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Große Trauer um Daniel Kipper - Hammer stirbt bei Unfall auf A1

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Von: Stefan Gehre, Joachim Best

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In Gedenken an Daniel Kipper wurde ein Gedenkort eingerichtet.
Trauer im Kulturrevier: In Gedenken an Daniel Kipper wurde ein Gedenkort eingerichtet. © Reiner Mroß

Das Kulturrevier Radbod in Bockum-Hövel und der Pastoralverbund Hamm-Mitte-Westen trauern um Daniel Kipper.

Hamm - Kipper kam am vergangenen Donnerstag bei einem Verkehrsunfall auf der Autobahn A1 in Höhe des Kamener Kreuzes ums Leben. Ein Lkw-Fahrer hatte das Ende eines Staus übersehen und war in das Auto des 40-Jährigen gekracht.

Kipper gehörte zu den Künstlern, die sich im Kulturrevier Radbod engagierten. „Ohne ihn gab es kein ‚Radbod liest‘“, sagt Petra Strassdas, die selbst schon mit ihm auf der Bühne stand und Vorstandsmitglied im Trägerverein Jugend und Kultur ist. Noch am Abend vor dem tragischen Unfall hatte Kipper eine Ausgabe von „Radbod liest“ moderiert. „Es waren so viele Interessenten gekommen, dass wir von der kleinen Gastronomie in den großen Veranstaltungssaal umziehen mussten. Es war sehr berührend, weil er an diesem Abend sehr viele persönliche Erlebnisse über Weihnachten erzählte und damit dem Publikum das Weihnachtsfest noch einmal näher gebracht hat. Am Ende haben viele gesagt, wie gut es ihnen gefallen hat“, so Strassdas.

Beim „ArtVent“ auf Radbod am Wochenende zeigten sich die Besucher vom Tod Kippers sehr betroffen. Die Künstler richteten einen Gedenkort ein, an dem viele ihre Trauerbekundungen hinterließen.

Daniel Kipper ist tot: Engagiert auf vielen Ebenen

Gehandelt wurde Daniel Kipper als neuer Stern am Showbiz-Firmament. Der Humor von Thomas Gottschalk, das Charisma eines Hans-Joachim Kulenkampff, der Biss von Harald Schmidt und Jan Böhmermann – das alles in einer Figur. Erstmals lief seine „Große Daniel Kipper Show am 23. November 2019 vor ausverkauftem Haus. Weitere Termine wurden wegen Corona abgesagt – zuletzt ein geplanter Auftritt am 4. Dezember 2021.

Sven Kirner, Geschäftsführer des Kulturreviers Radbod, war ein enger Wegbegleiter Daniel Kippers. „Daniel war mehr als zehn Jahre im Vorstand des Vereins Jugend und Kultur. Durch seine Arbeit hat er den Verein geprägt und breit aufgestellt. Er hatte so viele Spielfelder, was sein Wirken angeht. Er war ein hervorragender Moderator, ein ausgezeichneter Organist. Er hat sich nicht nur im Kulturrevier engagiert, sondern zum Beispiel auch ungezählte Ausstellungen eröffnet. Als studierter Theologe war er auch Dozent an der Polizeihochschule in Hiltrup, wo er Ethik unterrichtete. Daniel Kipper war sehr wortgewandt, kreativ, offen und humorvoll, ein schlauer Mensch. Und überall da, wo man ihn brauchte“, sagt Kirner.

Daniel Kipper ist tot: Aktiv im kirchlichen Bereich

Das trifft erst recht auf den Pastoralverbund Hamm-Mitte-Westen (PVHMW) und die frühere Gemeinde St. Marien zu, in der sich Daniel Kipper schon als Kind engagierte und in der er auch zuletzt lebte. Zu seinen engsten Wegbegleitern gehörte Heinz-Theo Marx, der in diesem Jahr sein 50-jähriges Jubiläum als Diakon feiern konnte – gesundheitsbedingt allerdings nur im kleinsten Kreis. Kippers musikalisches Talent kam schon früh zum Vorschein. „Bereits als Zehnjähriger hat Daniel die Gottesdienste im Altenheim auf der Orgel begleitet“, erinnert sich Rosmarie Marx, in deren Haus am Wiesenacker Daniel Kipper eine Wohnung hatte.

Auch im PVHMW war Daniel Kipper auf vielen Ebenen aktiv. Er erfreute die Gemeinde auf der Orgel, leitete eine Zeit lang den Chor „Silversingers“ und war überall mit Rat und Tat zur Stelle – so auch im Gesamt-Pfarrgemeinderat, dem der 40-Jährige seit den Wahlen im November 2021 angehörte. Dort erzielte er das beste Ergebnis aller Kandidaten.

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