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Kita-Nachbar ist sauer über Piratenschiff an der Grundstücksgrenze

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Manfred Neuber neben dem "Problem": Einem Piratenschiff direkt neben seinem Grundstück. 

Manfred Neuber ärgert sich neuerdings über die neue Kita an der Strackstraße. Er hat als Nachbar nichts gegen die Einrichtung an sich, doch bald können Kinder direkt in seinen Garten schauen. Auch andere Anwohner sind unzufrieden. Der Grund ist ein Piratenschiff.

Das große Spielgerät steht seit kurzem auf dem Außengelände der neuen Kita Strackstraße. Was die Kinder freuen soll, ärgert die Nachbarn. „Das Ding hier, das geht gar nicht. Platz dafür wäre auch an einer anderen Stelle gewesen, zum Beispiel in der Nähe des Weges. Hier hätte ich viel lieber einen Sandkasten gehabt“, sagt Manfred Neuber. Sein Grundstück grenzt direkt an das der Kita. Er fürchtet, dass er in Zukunft permanent unter Beobachtung steht, wenn die Kinder auf das Schiff klettern und über den Zaun auf seine Wiese schauen. Auch seine Nachbarn ärgerten sich.

Doch mit Vertretern der Kita selbst haben die Nachbarn bisher nicht gesprochen. „Ich finde das erstmal witzig, dass die Nachbarn zuerst bei der Zeitung anrufen und nicht mit uns sprechen“, sagt Cornelia Korte. Sie leitet die neue Kita. 

Investor ist Münür Karaca. Er sagt, dass es gar nicht so einfach gewesen sei, auf dem Grundstück einen Standort für das Piratenschiff zu finden. „Wir hatten verschiedene Überlegungen, doch wir mussten unterschiedliche Einschränkungen berücksichtigen. Es gibt Anschlüsse, Abflüsse und Leitungen. Manches muss für Wartungen offen zugänglich bleiben. Ein Sandkasten an der Stelle des Piratenschiffs war nicht möglich“, berichtet Karaca. Der Architekt habe mit der Kita-Leitung den Plan erstellt.

Zulässige Höhe richtet sich nach Spielplatznorm

Neuber stört sich vor allem an der Höhe des Spielgeräts.  Es ragt bis über seinen Zaun hinaus. Wie hoch ein solches Spielgerät sein darf, richtet sich nach Auskunft eines Stadtsprechers allerdings nicht nach der Nutzung der Nachbargrundstücke, sondern nach der maximal möglichen Fallhöhe. Dafür gibt es nach Auskunft von Stadtsprecher Tobias Köbberling die Spielplatznorm DIN EN 1176. Bei drei Metern Fallhöhe – mehr sei nicht erlaubt – werde ein Freiraum von 2,50 Metern rund um das Spielgerät benötigt. Das sei auch der Mindestabstand zur Grundstücksgrenze.

Neuber wünscht sich nun, dass das Spielgerät versetzt wird. Sollte das nicht möglich sein, solle die Kita wenigstens einen Sichtschutz errichten. Bei seiner Nachbarin könnten die Kinder künftig auf den Tisch sehen. Und dort fehle auch noch jede Grundstückseinfriedung. Sie habe daher schon von sich aus einen Zaun auf die Grundstücksgrenze zur Kita gesetzt.

Grundstück lag jahrelang brach

Das Grundstück der neuen Kita Strackstraße lag über Jahre brach. Für die Nachbarn ändert sich natürlich einiges, wenn sie nun neben einer Kita wohnen. „Wir hatten im Blick, wie wir für die Kinder und die Nachbarn das Bestmögliche erreichen. Es tut mir leid, wenn die Nachbarn sich nicht ausreichend berücksichtigt fühlen. Wir möchten keinen Stress mit ihnen, sondern versuchen, lösungsorientierte Ansätze zu finden“, sagt Investor Karaca.

Er versichert, dass er vor dem Setzen des Zauns ohnehin alle Nachbarn aufgesucht hätte. Vor dem Aufbau des Zaunes komme aber noch der Garten- und Landschaftsbauer, um die Erdarbeiten auszuführen und den Rollrasen zu legen. Anschließend werde die neue Einfriedung errichtet. Der neue Zaun soll mindestens 1,80 Meter hoch sein. Mit den Nachbarn wolle er darüber aber noch einmal sprechen, so Karaca.

Der Träger der Kita an der Strackstraße ist der Internationale Bildungs- und Umweltverein. Das Team der Kita hat 2017 die Arbeit aufgenommen, zunächst waren die Kinder in Containern untergebracht. Im Januar sind die Kinder ins neu errichtete Gebäude eingezogen. Seitdem gibt es drei Gruppen mit insgesamt 55 Kindern.

Das Außengelände der Kita ist noch nicht fertig und deshalb nicht für die Kinder freigegeben. Karaca rechnet damit, dass sich das Anfang Oktober ändert.

Info

Karaca bittet alle Nachbarn, ihn bei Problemen direkt unter Telefon 01 77/3 86 70 76 anzusprechen.

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