Serie: Was braucht Bockum-Hövel?

„St. Jupp“ schließt: Ist die Klinik von niedergelassenen Ärzten ersetzbar?

Die Schließung des St.-Josef-Krankenhauses beschäftigt nach wie vor viele Bockum-Höveler.
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Das St.-Josef-Krankenhaus soll in zwei Jahren umgezogen sein

Das St.-Josef-Krankenhaus spielt eine zentrale Rolle bei der medizinischen Versorgung – und schließt in zwei Jahren. Wie soll es dann weitergehen?

Bockum-Hövel - Beim Thema Gesundheitsversorgung spielt das St.-Josef-Krankenhaus eine zentrale Rolle in Bockum-Hövel in Hamm. Anlass für seine Gründung war das schwere Grubenunglück auf der Zeche Radbod im November 1908. Im Jahr 1913 nahm es den Betrieb auf. Nach der Übernahme durch die St.-Franziskus-Stiftung im April 2009 soll es unter dem Stichwort „Wir werden eins“ mit allen Mitarbeitern und Leistungen in die erweiterte St.-Barbara-Klinik nach Heessen umziehen. Das soll nach aktueller Aussage der Klinikleitung bis Anfang 2023 geschehen.

NameSt.-Josef-Krankenhaus
Gründung1913
Abteilungenunter anderem Chirurgie, Notfallmedizin, Innere, Onkologie
Betten250

Aus des St.-Josef-Krankenhaus: Viele Fachrichtungen nicht mehr in Bockum-Hövel

Krankenhaus-Abteilungen mit Schwerpunkten wie Innerer Medizin, Onkologie und Urologie wird es dann in Bockum-Hövel nicht mehr geben. Was schließt die Lücke, die das in die medizinische Versorgung reißt?

Zum Einen hat die St.-Franziskus-Stiftung zugesagt, das Medizinische Versorgungszentrum mit Chirurgie, Unfallchirurgie und Neurochirurgie in Bockum-Hövel zu erhalten. Mit Aussagen über die Nachnutzung des Krankenhausgeländes hält sich die Stiftung aber zurück. Bislang wurde nur mitgeteilt, dass sich im Rahmen des Veräußerungsverfahrens mehrere Interessenten gemeldet hätten. Keiner von ihnen wolle das Gebäude erhalten.

Ärzte in Bockum-Hövel: Es gibt viele Fachärzte

Zum Zweiten gibt es im Bezirk zahlreiche niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten, insgesamt sind es 45. Der Teil des Hammer Nordens, der zum Stadtbezirk Bockum-Hövel gehört, ist hier eingeschlossen. Vertreten sind im Bezirk unter anderem Innere Medizin (8), Allgemeinmedizin (5), Praktischer Arzt (3), Urologie, Orthopädie, Palliativmedizin, Augenheilkunde, Frauenheilkunde, HNO, Radiologie, Gastroenterologie, Kinder- und Jugendheilkunde, Psychotherapie und Kinderpsychotherapie.

Doch die Zahl der Praxen sinkt. So schlossen 2020 eine Ärztin für Innere Medizin und eine Hautärztin ihre Praxen, immerhin gibt es bei Letzterer bald eine Nachfolgerin. Übrigens in einem neuen Ärztehaus, in der auch eine Praxis für Kieferorthopädie untergebracht sein wird. Im selben Haus entsteht noch eine dritte Praxis – wer sich darin niederlässt, steht noch nicht fest.

Hausärzte: Zahl der Praxen deutlich gesunken

Zuletzt hat sich vor allem die hausärztliche Versorgung verschlechtert. Laut Kassenärztlicher Vereinigung Westfalen Lippe (KVWL) gab es im November 2013 noch 25 Hausarztpraxen im Bezirk, die Zahl sank bis November 2020 auf nur noch 17 Praxen. Bis auf Rhynern – Rückgang von zehn auf sieben – ist die Zahl der Hausärzte in diesem Zeitraum derart stark gesunken.

Hinzu kommt, dass viele Ärzte in den kommenden Jahren das Rentenalter erreichen. Genaue Zahlen gibt es für Bockum-Hövel nicht, sondern nur für die Gesamtstadt Hamm. Und dort sind zwölf Ärzte zwischen 60 und 64 Jahre alt. 19 sind 65 und älter, praktizieren aber noch.

Zahnarztpraxen gibt es in Bockum-Hövel elf und eine weitere im Hammer Norden am Bockumer Weg. Das ergibt eine Zahnarztsuche nach Postleitzahl auf der Homepage „Wir Zahnärzte in Westfalen-Lippe“.

Dieser Beitrag gehört zu unserer Serie: „Was braucht Bockum-Hövel?“ Ausführlicher als online berichten wir im Print, der Bericht mit dem Schwerpunkt Gesundheit erscheint am 27. März. Im nächsten Schwerpunkt geht es um den Einzelhandel in Bockum-Hövel. Er erscheint am 10. April.

(Die Umfrage ist beendet.)

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