30 Jahre nach Inkrafttreten des Landschaftsplans Hamm-West

Nach Fällung eines Baumriesen: Was ist mit neuen Naturdenkmalen?

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Die alte Trauerweide in Oberholsen musste 2015 gefällt werden.

Bockum-Hövel – Wenn große Bäume gefällt werden, sorgt das oft für starke Reaktionen. So stimmt die aus Sicherheitsgründen notwendige Fällung der als Naturdenkmal eingetragenen riesigen Eiche am Hof der Familie Altena in Osterflierich den Bockum-Höveler Ortsheimatpfleger Günter Bachtrop traurig. Er will die Naturdenkmale stärker in den Fokus nehmen. 

Alle Naturdenkmale in der Stadt – rund 70 an der Zahl – werden etwa zweimal jährlich von Mitarbeitern des Umweltamtes begangen, und notwendige Pflegemaßnahmen werden eingeleitet. Als Ortsheimatpfleger will Günter Bachtrop in Kürze an die Bezirksvertretung Bockum-Hövel und das Umweltamt eine Anfrage stellen, ob 30 Jahre nach Rechtskraft des Landschaftsplans Hamm-West die Eintragung weiterer Naturdenkmale in Bockum-Hövel geplant ist und wie es auch um die vielfach vorgesehenen Anpflanzungen von Feldgehölzen und Hecken, der Renaturierung von Fließgewässern und der Weiterentwicklung der beiden Naturschutzgebiete steht.

Die Baumfällung in Osterflierich hat in Bachtrop die Erinnerungen an den genannten Landschaftsplan Hamm-West geweckt. Mit seinen besonderen Festsetzungen für die Natur- und Landschaftsschutzgebiete sowie für Naturdenkmale ist er am 30. September 1989 in Kraft getreten. Für Bockum-Hövel sind neben dem „Kurricker Berg“ der „Ehemalige Radbodsee“ und die „Alte Lippe“ als Naturschutzgebiete ausgewiesen und der Plan verweist auf neun Landschaftsschutzgebiete.

Die Familie Altena in Osterflierich musste sich im Mai von der riesigen Eiche auf ihrem Hof verabschieden. Die Fällung nahm Ortsheimatpfleger Günter Bachtrop zum Anlass, die Naturdenkmale in Bockum-Hövel mal in den Fokus zu rücken.

Zu den eingetragenen Naturdenkmalen gehören das Waldgebiet „Wiggert“ am Steilhang von der Geinegge zum Kötterberg und die Feuchtwiesen und Altarmreste im Bereich des ehemaligen Hauses Nienbrügge. Eine Baumgruppe, bestehend aus jetzt noch fünf Winterlinden, findet sich auf dem Hofgelände Hasebrink. Eine Linde dort musste nach einem Blitzeinschlag 2012 gefällt werden. Ebenfalls gefällt und aus der Schutzliste herausgenommen werden musste trotz großer fachlicher Hilfsmaßnahmen vorab auch aus Sicherheitsgründen im Jahre 2015 die imposante Trauerweide über der Mariengrotte am Hof Wacker in Oberholsen. 

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Als Ortsheimatpfleger hatte Bachtrop zudem erreichen können, dass dort keine Linde, sondern erneut eine Trauerweide als Ersatz angepflanzt wurde, die sich inzwischen auch gut entwickelt hat. Letztlich sind noch eine Baumgruppe mit vier Linden im Garten des Hofes Schulze-Krutmann in Barsen, eine Stieleiche an der Wellingstraße und zwei Stieleichen in der offenen Feldflur südlich des Weilers Unterholsen durch den Landschaftsplan Hamm-West geschützt. 

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