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Was hat der ADAC auf dem Förderturm zu suchen?

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Von: Joachim Best

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Das Schild hat nichts mit dem bekannten Automobilclub zu tun, sondern ist von Sprayern angebracht worden. © Best

Bockum-Hövel – Übernimmt der Allgemeine Deutsche Automobilclub (ADAC) jetzt Schacht 6 der Zeche Radbod?

Ein WA-Leser wunderte sich, als er neulich mit der Bahn aus Richtung Drensteinfurt kam und das große Schild am Schachtgerüst zwischen Bahnhof Mersch und Bahnhof Bockum-Hövel in der Bauernschaft Kurrick bemerkte. Beim ADAC hatte er bereits nachgefragt: „Der kann sich das Schild am Förderturm nicht erklären“, teilte er mit.

„Warum hängt das Schild da?“, hatte er gefragt. „Der ADAC wird dort keine Strecke für Fahrsicherheitstraining oder Ähnliches einrichten. Der Automobilclub wird auch nicht neuer Eigentümer des Geländes“, teilt Frank Schwarz auf Anfrage mit.

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Unter Lebensgefahr angebracht?

Der Sprecher der RAG Montan Immobilien hat eine andere Erklärung parat. Das Schild hätten Graffiti-Sprayer trotz etlicher Sicherungsmaßnahmen unerlaubterweise und möglicherweise unter Lebensgefahr oben am Schachtgerüst angebracht. Das sei natürlich widerrechtlich, so Schwarz. Man werde das Schild bei Gelegenheit auch wieder entfernen.

Abneigung gegen Establishment

Die Bedeutung des Schriftzuges erschließt sich nicht von alleine. Doch offenbar wolle die Sprayer-Gruppe ihre Abneigung gegen das Establishment deutlich machen, vermutet er und verweist auf die Homepage Kohlhof.de.

Auf Dauer werde das Schachtgerüst abgebrochen, teilt Schwarz weiter mit. Allerdings stehe es nicht weit oben auf der Prioritätenliste. Eine Gefährdungsabschätzung sei inzwischen durchgenommen worden. Vermutlich werde man Mitte des kommenden Jahres mit der Planung beginnen. Wann der Abbruch dann endgültig erfolge, stehe noch nicht fest, so Schwarz.

Schacht ab August 1986 abgeteuft

Schacht 6 wurde ab August 1986 abgeteuft. Er hatte einen Durchmesser von 8,1 Metern und erreichte eine Tiefe von 1350 Metern. Er war als Material- und Seilfahrtschacht sowie einziehender Wetterschacht für die einmal geplante Nordwanderung ins Grubenfeld Donar vorgesehen. Dazu war auch eine Verbindung zu Schacht 5 (Winkhausschacht) hergestellt worden.

Nach der endgültigen Schließung der Zeche Radbod im Jahr 1990 wurden die Schächte 5 und 6 zunächst betriebsbereit gehalten. Nachdem die Nordwanderung dann endgültig aufgegeben worden war, wurden beide Schächte im Jahr 2012 verfüllt.

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