Sperrradius von 250 Metern um Bomben-Fundstelle 

Bombe in Lippeauen entschärft: Aber kleine Sprengung erforderlich

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Entschärft: Das Team des Kampfmittelräumdienstes zeigte nach getaner Arbeit die amerikanische 125-Kilogramm-Bombe. 

[Update 16:05 Uhr] Hamm - Der nächste Blindgänger in den Lippeauen ist entschärft - "problemlos", wie Karl-Heinz Clemens vom Kampfmittelräumdienst der Bezirksregierung Arnsberg erklärt, auch wenn es einen Knall gab. Clemens benötigte am Dienstag keine halbe Stunde, um den Zünder aus der 125-Kilogramm-Bombe zu entfernen. Der Blindgänger lag im Bereich der Mattenbecke in Heessen.

Südlich der Straße Brökermersch war bei Kampfmittelsondierungen der 125-Kilogramm-Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. Er lag mit etwa vier Metern vergleichsweise tief. Um an den die Bombe heranzukommen, war schon vor rund zwei Wochen damit begonnen worden, das Grundwasser abzupumpen. Feuerwerker Karl-Heinz Clemens kennt das Problem schon von diversen Entschärfungen in den Lippeauen. Wenn er auch sonst mal knietief im Wasser stechen musste, diesmal kam er "nach langer Zeit mal wieder" im Trockenen an den Blindgänger, eine amerikanische 125-Kilogramm-Bombe.

Der Zünder ließ sich zwar entfernen, aber mit ihm holte der Kampfmittelräumdienst noch etwas mehr aus dem Sprengkörper. Die Folge: "Der Zünder musste an Ort und Stelle gesprengt werden", sagt Clemens. Ein sicherer Abtransport wäre nicht mehr möglich gewesen.

In vier bis fünf Meter Tiefe lag der Blindgänger. Feuerwerker Karl-Heinz Clemens musste zur Entschärfung in die Röhre klettern.  

Zur Erklärung: Der Aufbau einer Bombe ist recht einfach: Bombe, Übertragungsleitung, Detonator und Zünder. Wenn eine Bombe entschärft wird, ist die Zündkette nach dem Entfernen des Zünders unterbrochen - "normalerweise", sagt Clemens. Im jüngsten Fall ließen sich die Einzelteile aber nicht mehr trennen. Er holte den Zünder samt Detonator und Übertragungsleitung heraus. "Das kann nicht mehr als transportsicher deklariert werden", sagt Clemens und begründet damit die Sprengung.     

Zur Entschärfung war am Dienstag rund um die Fundstelle in der Lippeaue ein Sperrradius von 250 Metern eingerichtet worden.

Am Boothaus an der Fährstraße war die Leitstelle eingerichtet.

Diesmal wurden keine Evakuierungen von Anwohnern innerhalb des Radius erforderlich. Die Entschärfung habe auch dank der guten Vorarbeit "ohne Druck" erfolgen können, sagt Clemens. Allerdings mussten in der Lippeaue rund um den Sperrbereich Rad- und Fußwege  gesperrt werden. Um kurz nach 12 Uhr begannen die Einsatzkräfte mit der Einrichtung der Wegesperrungen. Anschließend begann der  Kampfmittelräumdienst damit, die Bombe zu entschärfen.

In einem Radius von 250 Metern um die Bomben-Fundstelle wurde ab Mittag der Bereich der Mattenbecke gesperrt. Eine Evakuierung war nicht erforderlich. Rad- und Fußwege in den Lippeauen blieben aber während der Entschärfung nicht passierbar.  

Der Wasserverkehr auf dem Datteln-Hamm-Kanal wurde - nach derzeitiger Kenntnis - durch die Entschärfung nicht beeinträchtigt.

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