Sabine Zumbrink will Spaltung überwinden

Neue SPD-Chefin verärgert über Putsch-Vorwürfe

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Will Gräben überwinden: Sabine Zumbrink.

Bockum-Hövel – Es sei keine Abrechnung, sondern sie sei angetreten und dann von den Mitgliedern gewählt worden, sagt Sabine Zumbrink. Die neue Vorsitzende des SPD-Ortsvereins war am vergangenen Samstag überraschend an die Spitze der Bockum-Höveler Genossen gerückt.

Auch den größten anderen Teil des neuen Vorstandes hatten die scheidenden Amtsinhaber nicht auf ihrem Zettel. Dass der ursprüngliche Spitzenkandidat und Fraktionsvorsitzende, Damian Chatha, von einem „Putsch aus dem Hinterhalt“ spreche, ärgere sie schon ziemlich, gibt Zumbrink zu. Doch ihre Absicht sei es jetzt, die Hand zu reichen, um miteinander auszukommen und gemeinsam an einer guten Sache zu arbeiten.

Der neue Vorstand wolle verstärkt auf die Vereine zugehen, Infoveranstaltungen mit Referenten anbieten, um die Parteimitglieder und die Menschen in Bockum-Hövel über lokale und bundesweite Themen zu informieren. „Wir werden vor Ort präsent sein und mit der Fraktion zusammenarbeiten“, sagt Zumbrink.

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Ausdrückliches Lob für de Konkurrenten

Ausdrücklich lobt Zumbrink Damian Chatha. Er mache seine Arbeit als Fraktionsvorsitzender gut. „Dafür dafür respektiere ich ihn und hoffe auf weitere gute Zusammenarbeit.“ Auch seine Fähigkeiten und sein Engagement will sie hervorheben: „Er hat sehr viel Einsatz gezeigt.“

Um welche konkrete Themen der neue Vorstand sich jetzt kümmern werde, wolle sie jetzt noch nicht sagen. Es gelte, noch Beisitzer, die Kontrollkommission und Delegierte nachzuwählen. Die Themen sollten mit dem kompletten Vorstand abgestimmt und anschließend bekanntgegeben werden, sagt Zumbrink. Die Versammlung soll am 4. August stattfinden. „Dann ist mein Vorgänger Lothar Wobedo auch da. Er soll ausdrücklich mit eingebunden werden“, sagt Zumbrink.

Fühlt sich ausgebootet: Damian Chatha.

Lange über Entscheidung nachgedacht

Sie versicherte gegenüber dem WA noch einmal, dass ihre Entscheidung, zur Wahl als Vorsitzende anzutreten, erst am vergangenen Donnerstag, also erst kurz vor der Versammlung, endgültig gefallen sei. Sie habe sehr ernsthaft und recht lange darüber nachgedacht. „Aber ich habe keine andere Möglichkeit gesehen, etwas zu ändern. Ich wäre froh gewesen, wenn es anderes gegangen wäre.“

Über längere Zeit habe sie im Vorstand immer immer wieder mahnend gesagt, dass sich etwas ändern müsse, insbesondere im Umgang miteinander und mit bestimmten Themen. Weitere Einzelheiten will sie nicht nennen, um keine Personen zu schädigen. Und dass man auch mit den Bürgern anders umgehen müsse, habe sie gefordert. Doch das sei nicht ernst genommen, sondern belächelt worden. Sie habe auch in der Kommission zur Personalfindung mitwirken wollen. Doch auch das habe nicht funktioniert. Schließlich habe es immer wieder Gespräche mit einzelnen Personen und Gruppen gegeben. Und sie sei wiederholt aufgefordert worden, sich zur Wahl zu stellen.

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Ortsverein schon vorher tief gespalten

Eine tiefe Spaltung des Ortsvereins habe es schon zuvor gegeben. Tiefer und breiter, als man es habe wahrhaben wollen. „Ich habe versucht, Brücke zu bauen, aber das war nicht möglich“. sagt sie.

„Wer etwas ändern will, muss auch Verantwortung übernehmen. Wenn man selber in der Lage ist, etwas zu ändern, muss man es tun, sonst kann man sich hinterher nicht beschweren“, begründet sie ihren Entschluss zur Kandidatur für den Ortsvereinsvorsitz. Und sie kündigte an, demnächst auf Chatha zugehen und ein Gespräch anbieten.

Das ist Sabine Zumbrink:

In der SPD ist Sabine Zumbrink seit 2012. Schon lange zuvor habe sie sich für die Sozialdemokraten engagiert, ohne Mitglied zu sein. Im Wahlkampf für Hannelore Kraft sei sie dann angesprochen worden und schließlich in die Partei eingetreten, sagt sie. Sie wünscht sich, dass sich mehr Frauen politisch engagieren.

arbeitet sie

seit sechs Jahren

mit.

  • Im Ortsvereinsvorstand
  • Bei den Kommunalwahlen 2014 wurde sie in die Bezirksvertretung Bockum-Hövel gewählt.
  • Seit fünf Jahren ist sie Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) in Hamm, die sie mitgegründet hat.
  • Zudem ist sie Vorsitzende in der Region Westliches Westfalen und Mitglied des Landesvorstandes.
  • Seit mehreren Jahren ist sie auch in der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in Hamm aktiv.
  • Schließlich ist sie Mitglied im Förderverein des Frauenhauses, in der Gewerkschaft Verdi, beim Sozialverband Deutschland und in der Awo.

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