Erhalt des St.-Josef-Krankenhaus

„Gegen den Abriss“: St. Jupp wird Wahlkampfthema - BI will zum Widerstand motivieren

Das St.-Josef-Krankenhaus wird von der Bürgerinitiative vor der Wahl noch einmal in den Blickpunkt gerückt. Es soll mit der St.-Barbara-Klinik in Heessen zusammengelegt werden.
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Das St.-Josef-Krankenhaus wird von der Bürgerinitiative vor der Wahl noch einmal in den Blickpunkt gerückt.

„Gegen den Abriss“ lautet das Schlagwort. Die Bürgerinitiative für den Erhalt des St.-Josef-Krankenhauses will vor dem Kommunalwahl noch einmal richtig aktiv werden und die Unterstützer zum Widerstand motivieren und macht das „St. Jupp“ zum Wahlkampfthema.

Bockum-Hövel – Unter anderem soll ein vierseitiges Flugblatt flächendeckend verteilt werden. Und ein erster Info- und Dialogstand ist für Freitag, 28. August, von 10 bis 13 Uhr auf dem Marktplatz geplant. Bedrohlich schwingt die Abrisskugel über einem Foto des Krankenhausgebäudes. Das Bild auf der ersten Seite des Flugblatts soll Emotionen wecken. Was aus Sicht der BI mit dem Verschwinden des Krankenhauses im Ort fehlen wird, folgt auf den nächsten Seiten.

Aufgeführt wird unter anderem eine ortsnahe Gesundheitsversorgung, die Nähe zu den Kranken durch Familien sowie Ehrenamtliche aus dem Bezirk, Arbeits- und Ausbildungsplätze im Gesundheitsbereich, der Sozialraum und Treffpunkt Cafeteria, die Palliativ-Station, der Vereinsraum und für den mehr als 500 Mitglieder zählenden Verein „Gesundheit und Fitness“, das mit Mitteln aus diesem Verein finanzierte Warmwasser-Bewegungsbad, modernisierte Reha-Räume, Umsätze für die umliegenden Geschäfte und die Kapelle für Gottesdienste und Seelsorge.

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Der zentrale Vorwurf der BI an den Träger, die St.-Franziskus-Stiftung, lautet, durch jahrelanges Sparen einen Investitionsstau von 15 Millionen Euro verursacht und die Schließung des Krankenhauses lange geplant zu haben. Der Landesregierung ermögliche erst durch eine überflüssige und üppige Finanzierung die erweiternden Maßnahmen an der St.-Barbara-Klinik im Umfang von 60 Millionen Euro. Weiterhin prangert die BI das aus ihrer Sicht intransparente Verfahren zur Nachnutzung an. Bockum-Hövel stehe bei einem großen und wichtigen Thema wieder einmal hinten an, bringt die BI vor. Zusätzlich betroffen seien als benachbarte Stadtbezirke auch Herringen und Pelkum. Selbst in Heessen denke man mittlerweile an die zusätzlichen Belastungen durch ein größeres Verkehrsaufkommen.

Als Alternativen zum Abriss fordert die BI die Teilnutzung des bestehenden Gebäudes – zum Beispiel von zwei Stockwerken – als Medizinisches Versorgungszentrum. Die freiwerdenden Stockwerke könnten zum Beispiel als Kita, Haus der Vereine, Wohnraumetage für Studenten und Monteure, Bettenetage für Infektionsschutz/Katastrophen, Start-Up-Etage für junge Unternehmen oder VHS-Bildungsetage genutzt werden.

Mehr als 10 000 Unterstützer

Zudem weist die BI noch einmal auf die große Zahl ihrer Unterstützer hin. So hatte die Bockum-Hövelerin Renate Hesse Ende 2017 die erste Unterschriftenaktion gestartet und innerhalb kurzer Zeit 700 Unterschriften gesammelt. Insgesamt gebe es inzwischen mehr als 10 000 Unterstützer durch Unterschriften, aber auch online zum Beispiel in der Facebook-Gruppe der BI. Als Unterstützer aus dem politischen Raum führt die BI Pro Hamm, die Linke und die SPD an.

Zuletzt hatte Thorsten Keuschen, Geschäftsführer der St.-Barbara-Klinik vor der Bezirksvertretung Bockum-Hövel noch einmal den Standpunkt der St.-Franziskus-Stiftung verdeutlicht. Ohne die Zusammenlegung wären beide Häuser nicht zukunftsfähig, hatte er in der letzten Sitzung vor den Kommunalwahlen gesagt. Als Beleg führte er ein Minus der St.-Barbara-Klinik in Höhe von 3,8 Millionen Euro für das Jahr 2018 an. Ein Kostentreiber sei unter anderem das Vorhalten von Doppelstrukturen durch die beiden Standorte. Die Zusammenlegung von St.-Josef-Krankenhaus und St.-Barbara-Klinik am Standort Heessen sei alternativlos. Zu einem Weiterbetrieb von „St. Jupp“ hatte er gesagt: „Da machen Sie mal einen Haken drunter!“

Die St.-Franzikus-Stiftung argumentiert auch medizinisch für eine Zusammenlegung in einem Haus. Es gebe immer mehr Patienten mir mehreren Erkrankungen. Sie seien unter einem Dach besser zu behandeln. Keuschen sicherte jedoch zu, dass das Medizinische Versorgungszentrum mit Neurochirurgie und Allgemeinchirurgie erhalten bleibe. Das Krankenhaus sei dafür aber nicht geeignet. Keine Aussagen macht die Stiftung zum Interessenbekundungs- und Veräußerungsverfahren, über das die Nachnutzung geregelt werden soll. Nur so viel: Es gebe mehrere potentielle Investoren. Darüber, woher sie kommen und in welche Richtung sie planen, verweigerte Keuschen auch auf Nachfrage aus der Bezirksvertretung Details.

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