Spektakulärer Fall im Hammer Norden

Randale-Fahrer seit Haftentlassung in ärztlicher Behandlung

+
Im Autohaus barst unter anderem eine Schaufensterscheibe.

[Update] Hamm - Der 28-jährige Golf-Fahrer hat bei seiner Aufsehen erregenden Aktion am Freitagabend  im Hammer Norden offenbar in einer "akuten psychischen Ausnahmesituation" gehandelt. Seinem Anwalt zufolge wird er derzeit ärztlich betreut.

Die spektakulären Aktionen des 28-jährigen Mannes am Freitagabend in Bockum-Hövel und Heessen haben nicht nur jede Menge Zerstörung hinterlassen und große Aufmerksamkeit erfahren, sondern auch viele Fragen aufgeworfen. Viele WA.de-Leser kritisierten vor allem die schnelle Entlassung des jungen Mannes aus dem Polizeigewahrsam. Er hatte gegen 19.45 Uhr zunächst im Autohaus Potthoff randaliert und kurz darauf auf der Heessener Straße einen 54-jährigen Autofahrer bedroht. (Für weitere Infos klicken Sie bitte hier.)

"Handeln in akut psychischer Ausnahmesituation"

Am späten Montagnachmittag brachte die Hammer Anwaltskanzlei Minoggio ein wenig Licht ins Dunkel des Falls: Wie der Strafrechtsanwalt Karsten Possemeyer dem WA mitteilte, handelte sein Klient bei der Aktion "in einer akuten psychischen Ausnahmesituation". Weiter heißt es: "Er befindet sich seit seiner Entlassung aus dem Polizeigewahrsam durchgängig in fachkundiger ärztlicher Behandlung. Eine Inhaftierung war deswegen nicht angezeigt. Weitere Informationen können wir derzeit zum Schutz der Beteiligten nicht geben."

Das Loch in der Schaufensterfront des Autohauses wurde vorläufig mit Holzbrettern geflickt. Hier hatte der 28-Jährige mit seinem Auto ein anderes Fahrzeug durch die Glasscheibe gedrückt.

So bleiben Facebook-Posts von WA.de in Ihrem News Feed!

Warum der Mann so schnell entlassen wurde

Nach einer Nacht in Haft hatte der 28-Jährige - übrigens ein in Hamm lebender deutscher Staatsbürger - seine Zelle schon am Samstagnachmittag wieder verlassen können. Zurecht, wies Polizeipressesprecher Christopher Grauwinkel auf die formalen Grundlagen hin: Die Polizei könne nach der Strafprozessordnung einen Beschuldigten festnehmen, müsse ihn aber "unverzüglich, spätestens am Tage nach der Festnahme, dem Richter bei dem Amtsgericht, in dessen Bezirk er festgenommen worden ist, vorführen".

Über einen Antrag auf Vorführung entscheide die Staatsanwaltschaft. Über die Fortdauer entscheide dann wiederum ein Richter.

Im aktuellen Fall verzichtete die Staatsanwaltschaft Dortmund laut Grauwinkel "mangels Vorliegen von Haftgründen (die auch in der Strafprozessordnung manifestiert sind) auf eine Vorführung des 28-Jährigen".

Keine Angaben zur Motivation des Täters

Zur Motivation des Krawallmachers wollte die Polizei am Montagmorgen wegen laufender Ermittlungen keine Angaben machen. Zwar wurde dem Mann direkt eine Blutprobe entnommen, die keinen Hinweis auf Alkoholkonsum ergab, doch dauere die weitere Auswertung - etwa mit Blick auf Drogen - im Regelfall drei bis sieben Werktage, heißt es. Grauwinkel: "Über das Ergebnis geben wir im laufenden Strafverfahren keine Auskunft."

Schadenshöhe "im fünfstelligen Bereich"

Obwohl unter anderem zwei teure Neuwagen und eine Schaufensterscheibe demoliert wurden, nannte die Polizei zunächst lediglich eine fünfstellige Gesamtschadenssumme "im eher unteren Bereich". Präzisere Zahlen konnten auch am Montag auf Nachfrage nicht genannt werden. "Die genaue Schadensaufstellung des Autohauses liegt hier noch nicht vor", ergänzte Grauwinkel.

Ein Anruf von WA.de beim Autohaus Potthoff blieb unter Verweis auf laufende polizeiliche Ermittlungen am Montag ergebnislos.

 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare