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Keine neue Nutzung für Zechensportplatz in Sicht

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Von: Michael Girkens, Joachim Best

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Hamm18072449Radbod Luftbild
Der Zechensportplatz wird erst einmal bleiben und nicht zur Erweiterung des benachbaarten Autohauses dienen. © Blossey

Kein neuer Sachstand beim Zechensportplatz – diese Auskunft eines Sprechers der Stadt lässt die Herzen von Sportlern und Naturschützern gleichermaßen höher schlagen.

Denn damit ist klar: Der ökologische Nutzen der angrenzenden Lippeauen bleibt bis auf Weiteres ebenso erhalten wie der Freizeitwert des Sportplatzes selbst. Im Jahr 2014 wurden Planungen bekannt, den Zechensportplatz auf- und für eine gewerbliche Nachnutzung freizugeben – die gewerbliche Nutzung wäre der Verkauf des Geländes an ein naheliegendes, großes Autohaus gewesen. Die Bezirksvertretung hatte im Februar 2015 bereits einstimmig ein Bauleitverfahren eingeleitet, der Weg schien klar.

Doch dann geschah ... nichts. Die Bockum-Höveler SPD fand das richtig gut. Denn die Einwände der Naturschützer und der Sportler gegen das Vorhaben hatten es in sich: Die Naturschützer verweisen auf die Lippeauen, die Sportler darauf, dass der Platz an der Hüserstraße stets gut genutzt werde.

Das kommt hin. Nach Angaben der Verwaltung Ende 2017 seien die Sportanlagen im Hammer Stadtgebiet grundsätzlich gut ausgelastet, durch eine möglichst konzentrierte Verteilung der Fußballvereine auf die Sportanlagen seien zahlreiche Sportplätze langfristig an Vereine verpachtet. Der Zechensportplatz werde insbesondere als Ausgleichsfläche genutzt, wenn „eigene“ Sportanlagen durch Umbau- oder Sanierungsmaßnahmen nicht zur Verfügung stünden. Auch kleinere Vereine, die keine Sportanlage über mehrere Jahre gepachtet hätten, spielten gerne auf diesem Platz.

Gegen eine gewerbliche Nutzung des Geländes gibt es von Seiten der Naturschützer Bedenken. So hatte der Naturschutzbund Hamm (Nabu) auf den hohen ökologischen Wert der gesamten Lippeauen hingewiesen, in deren Nachbarschaft der Zechensportplatz liegt. Es handele sich dabei um ein Naturschutz- und FFH-Gebiet mit europäischen Schutzstatus, hieß es in der Stellungnahme des Nabu. Zugleich pflegt der Nabu in direkter Nähe zum Sportplatz seit 1990 eine Wiese nach ökologischen Gesichtspunkten und hat sie zu einem wertvollen Schmetterlingsbiotop entwickelt. Auch viele andere Insektenarten haben dort einen Lebensraum gefunden. Bei einer Gewerbeansiedlung auf dem Sportplatzgelände würden sie durch das Licht angelockt und ihr Bestand werde gefährdet, so der Nabu.

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