Uwe Stöber sammelt Erleuchtete

Leben in einer Wohngemeinschaft mit hunderten von Buddhas 

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Uwe Stöber sagt, dass er viel Glück gehabt habe. Seine Buddha-Figuren seien für ihn wie eine Seelenmassage.

Bockum-Hövel - Neben dem Toaster: Buddhas. Auf Regalen: Buddhas. Im Wohnzimmer: Buddhas. Uwe Stöber, 57 Jahre alt, hat eine ungewöhnliche Leidenschaft: Er sammelt Buddha-Figuren. Hunderte Figuren füllen seine Wohnung. „Meine Wohnung ist mein Tempel“, sagt Uwe Stöber.

Der 57-Jährige aus Bockum-Hövel ist Sammler aus Leidenschaft: Seit 33 Jahren ist er von Buddha und dessen Lehre fasziniert, mehr als 777 Figuren aus mehr als 30 Ländern füllen Regale und Schränke, ob im Flur, im Wohnzimmer oder im Schlafzimmer. Seine Wohnung wirkt wie ein Museum oder ein buddhistischer Tempel. Mit seiner Sammlung hat sich der Chemiewerker einen Traum erfüllt: „Mein größter Herzenswunsch war es, einmal in einem Tempel zu übernachten.“ 

Den ersten Buddha hat er als 24-Jähriger aus Nord-Thailand mitgebracht. Dort hat er sich mit einigen Mönchen fotografieren lassen und sich gefühlt wie ein „weißes Eichhörnchen“, erzählt der zwei Meter große Mann. „Thailänder sind im Schnitt zwischen 1,60 und 1,70 Meter groß.“ Ein weiteres Schlüsselerlebnis: Ein Mönch rettete ihm das Leben, als er ihn vor einem herannahenden Auto von der Straße zog. Daraufhin habe er sich vorgenommen, sich jeden Monat einen Buddha zu kaufen. Doch bei einer Figur ist es meist nicht geblieben. So war sein Koffer mit 90 Buddha-Figuren gefüllt, als er aus Malaysia wiederkam, drei Tage lang war er in Kuala Lumpur shoppen.

Schönheit der buddhistischen Kunst

Stöber hat schon viel von der Welt gesehen: Oft war er in Asien. Kleine und große Buddha-Figuren hat er gesammelt. Einige sind einen halben Zentimeter groß, andere mehr als 1,50 Meter. Einige sind bauchig, andere schlank, mal zeigen die Figuren einen meditierenden Buddha, mal einen, der steht. Stöber besitzt Buddhas aus China, Nepal und Thailand. „Ich liebe die Schönheit der buddhistischen Kunst“, sagt er. Wenn er seine Sammlung betrachtet, sei das wie eine „Seelenmassage“. Für ihn strahlen die Figuren Liebe, Güte und Herzlichkeit aus. Auch helfen sie ihm dabei, Kraft zu tanken. Vor sieben Jahren ist sein eineiiger Zwillingsbruder verstorben. „Das tut weh. Für mich ist es wichtig, eine eigene Welt in mir selbst zu finden, in der ich zur Ruhe kommen kann.“ 

Buddhas stehen überall, wie etwa neben dem Toaster.

Kaum ein freier Platz ist noch übrig, nur das Badezimmer ist „buddha-freie Zone“. Vom Boiler in der Küche, vom Wohnzimmertisch, von der Fensterbank im Schlafzimmer und der Bettwäsche aus blickt einem Buddha entgegen. Schön anzusehen sind die leuchtenden Buddha-Figuren im Flur. 17 Figuren auf einem Altar aus Myanmar im Schlafzimmer bestehen aus Bronze. Seine Lieblingsfigur ist ein goldener Buddha mit Kristallen und zwei roten Steinen aus Malaysia, der besonders viel Güte und Herzlichkeit ausstrahle. Einige seiner Figuren thronen auf einem Altar und sind, getreu dem buddhistischen Ritual, mit Wasser, Obst und Haferflocken versorgt.

Dreimal über den Bauch streicheln 

Neben Buddha-Figuren sammelt Stöber auch andere Figuren: Ein thailändischer Königsdämon, Sternengötter und der indische Affengott Hanuman. Ein gekreuzigter Jesus, den Stöber einst in einem Gebüsch fand, hängt ebenfalls an der Wand. „Ich bin allen Religionen gegenüber sehr offen“, sagt der 57-Jährige, der aus der evangelischen Kirche ausgetreten ist. Das Herz jeder Religion ist doch der Friede aller Menschen, hat der Dalai Lama gesagt. Seltene Buddha-Figuren mit einer kleinen Swastika (Hakenkreuz) – im Buddhismus ein Glückssymbol – besitzt er ebenfalls. In seinem Leben, sagt Stöber, habe er schon viel Glück gehabt. Jeden Tag suche er sich eine seiner Buddha-Figuren aus, der er dann dreimal über den Bauch streichle.

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