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Hotel Langerbein: Traditionshaus in Bockum-Hövel steht zum Verkauf

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Von: Ulrich Wille

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Soll verkauft werden: das Hotel Restaurant Langerbein an der Hauptstraße in Bockum.
Soll verkauft werden: das Hotel Restaurant Langerbein an der Hauptstraße in Bockum. © Reiner Mroß

Das Traditionshaus an der Hauptstraße in Bockum war früher einer der Treffpunkte schlechthin, ob Hochzeit, Ehrungen oder Politik alles fand hier statt. Jetzt steht es zum Verkauf.

Bockum-Hövel – Noch-Eigentümer und Betreiber des Hotels, Jörg Dietrich, wollte sich auf Anfrage nicht zum Verkauf äußern. Aus der Anzeige in einem großen Internetportal werden aber Altersgründe für den Verkauf angegeben.

Dietrich hatte das Hotel 2008 gekauft. Damals hatte Ottilie „Tilla“ Langerbein im Alter von 86 Jahren die lange Familientradition der Gaststätte und des Hotels beendet, aus Altersgründen verkauft.

Tilla Langerbein war wohl die prägendste Persönlichkeit in der Geschichte des Hauses. Am 9.9.99 feierte sie zum Beispiel die 50-jährige Übernahme des Hauses, das sie seit 1949 zunächst zusammen mit ihrem früh gestorbenen Mann Ludwig Langerbein betrieb, später allein.

Langerbein war DER Treffpunkt

Man ging stets zu „Tilla“ Langerbein, wenn man eine Ortsangabe machen wollte. Zahllose Vereine fanden in der Gaststätte ein Zuhause, zahllose Hochzeiten und politische Reden wurde abgehalten. Und auch die Buffets von „Tilla“ waren legendär. Langerbein war Treffpunkt für die Bergleute, die ihre Revier- und Steigerfeste, Jubilarehrungen und Barbarafeiern dort feierten.

„Tilla“ versorgte in den ersten Jahren sogar die Bergleute mit Butterbroten, wenn sie von der Barbarafeier direkt zur Schicht mussten. Das waren die goldenen Zeiten der Gastwirtschaften.

Ottilie „Tilla“ Langerbein verkaufte im Alter von 86 Jahren das Hotel Langerbein.
Ottilie „Tilla“ Langerbein verkaufte im Alter von 86 Jahren das Hotel Langerbein. © Andreas Rother

Über die frühe Zeit des Hotels sind nur wenige Informationen vorhanden. Nur soviel: Gebaut wurde das Hotel von der Familie Langerbein vermutlich im Jahre 1912, es feiert deshalb wohl in diesem Jahr sein 110-jähriges Bestehen.

Vor der Benennung in „Hotel Langerbein“ trug es den Namen „Lindenkrug“ und war auch damals schon eine Traditionsgaststätte im Dorf Bockum. „Tilla“ Langerbein war eine geborene Schütte, übte im elterlichen Gasthaus Schütte ihr Handwerk aus, gelernt hat sie auf der Hohensyburg.

Umfangreiche Sanierung im Jahr 2008

2008 gab „Tilla“ Langerbein auf, verkaufte an Jörg Dietrich, der selbst aus einer Hammer Hotelier-Familie kommt, die zum Beispiel heute auch noch das Hotel Dietrich an der Münsterstraße betreibt. 2011 starb Tilla Langerbein im Alter von 89 Jahren.

Nach der Übernahme 2008 wurde das Hotel umfangreich saniert, erhielt neue Bäder und wurde den geltenden Brandschutzvorschriften laufend angepasst.

Das Hotel hat insgesamt 14 Zimmer, sowohl Einzel- als auch Doppelzimmer – mit einer Gesamtfläche von 310 Quadratmetern. Im Erdgeschoss des dreistöckigen Gebäudes liegt das Restaurant mit Speisesaal, Theke (Empfang), Küche und einem zusätzlichen großen Speisesaal mit etwa 150 Sitzplätzen, der für große Veranstaltungen wie Seminare und Familienfeiern geeignet ist. Auch ein 750 Quadratmeter großer Parkplatz gehört zum Hotel.

Angebot für 880.000 Euro

Wie in der Immobilienanzeige beschrieben, „werden im Moment die Zimmer jedoch lediglich als Unterkunft angeboten. Eine Küche steht auch zur Verfügung, sodass einer Bewirtschaftung der Gaststätte ohne Probleme möglich wäre“. Der Gastraum bietet Platz für 24 Personen und der Speisesaal bietet Platz für etwa 200 Gäste. Das Hotel wird für 880.000 Euro angeboten.

Aus Altersgründen und wegen des Fachkräftemangels hatten jüngst auch Benno und Bernd Ingmar Volking aus dem benachbarten Walstedde bekannt gegeben, dass sie ihr Traditionshaus „Haus Volking“ an der B 63 verkaufen beziehungsweise schließen wollen.

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