Motivierend, beruhigend: Dackel Klara an der Overbergschule

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Zusammen mit (von links) Amy, Andre, Bjarne, Lehrerin und Frauchen Silke Wiecek und Emily liest Klara begeistert ein Buch.

Bockum-Hövel - Kuschelig, weich, süß und lieb ist sie, und sie frisst ziemlich gerne Knochen. Die Rede ist von Klara, der jungen Schulhündin der Overbergschule in Bockum-Hövel. Der Rauhaardackel kann aber noch sehr viel mehr, sagt Silke Wiecek, Frauchen und Konrektorin der Grundschule. Über die Qualitäten des Hundes im Zusammenspiel mit den Schülern überzeugte sich der WA bei einem Besuch in der Klasse 1/2d.

Die Kinder der Drachenklasse 1/2d der Overbergschule sind immer wieder mit Freude dabei, wenn Schulhündin Klara (rechts, auf dem Arm von Lehrerin Silke Wiecek) im Unterricht zu Besuch kommt.

Noch liegt sie in ihrer Transportbox recht ruhig da, doch dann, es ist kurz vor Unterrichtsbeginn, steht Silke Wiecek auf, leint Klara an und geht los. Zielstrebig zieht der Hund sein Frauchen durch die Flure zum Raum der Drachenklasse 1/2d. An der Overbergschule werden die ersten beiden Jahrgänge teilweise zusammen unterrichtet. Lehrerin Katharina Horn wartet mit den Kindern schon auf den Besuch. Zwar ist Klara mit Silke Wiecek regelmäßig zu Besuch, aber von langweiliger Routine kann nicht die Rede sein. Die freudestrahlenden Gesichter der Kinder sprechen eine eigene Sprache.

Klara soll jedoch nicht nur als ein Streichelobjekt gesehen werden, sondern ist eingebunden in das pädagogische Konzept der Schule, erklärt Wiecek. Sie wirkt motivierend und beruhigend und trainiert gleichzeitig den Umgang mit Tieren.

Beim Betreten des Klassenraums zusammen mit dem knapp zehn Monate alten Rauhaardeckel fällt die gespannte Ruhe auf. Kein lautes Kreischen, kein Getrampel – aus Respekt vor dem Hund, ist von den Schülern zu erfahren. „Sonst ist Klara verwirrt“, erzählen gleich mehrere Kinder der Drachenklasse. Die Lehrerinnen bestätigen diesen Eindruck: „Die Kinder sind ruhiger, leiser und auch netter zueinander.“

Schulhund Klara in der 1. Klasse der Overbergschule

Damit das Zusammenspiel mit der Hündin weiterhin so gut funktioniert, wurden klare Regeln aufgestellt. Die Kinder dürfen Klara vom Bauch her streicheln, sie an der Leine führen oder auch ihr etwas vorlesen. Gerade in der Leseförderung wird sie von Silke Wiecek gezielt eingesetzt, weil zum Beispiel introvertierte Kinder in ihrem Beisein geradezu aufblühen. Was die Schüler nicht dürfen, ist auch eindeutig festgelegt worden. Es sollte nicht zu laut sein, auch rennen, treten und den Hund festhalten geht nicht. Wenn es Klara zwischendurch doch zu bunt wird, kann sie in ihrem Privatbereich im Klassenzimmer flüchten. Dort darf kein Schüler hin – es sei denn, sie bekommt vom Futterdienst Wasser und Futter.

Die Hündin ist am 6. April 2015 in Hilbeck geboren und lebt bei Silke Wiecek. Im Alter von 15 Wochen hat sie eine Wesensprüfung durchlaufen und wurde zusammen mit Frauchen als Schulhund ausgebildet. Nach der Vorstellung eines Einsatzkonzeptes in der Schulkonferenz und gegenüber dem Kollegium ist sie seit September 2015 regelmäßig im Einsatz.

In dieser Stunde schreiben die Kinder auf den Klassen-Tablets einen Text über Klara und fügen Hunde-Fotos ein. Sie zeigen stolz den neuesten Trick. Sie haben mit ihr das Apportieren von Bällen geübt. Einige handschriftliche Texte werden in das Schulhund-Heft eingeklebt, das jedes Kind führt. Zum Schluss der Stunde verabschieden sich alle von Klara und freuen sich auf die nächste Stunde.

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