Konzentration in der Hammer Krankenhauslandschaft

Aus für Klinik in Bockum-Hövel - Das Wichtigste im Überblick

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Das St.-Josef-Krankenhaus in Bockum-Hövel.

[UPDATE 17.22 Uhr] Bockum-Hövel/Heessen - Das St.-Josef-Krankenhaus in Bockum-Hövel soll geschlossen werden. An der Barbaraklinik in Heessen entsteht ein Neubau; kein Mitarbeiter verliert seinen Job. Die wichtigsten Ergebnisse der Pressekonferenz am Mittwochnachmittag im Überblick: 

- Bis zum Jahr 2020 soll die Bockum-Höveler Klinik abgewickelt werden. 

- Die Mitarbeiter und Fach-Abteilungen sollen am Standort Heessen (Barbaraklinik) zusammengelegt werden. 

- Insgesamt will die Franziskusstiftung als Eigentümer der Häuser 20 Millionen Euro investieren.

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-  Alle Mitarbeiter sollen übernommen werden. 

- Neben der Barbaraklinik ist ein Anbau beziehungsweise  Neubau eines Bettenhauses geplant.

- Am Ende der Umstrukturierung soll die Barbaraklinik über 15 OP-Säle verfügen. 

Die ergänzte Luftbildaufnahme zeigt die Barbaraklinik im Ist-Zustand sowie im Soll-Zustand (rechts, gelb gefärbt).

In einer ersten Stellungnahme äußerten sich  Dr. Klaus Goedereis, Vorstandsvorsitzender der St. Franziskus-Stiftung, und Frank Lohmann, Geschäftsführer der St. Barbara-Klinik Hamm GmbH, dass dieser Prozess keine Entlassungen zur Folge haben werde. Außerdem werde die Qualität und Bandbreite der angebotenen medizinischen Leistungen durch die Zusammenlegung ausgebaut.

„Indem wir die medizinischen Leistungen an einem Ort bündeln, haben wir neue Möglichkeiten und weiten unser Engagement in der Region deutlich aus“, sagte Goedereis auf einer Pressekonferenz am heutigen Mittwoch. „Wir investieren über 20 Millionen Euro in einen Erweiterungsbau in Hamm-Heessen, mit dem wir das Angebot an medizinischen Leistungen erweitern und verbessern werden.“

Pläne für Heessen im Fokus der Geschäftsführung

Der Fokus der Geschäftsführung liegt auf den Plänen für Heessen. Zur Aufgabe von Bockum-Hövel gab es nur vage Ankündigungen. Was mit dem Gebäude des ehemaligen Malteser-Krankenhauses in Bockum-Hövel nach der Aufgabe 2020 passiert, ist noch nicht klar. 

Geschäftsführer Frank Lohmann, Pflegedirektor Peter Pammler, Ärztlicher Direktor Dr. Rainer Löb und Vorstandsvorsitzender der St. Franziskus-Stiftung Dr. Klaus Goedereis (von links) bei der Bekanntgabe der Zukunftspläne der St. Barbara-Klinik Hamm GmbH.

Das Grundstück in Bockum-Hövel soll in engem Dialog mit der Stadt Hamm städteplanerisch neu gestaltet werden. Die Stiftung ist Eigentümer. Über einen Abriss sei noch nicht entschieden, hieß es.  Bis zum Umzug, der für 2020 geplant ist, findet die Versorgung der Patienten in gewohnter Weise in Heessen und Bockum-Hövel statt.

Für Notfallpatienten gilt: Schwerverletzte oder beispielsweise Patienten mit einem akuten Herzinfarkt werden bereits jetzt vom Rettungsdienst nicht mehr nach Bockum-Hövel gebracht. Für diese Notfälle ist eine umfassende medizinische Infrastruktur erforderlich, wie sie bereits jetzt in der St. Barbara-Klinik existiert.

"Patienten profitieren von kürzeren Wegen"

Aus Sicht der Patienten aber sei die Zusammenlegung ein Vorteil, sagt Geschäftsführer Lohmann. „Unsere Patienten profitieren dann von noch kürzeren Wegen. Wir haben alle Spezialisten an einem Ort, was eine intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit zum Wohl der Patienten möglich macht.“ Alle derzeit in Bockum-Hövel untergebrachten Kliniken – u.a. Handchirurgie und Urologie – werden die gleichen Leistungen auch in der St. Barbara-Klinik anbieten.

Historische Motive von Barbaraklinik und St.-Josef-Krankenhaus

Im Jahr 2016 hatten beide Häuser zusammen 1.202 Mitarbeiter. Beide Kliniken hielten zusammen 593 Betten vor. Die Zahl der stationär aufgenommenen Patienten lag 2016 bei 22.997, ambulant wurden 58.371 Patienten behandelt. 

2011 war das St.-Josef-Hospital mit der St.-Barbara-Klinik bereits organisatorisch zusammengeführt worden. 

Damit setzen sich die Konzentrationstendenzen in der Hammer Krankenhauslandschaft fort. Zuletzt hatten St.-Marien-Hospital und Evangelisches Krankenhaus Hamm unter dem Namen Gesundheitsverbund Hamm eine weitreichende Kooperation vereinbart. Dabei wurden mehrere Abteilungen beider Häuser zusammengelegt, um Kosten zu sparen. 

Auf Hammwiki findet sich eine treffende Zusammenfassung der mehr als 100-jährigen Geschichte des Hauses. 

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