Wird aus St. Jupp ein städtisches Krankenhaus?

+

Hamm - Gibt es bald das städtische Krankenhaus St. Josef? Für die Ratsfraktion Die Linke und die Ratsgruppe Pro Hamm wäre das die Rettung für das St. Josef-Krankenhauses in Bockum-Hövel: Das Krankenhaus soll von der kirchlichen Trägerschaft in eine städtische übergehen und kommunalisiert werden.

Mit einem entsprechenden Antrag wenden sich beide jetzt an den Rat der Stadt Hamm. Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann bezeichnet den Vorschlag als „absurd“. Das Krankenhaus in Bockum-Hövel sei von entscheidender Bedeutung für die Gesundheitsversorgung der Menschen in ganz Hamm, so Linken-Fraktionsvorsitzender Alisan Sengül in seinem Antrag. Daher sei es jetzt das Gebot der Stunde in die Infrastruktur zu investieren und das Krankenhaus zu retten. Nach Sengül würde das Haus bereits jetzt komplett aus öffentlichen Mitteln und nicht durch Eigenmittel des Trägers finanziert.

Die Wählergruppe Pro Hamm stößt in das gleiche Horn und sieht in der Kommunalisierung des Krankenhauses einen Weg, den Gesundheitstandort zu erhalten. In anderen Städten gebe es Beispiele dafür, dass die Kommunalisierung eines Krankenhauses gelingen könne. Da derzeit die Diskussion um den Erhalt des Hauses vor allem in Bockum-Hövel sehr emotional geführt werde, solle die Politik die Debatte versachlichen. Der Rat, so die Vorstellung von Pro Hamm, solle nun die Verwaltung beauftragen, dass sie eine detaillierte Kostenauflistung erstellt, aus der hervorgeht, welche finanziellen und rechtlichen Verbindlichkeiten mit einer möglichen Kommunalisierung für die Stadt Hamm entstehen. 

Rundgang um das St. Josef Krankenhaus Bockum Hövel

Marina Weber, die Sprecherin der Bürgerinitiative für den Erhalt des St.-Josef-Krankenhauses, freut sich über den politischen Rückenwind. Sie wird zur nächsten Ratssitzung mehr als 10.000 Unterschriften vorlegen, die sich alle für den Erhalt des Gesundheitsstandortes einsetzen. 

Klicken Sie hier für weitere Berichte zum Thema

Oberbürgereister Hunsteger-Petermann positioniert sich unterdessen deutlich: „Eine Kommunalisierung des Krankenhauses liegt außerhalb der Möglichkeiten.“ Die Bezirksregierung würde solch einem Ansinnen niemals zustimmen, so der OB. Er hält den Linken und Pro Hamm vor, vor allem den Bockum-Hövelern Sand in die Augen zu streuen und eine Lösung aufzeigen, die niemals zum Tragen komme. Hunsteger weiter: „Das ist Populismus pur.“ Die Bezirksregierung werde einer Kommunalisierung nie zustimmen und das nicht nur vor dem Hintergrund, dass es in Hamm einen Überhang an Krankenhausbetten gebe. Zudem gehöre das Gebäude der Franziskus-Stiftung, die es an die Stadt verkaufen müsste. Hunsteger fragt in dieser Hinsicht provokant-rhetorisch: „Wie realistisch ist ein solcher Verkauf, wenn die Stiftung weiß, dass sie sich damit Konkurrenz an den Hals holt?“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare