Hamm - Studenten sei Dank!

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An der HSHL und sechs weiteren Standorten in Hamm können die Räder ausgeliehen werden.

Hamm – Gesehen hat sie schon jeder, gefahren ist sie kaum einer: Die „Metropolradruhr“-Leihfahrräder fristeten acht Jahre lang ein äußerst tristes Dasein in Hamm. Auf wundersame Weise kam die Wahnsinns-Wende.

Weil die Räder seit Oktober durch eine Kooperation mit der HSHL auch von Studenten genutzt werden, haben sich die Nutzerzahlen verzwanzigfacht. Dadurch sei das Projekt in Hamm „gerettet“ worden, sagt Carsten Gniot vom Stadtplanungsamt.

Seit der Besiegelung der Zusammenarbeit – die sich die HSHL 14.000 Euro im Jahr kosten lässt – werden die Räder etwa 2000 Mal im Monat ausgeliehen. Vorher lag diese Zahl bei 100; beliebt waren die Fahrräder nur bei einigen wenigen Besuchern des Oberlandesgerichts, die damit vom Bahnhof zum OLG radelten.

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In Hamm war seit dem Start als Pilotprojekt im Jahr 2010 nie so recht Luft auf dem Reifen. Während die Fahrräder in Universitätsstädten wie Essen oder Bochum prompt genutzt wurden, hatte das System hier eine sprichwörtliche Acht im Rad. Jeder, der in Hamm Fahrrad fährt, hat in der Regel einen eigenen Drahtesel – die „Metropolräder“ kamen von Anfang an also nur für Pendler infrage. Und von denen kommen viele mit dem Auto nach Hamm.

Link zur Homepage von Metropolrad Hamm

Sieben Stationen gibt es in Hamm

Zwischenzeitlich gab es vonseiten des Betreibers deshalb die Überlegung, das Angebot wieder einzustampfen. „Wir haben dann immer wieder darum gebeten, es zu erhalten und zwischenzeitlich sogar Werbung gebucht“, erklärt Carsten Gniot.

Dann kam die Kooperation mit der HSHL, und die Nutzerzahlen schossen in die Höhe. Inzwischen hat sich die Anzahl der Fahrräder vom Typ Damenrad verdreifacht. 60 Stück gibt es aktuell in Hamm. Die können an sieben Stationen (Bahnhof, HSHL, OLG, Kleist-Forum, Museumsstraße, Maximare, Rathaus) ausgeliehen werden. Die Kosten liegen bei 1 Euro pro 30 Minuten und 9 Euro pro Tag.

So funktioniert das Ausleih-System:

Am einfachsten funktioniert das System über eine App. Nach vorheriger Registrierung reicht es, einen Code am Rad zu scannen, um das Schloss zu öffnen. Ohne Smartphone können die Räder per Anruf unter der Telefonnummer 030/692-050-46 gemietet werden. Bei der Rückgabe muss der Bügel des Schlosses nur zugedrückt werden.

Durch die Kooperation fahren Studierende in den ersten 60 Minuten kostenfrei. Und das reicht locker, um vom Bahnhof zur Hochschule an der Marker Allee zu radeln. Für den Sommer sei mit einer weiteren Steigerung der Nutzerzahlen zu rechnen, heißt es von der Stadt. Bei Nextbike ist auch deshalb von einer Abschaffung keine Rede mehr. Ganz im Gegenteil: „Wir planen, in Hamm weiter auszubauen und wollen neue Kooperationen schließen – beispielsweise mit den Stadtwerken“, erklärt Steinsiek.

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