Was braucht Bockum-Hövel?

Schwerpunkt Senioren: Es wurden bereits viele Angebote geschaffen

Spazieren und Quatschen: Wenn das Wetter schlecht ist, kommen weniger Teilnehmer zum Spaziertreff der Quartiersentwicklung. Dann fällt der Weg kürzer und das anschließende Kaffeetrinken länger aus, weiß Monika Neuhaus (links). Doch der Kontakt ist für Bernhard Lüdeke und Therese Roch wichtig.
+
Spazieren und Quatschen: Wenn das Wetter schlecht ist, kommen weniger Teilnehmer zum Spaziertreff der Quartiersentwicklung. Dann fällt der Weg kürzer und das anschließende Kaffeetrinken länger aus, weiß Monika Neuhaus (links). Doch der Kontakt ist für Bernhard Lüdeke und Therese Roch wichtig.

Die Quartiersentwicklung hat viele Angebote für Senioren geschaffen. Ist Bockum-Hövel damit seniorenfreundlich? Und wie kann es noch besser werden? Diskutieren Sie mit.

Bockum-Hövel – Eine vernünftige Wohnung und bei Bedarf eine gute Pflege sind wichtige Voraussetzungen, um im Alter ein zufriedenes Leben führen zu können. Doch damit sind bei Weitem nicht alle Bedürfnisse erfüllt. Neben Hilfsangeboten sind insbesondere soziale Kontakte wichtig. Um altersgerechte Strukturen in Bockum-Hövel hat sich in den vergangenen Jahren die Quartiersentwicklung der Caritas im Auftrag der Stadt gekümmert. „Älter werden in Hamm“ heißt das städtische Konzept. Erarbeitet hat die Quartiersentwicklung ein reichhaltiges, generationenübergreifendes und interkulturelles Angebot.

Doch eine harte Nuss gilt es immer wieder zu knacken: „Zugang zum Unerreichbaren zu schaffen“, umschrieb es die ehemalige Quartiersentwicklerin, Ulrike John. Das heißt, diejenigen Senioren zu erreichen, die die Angebote nicht wahrnehmen können und kaum noch soziale Kontakte haben. Wie kommt man an sie heran?

Senioren-Angebote in Bocjum-Hövel: Corona-Pandemie spielt Quartiersentwicklung in die Karten

Die Corona-Pandemie hat der Quartiersentwicklung dabei unerwartet in die Karten gespielt. Ein herausragendes Thema war und ist für ältere Menschen das Impfen. Wie die derzeitige Quartiersentwicklerin Monika Neuhaus berichtet, habe es viele Senioren gegeben, die keine Hilfe beim Vereinbaren eines Impftermins hatten. Durch Vermittlung von OB Marc Herter und unter Einbeziehung des Gesundheitsamtes habe die Quartiersentwicklung diesen Senioren zu Impfterminen verholfen.
Wie Neuhaus weiter berichtet, habe man auch Ärzte angeschrieben, mit der Bitte, die Kontaktdaten der Quartiersentwicklung weiterzugeben. Auch so habe man etliche Senioren erreicht. Zudem habe man eine Anzahl Senioren, die nicht mehr mobil seien, an den Lotsendienst, die aufsuchende Seniorenarbeit, vermitteln können. Ihr Fazit: „Wenn Menschen dringend Hilfe brauchen, greifen sie am Ende doch zum Telefon.“

Angebote der Quartiersentwicklung

Die Angebote der Quartiersentwicklung reichen vom Spaziertreff und dem Sonntagsessen über das interkulturelle Frauenfrühstück und den Computerclub bis hin zu Infoveranstaltungen mit unterschiedlichen Referenten. Es ist auch gelungen, Besucher als Ehrenamtliche zu gewinnen. Die Taschengeldbörse, die es Jugendlichen ermöglicht, Senioren gegen ein kleines Entgelt zu unterstützen, ist ein weiteres Beispiel. Manche Treffen wurden auch schon zu Selbstläufern, bei denen sich die Teilnehmer eigenständig organisieren und informieren. zahlreiche Kooperationspartner wie die Kirchen, ZwAR-Gruppen, Vereine, den Aktionskreis Bockum-Hövel Plus, die Wohnungsbaugesellschaft Vivawest, freie Träger wie das DRK, das Jugend- und Stadtteilzentrum, den Stadtsportbund, Schulen oder die Polizei. Während des Lockdowns gab es keine Präsenzangebote. Inzwischen gibt es wieder folgende Veranstaltungen: jeden Dienstag Boule-Spiel im Hallohpark und jeden Donnerstag der Spaziertreff ab dem K+K-Markt. Nach wie vor aktiv sind die „Einkaufshelden“. Zudem soll es in diesem Jahr noch ein Treffen der Marktplatz AG geben.

Ein weiteres Thema war die Digitalisierung der Kommunikation in Zeiten der Coronabedingten Kontaktbeschränkungen. Viele Senioren hätten sich für Zoom und andere Möglichkeiten der digitalen Kontaktaufnahme interessiert. In Folge seien die Praktikanten der Quartiersentwicklung und Jugendliche aus der Taschengeldbörse – unter Einhaltung der Hygieneregeln – zu den Senioren gegangen, um ihnen die Programme einzurichten und sie im Umgang damit anzuleiten. Dabei habe der Computerclub mit Frank Hoffmann sehr gute Unterstützung geleistet. Auch die anderen digitalen Angebote der Quartiersentwicklung seien sehr gut angenommen worden. Dazugehört unter anderem ein „digitaler Kaffeeklatsch“.

Und insgesamt habe man auf diese Weise viele neue Senioren erreicht. „Es ist schön, zu beobachten, und zum Teil auch ganz erstaunlich, dass doch einige ältere Leute, die vorher keinerlei Zugang oder Ambitionen hatten, jetzt mit digitalen Medien kommunizieren“, sagt Neuhaus. Und: „Ein Lerneffekt für uns: Auch wenn wir wieder Präsenzangebote machen, arbeiten wir parallel mit den digitalen Angeboten weiter, damit das Erlernte nicht verloren geht.“

Info

Kontakt zur Quartiersentwicklerin Monika Neuhaus: Telefon 01 74/9 32 62 28, E-Mail: neuhaus@caritas-hamm.de

Jetzt sind Sie gefragt: Sagen Sie uns hier Ihre Meinung!

Bitte schreiben Sie maximal 3 Sätze pro Frage. (Mindestens 50 Zeichen.)

Mit Ausfüllen und Abschicken dieses Formulars erkläre ich mich einverstanden, dass ich mit meinem Statement im Westfälischen Anzeiger namentlich genannt werde.

Zum Thema kommentieren können Sie außer über das Formular auch unter dem passenden Post auf der WA-Facebookseite und per Mail an bockum-hoevel@wa.de.

Unser aller Leben hat sich deutlich verändert – durch die Pandemie, aber auch durch die Digitalisierung, Alterung der Gesellschaft und viele andere Prozesse. Doch wie steht es um das Leben in Bockum-Hövel überhaupt? Was läuft gut im Bezirk, was schlecht? Wie soll sich Bockum-Hövel weiterentwickeln? Um diese Frage geht es in dieser Serie. Wir haben mehrere Themenschwerpunkte definiert, in denen wir uns der Frage „Was braucht Bockum-Hövel?“ annähern möchten. Dem nächsten Schwerpunkt widmen wir uns in zwei Wochen. Dann geht es um Wohnen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare