Hof Kottmann verkauft frische Rohmilch aus dem Automaten

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Die Familie Kottmann – Jürgen (von links), Matthias und Andrea – haben ihr Angebot der Direktvermarktung um einen Milchautomaten erweitert.

Bockum-Hövel - Rohmilch – frisch gezapft, das bietet der landwirtschaftliche Betrieb Kottmann in der Geinegge jetzt an. Mit dem Angebot wollen sich die Kottmanns nicht nur ein neues wirtschaftliches Standbein schaffen, sondern auch über moderne Landwirtschaft informieren und deren Image aufpolieren. 

Der Betrieb Kottmann ist nach eigener Aussage der erste Milcherzeuger in Bockum-Hövel, der diesen Weg der Direktvermarktung geht.

Aufgestellt haben die Kottmanns die Zapfstelle vor rund drei Wochen. Mit Handzetteln macht die Familie auf ihr unbehandeltes Naturprodukt aufmerksam. Offenbar mit Erfolg. Denn schon nach der relativ kurzen Zeit haben viele Freunde der frischen Milch den Weg zu dem etwas abgelegenen Hof auf der Grenze zwischen Bockum-Hövel und Heessen gefunden. Von der Münsterstraße aus ist er über die Höveler Straße zu erreichen. 

„Am vergangenen Samstag war richtig viel Betrieb auf dem Hof“, berichtet Andrea Kottmann. Unter den neuen Kunden ist zum Beispiel eine Frau aus Walstedde, die durch das Schild an der Münsterstraße aufmerksam geworden ist. Sie kommt zum zweiten Mal, um sich einen Liter abzuzapfen und hat sich dafür eine der bereitstehenden Flaschen gekauft. „Ich fahre zur Arbeit und das ist mein Mittagessen. Eigentlich kaufe ich nur Bio-Milch. Aber ich finde es großartig, ohne Müll und Plastik. So kann man sehr viel Abfall sparen“, meint die Frau begeistert. 

Andrea Kottmann überlegt, auch Marmelade und Gemüse zu verkaufen

Auch Autos mit Coesfelder Kennzeichen hat Matthias Kottmann bereits gesichtet. Der Junior-Chef hat auch beobachtet, dass manche Kunden ihre Milch ganz schnell und anonym zapfen. Andere nutzen sie Gelegenheit, um mit ihren Kindern einmal in einen Kuhstall zu gehen. „So sehen die Leute, was es mit der Landwirtschaft auf sich hat, wie ein Bauernhof aussieht und dass bei uns die Kühe im Sommer auch noch auf der Weide stehen. Und der Kontakt mit den Menschen macht sehr viel Spaß“, freut er sich über den gewollten Nebeneffekt. 

Der Erfolg hat bei Andrea Kottmann die anfängliche Skepsis vertrieben. Sie denkt sogar daran, künftig noch mehr Produkte zu vermarkten. Die selbstgemachte Marmelade habe sie am Anfang einfach nur dazugestellt. „Aber die wird gern genommen. Im Sommer kann ich dann Gemüse aus unserem Garten anbieten“, sagt sie. 

Senior-Chef Jürgen Kottmann ergänzt: „Und wir haben außerdem Streuobstwiesen mit Äpfeln, Birnen und Zwetschgen, die nicht gespritzt werden.“ Auch Eier vom Nachbarhof und Kartoffeln können sich die Kunden noch mitnehmen. „Wir produzieren zwar nicht nach Bio-Richtlinen. Aber unser Produkte kommen alle von hier“, so Andrea Kottmann. 

Die Milchwerte werden laufend kontrolliert

Der Weg zur Direktvermarktung der Milch war für die Kottmanns durchaus aufwändig. Es galt, zahlreiche Genehmigungen einzuholen, unter anderem war für die Hütte eine Baugenehmigung erforderlich. „Wir haben sie aufgestellt, damit der Wind keinen Staub und keine Blätter auf die Zapfanlage weht“, sagt der Senior-Chef. 

Der Hüttenboden wurde mit einem Klinikbelag ausgestattet, damit er gut gereinigt werden kann. Die Milch wird ständig gekühlt, und die Anlage wird regelmäßig gereinigt. Auch die Milchwerte werden laufend kontrolliert. Wie viel insgesamt investiert wurde, wollte Matthias Kottmann nicht sagen. Er freut sich über den Erfolg. 

Übrigens hat sich Hofhund Mia auch schon an die neuen Besucher gewöhnt und bellt nicht mehr jeden Unbekannten an, der sich einen Liter Milch holt.

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Kommentare

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Kommentare

maxAntwort
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..die haben auch echte Kühe; mit Eutern !! Hamm blüht auf !

Gedanken
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Gute Idee!

M*A*S*HAntwort
(1)(0)

Danke für die prompte Antwort. Werde sicher dort bald mal hinfahren. Tolle Idee auch der geplante Verkauf von weiteren Produkten aus eigener Herstellung!