Nicht mehr verkehrssicher

130 Pappeln am Zechensportplatz in Bockum-Hövel gefällt

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Am Zechensportplatz in Bockum-Hövel wurde zügig gearbeitet.

Bockum-Hövel - Zügig zur Sache ging die Firma, die am Dienstag mit dem Kahlschlag am Zechensportplatz hinter dem Autohaus Potthoff begann. Schon am Vormittag waren zahlreiche Bäume umgelegt und das Astwerk geschreddert.

In Grenzen hielt sich hingegen die Zahl der Schaulustigen, die das Spektakel verfolgen wollten. 

Die Kritik der Grünen an der Aktion folgte umgehend. Sie bezweifeln, dass alle 130 Pappeln plötzlich nicht mehr verkehrssicher sein sollen. Sie erinnern vielmehr an die hitzigen Diskussionen um die Aufstellung des Bebauungsplans „Am Eversbach“ und einen Ratsbeschluss zu den Sportflächen in Hamm. 

Autohaus Potthoff hat Interesse bekundet

Das Gelände, das in der Nähe eines hochwertigen FFH-Gebietes liegt, solle im Zuge der Neustrukturierung der Sportflächen in Bockum-Hövel nachgenutzt werden. Das Autohaus Potthoff habe Interesse angemeldet, hier einen Parkplatz für Mitarbeiter und Kunden sowie eine weitere Abstellfläche für Neufahrzeuge anzulegen. 

Pappeln wurden gefällt am Zechensportplatz in Hamm

Auch ein vorhandenes Vertriebsgebäude solle baulich erweitert werden. Die Grünen vermuten, dass mit der Aktion Fakten geschaffen werden sollen. „Jetzt braucht man bei der Planung keine Rücksicht mehr auf irgendwelche Grünstrukturen nehmen“, ärgert sich Mehmet Darbogaz, Bezirksvertreter der Grünen in Bockum-Hövel. 

Denn das Verfahren sei bislang über die Aufstellung und die landesplanerische Abstimmung nach Paragraph 34 Landesplanungsgesetz nicht hinausgekommen. Kritik üben die Grünen auch an dem Zeitpunkt der Maßnahme. 

Grüne: Laut Gesetz Baumfällung verboten

Gemäß Bundesnaturschutzgesetz sei die Fällung von Bäumen in der Zeit vom 1. März bis 30. September ausdrücklich verboten. Angesichts des massiven Kahlschlags sei das Vorgehen der Verwaltung besonders kritisch zu hinterfragen.

Viele Vogelarten begännen mittlerweile mit der Brut und würden jetzt durch die Fällarbeiten gestört. Auch die Auswirkungen auf das benachbarte Naturschutzgebiet seien ungeklärt. 

Auf Anfrage teilte Stadtsprecher Tobias Köbberling mit, dass die Fällungen zum jetzigen Zeitpunkt durchgeführt würden, weil der VfL Mark einen Ausweichplatz für sein Training benötige. 

Stadt: Verkehrssicherung mit Vorrang

Dadurch werde das Gelände wieder stark genutzt und die Stadt sei in der Verkehrssicherungspflicht. Zuvor sei der Platz kaum noch in Anspruch genommen worden. Ersatzpflanzungen würden dort vorerst nicht vorgenommen, weil die künftige Nutzung des Geländes noch nicht gewiss sei.

Die Planungen für die Firma Potthoff ruhten derzeit. Man wolle den Prozess abwarten, denn bei Ersatzpflanzungen verfolge man das Ziel, sie möglichst standortnah durchzuführen. Die Baumfällungen würden zudem artenschutzrechtlich begleitet. 

Im Übrigen handele es sich nach Auffassung der Stadt um eine „gärtnerische Nutzung“ bei der die genannten Fristen nicht eingehalten werden müssten, so Köbberling. 

Bäume waren rund 60 Jahre alt

Das Holz werde energetisch verwertet. Die Bockum-Höveler Bezirksvertreter seien in der kommenden Woche per E-Mail über die Aktion informiert worden. Die Bäume seien rund 60 Jahre alt, teilte er weiter mit.

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