Beta Eigenheim baut bis zu 70 Wohneinheiten

Baustart an Lippestraße: Bombenverdacht und Baustellenampel auf der Verkehrsader

Von der Lippestraße aus wird das Baugebiet Friedrichsfeld in Richtung Kanal erschlossen. Beta plant 70 Wohneinheiten.
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Die Pflöcke sind schon in den Boden gerammt: Von der Lippestraße aus wird das Baugebiet in Richtung Kanal erschlossen. Bis zu 70 Wohneinheiten sind geplant.

Die Baustellenschilder mit dem absoluten Halteverbot am Ortseingang weisen darauf hin: Es geht im Baugebiet Lippestraße/Friedrichsfeld los. Wegen einer Baustellenampel könnte es auf der vielbefahrenen Straße zu Staus kommen. Der Bombenverdacht ist auch noch nicht ausgeräumt.

Hamm-Osten - Auftakt ist die Erschließung der rund 20.000 Quadratmeter großen Fläche zwischen Lippestraße und Kanal. Die Beta-Eigenheim lässt bis zu 70 Wohneinheiten entstehen. Das können Autofahrer auf der zeitweise stark befahrenen Straße in den kommenden Monaten verfolgen, insbesondere dann, wenn sie vor der Baustellenampel stehen. Die wird zeitweise am Ortseingang aufgestellt.

Die Reste der ehemaligen Schrebergärten und Zäune sind zwar entfernt, doch die im Herbst angekündigte Untersuchung der Fläche nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg ist immer noch nicht erfolgt. Die Bombenverdachtsfälle müssen noch überprüft werden, heißt es. Gründe sind nach Angaben von Beta die Corona-Pandemie und die Beschränkungen. Sollte der Kampfmittelräumdienst tatsächlich Blindgänger aufspüren, würde eine sofortige Entschärfung anstehen.

Hinweis auf den Baubeginn: Das absolute Halteverbot an der Lippestraße kurz vor dem Ortsausgang gilt ab Montag. Es kündigt die Erschließung des Baugebiets Lippestraße/Friedrichsfeld an.

Trotz Siedlungsrand müssten viele Häuser aus Sicherheitsgründen evakuiert werden. In normalen Zeiten kämen die Bewohner kurzzeitig bei Freunden oder Verwandten unter oder in Sammelstellen. In Corona-Zeiten sind solche Menschenansammlungen aber tunlichst zu vermeiden.

Zwei Bombenverdachtspunkte in Baugebiet Lippestraße in Hamm-Osten

So viel steht fest: Es gibt zwei Verdachtspunkte in unmittelbarer Nähe zum Baugebiet. Der Kampfmittelräumdienst Westfalen-Lippe hat anhand von Luftbildern aus den Jahren 1944/45 mögliche Einschlagstellen von Blindgängern festgestellt. Auf den Fotos sind zudem sechs Bombentrichter im südlichen Plangebiet zu erkennen, wie es heißt. Die Wohnhäuser nahe dem Angriffsziel, der Schleuse Werries, waren damals leicht beschädigt worden. Bei Beta gehen die Verantwortlichen davon aus, dass „in Kürze“ die Untersuchung durch den Kampfmittelräumdienst stattfindet. Die Erschließung kann dennoch beginnen.

Die Zufahrt zum Baugebiet erfolgt am Siedlungsrand von der Lippestraße aus. Bereits bei der Bürgerversammlung im Sommer 2019 stellte der Bauträger und Investor Beta-Eigenheim eine Planänderung vor. Dadurch wird der bebaubare Bereich um 23 auf 63 Meter in Richtung Ackerfläche verlängert. Im Gegenzug ist ein Streifen entlang des Kanals nicht mehr als Bauland ausgewiesen. Er könnte bei einem möglichen Neubau der Schleuse benötigt werden. „Durch die Verbreiterung des nördlichen Teils ist nun auch eine bessere Erschließung des Baugebietes mit einem Straßenring im Innenbereich möglich“, sagt Beta-Geschäftsführer Matthias Steinhaus.

Verkehrsbehinderung durch Baustellenampel auf Lippestraße

Wo gebaut wird, sind Lärm, Schmutz und Verkehrsbehinderungen nicht zu verhindern. Daher bittet Steinhaus im Vorfeld um Verständnis. „Wir versuchen natürlich, die Verkehrsbelastungen durch die ausführenden Firmen so gering wie möglich zu halten, es wird aber sicher durch die vorgeschriebene Baustellenampel zu zeitweiligen Einschränkungen kommen“, sagt er.

Auch wenn die Lippestraße zeitweise stark befahren ist, lässt sich laut Stadtverwaltung der Betrieb einer Ampel nicht verhindern. Sie wird erforderlich im Rahmen der Kanalarbeiten aufgestellt. Wann genau, dazu gibt es noch keine Angaben. „Für die Herstellung des Kanalanschlusses des Baugebiets müssen Leitungsarbeiten durchgeführt werden, die die Lippestraße queren“, sagt Stadtsprecher Lukas Huster mit Verweis auf den zuständigen Lippeverband. Die Lippestraße wird für die Dauer der Arbeiten halbseitig gesperrt. Bei der Stadt ist eine Sperrung für einen Monat angemeldet. „Wegen des hohen Verkehrsaufkommens auf der Lippestraße kann der Verkehr nicht mittels Verkehrszeichen um die Baustelle geleitet werden, deshalb ist eine Baustellenampel erforderlich“, sagt Huster.

Beta baut an Lippestraße Einfamilien, Doppel- und Mehrfamilienhäuser

Der Bebauungsplan für das Gebiet Lippestraße/Friedrichsfeld sieht an der Zufahrt zwei zweigeschossige Wohnhäuser mit Satteldach mit jeweils fünf Wohneinheiten vor. Im Innenbereich des Baugebietes soll eine Mischung aus zweigeschossigen Einfamilien- und Doppelhäusern entstehen. Ergänzt werden soll die Bebauung durch eine kleine Reihenhausgruppe. Im südöstlichen Bereich der Fläche sind zwei dreigeschossige Häuser plus Staffelgeschoss geplant. Einige Doppelhäuser werden mit Flach- oder Pultdächern errichtet.

Beta beginnt bald mit Vermarktung an Lippestraße

Die Arbeiten gehen zwar los, aber potenzielle Käufer, die sich für ein Objekt im neuen Baugebiet interessieren, werden sich noch etwas gedulden müssen. „Wir gehen davon aus, dass die Erschließungsarbeiten Mitte des Jahres beendet sind, der Bau erster Häuser ist im Anschluss geplant“, sagt Matthias Steinhaus. Damit hält er an dem groben Zeitplan fest, den er bereits im Herbst skizzierte. Vermarktungsunterlagen kündigt er für Ende des ersten Quartals 2021 an.

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