„Schulterblick“ für mehr Sicherheit auf der Straße

Bodycam an der Uniform: Darum sind Hammer Polizisten glücklich damit

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Michelle Dammerau und Christian Brannekemper mit der neuen Bodycam. Sie werden sie im Dienst regelmäßig tragen.

Die Hammer Polizisten sind seit dieser Woche mit Bodycams unterwegs, die sie nach Bedarf ein- und ausschalten können. Das soll der Deeskalation dienen, kann aber auch bei der Aufklärung von Straftaten helfen.

Hamm – Sie soll in erster Linie deeskalierend wirken und der Eigensicherung von Polizeibeamten dienen: die neue „Bodycam“, mit der Hammer Polizisten jetzt im Einsatz sind. Angesichts immer neuer Meldungen über Gewalt gegen Vollzugsbeamte erhoffe man sich eine positive Wirkung von dem neuen Arbeitsmittel, sagte Polizeipräsident Erich Sievert bei der Vorstellung der Kamera. Zweifelsohne wird sie aber auch zur Rekonstruktion von Straftaten beitragen.

Die Bodycam (deutsch: „Körperkamera“) ist ein kleines quadratisches Instrument, das in Schulterhöhe an der Ausrüstung der Polizisten im Einsatz befestigt ist. Auf Knopfdruck zeichnen sie in einem Winkel von 130 Grad Ton und Bild in Full HD auf. Die Speicherkapazität liegt bei 64 Gigabyte. Die Lichtempfindlichkeit sei in etwa der des menschlichen Auges nachempfunden, sagt Christian Brannekemper, der mit seiner Kollegin Michelle Dammerau eine kurze Demonstration des neuen Handwerkszeugs gab. Beide werden die Kamera während ihrer Dienstzeit tragen. Wach- und Bezirksdienst sind damit ausgestattet.

Polizeibilder sollen weiter bei Amazon gespeichert werden

"Einen möglichen Angriff verhindern"

„Ziel ist es, einen möglichen Angriff zu verhindern“, sagt Dammerau. „Ich fühle mich sicherer damit. Und ich glaube schon, dass sich Menschen besser überlegen, was sie tun, sobald sie auf die Kamera aufmerksam gemacht worden sind.“ Darauf deuteten auch die Ergebnisse eines wissenschaftlich begleiteten Projekts in fünf Polizeibehörden hin. Dies zeige die deeskalierende Wirkung der Kameras: Wer gefilmt werde, überdenke sein Verhalten genauer und zeige sich weniger gewaltbereit.

Die technische Handhabung ist kinderleicht: Ein Knopfdruck, und die Kamera läuft. Doch einfach drauflos filmen dürfen die Beamten nicht. Wenn die Situation es erlaubt, müssen sie ihr Gegenüber zunächst in Kenntnis setzen: „Alles, was wir tun, wird aufgezeichnet.“ Droht eine Situation unmittelbar zu eskalieren, darf die Bodycam ohne Vorwarnung ausgelöst werden.

Aktivierung muss gemeldet werden

Die Kameras sind den Beamten im Dienst persönlich zugeordnet. Wird gefilmt, müssen sie dies der Leitstelle mitteilen. Das entsprechende Video wird in Hamm auf einem gesicherten Polizeiserver heruntergeladen. Handelt es sich nicht um beweisträchtiges Material, wird die Aufzeichnung nach 14 Tagen gelöscht. Kann ein Film zum Nachweis von Handlungen und als Beweismittel zur Verfolgung von Straftaten und Ordnungswidrigkeiten beitragen, wird er gesichert.

Dass im Falle einer Aufzeichnung auch Unbeteiligte ins Bild geraten könnten, ist laut Polizeipräsident Erich Sievert im Sinne der Unausweichlichkeit zu akzeptieren. Er geht von einer hohen Akzeptanz für die Bodycams aus. „Wir sind von der deeskalierenden Wirkung überzeugt und hoffen so auch auf einen respektvolleren Umgang mit Polizisten“, sagt der Hammer Behördenleiter.

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