Jahrelange Baustelle 

Anlieger noch vor Start des Megabauprojekts in Bockum-Hövel entnervt

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Wieder zweispurig befahrbar ist inzwischen die Friedrich-Ebert-Straße. Nur in den Gehwegen klaffen noch einige Baugruben.

Bockum-Hövel - Die große Kanal- und Straßenerneuerung in Bockum-Hövel beginnt erst im Juli, aber Anwohner sind schon jetzt von den Vorarbeiten entnervt. 

Die Einbahnstraßenregelung auf der Friedrich-Ebert-Straße ist inzwischen wieder aufgehoben. Endlich, sagen unter anderem die Geschäftsleute aus dem Rathauscenter. Schon jetzt sei ein deutlicher Umsatzverlust zu spüren gewesen, berichtet unter anderem Christian Haase, Inhaber der dortigen Lotto-Annahmestelle. Auch von anderen Kaufleuten habe er das gehört. 

Die Arbeiten zur Verlegung von Versorgungsleitungen der Telekom und der Stadtwerke sind im Vorgriff auf die große Kanal- und Straßenerneuerung durchgeführt worden, die ab Juli dieses Jahres bevorstehen. Der erste Bauabschnitt umfasst den Abschnitt der Friedrich-Ebert-Straße zwischen dem Rudolf-Salchow-Weg bis einschließlich der Zufahrt zum Einkaufszentrum. Hier soll ein Mini-Kreisverkehr entstehen. Anlieger bringen vor, dass es schon jetzt zu Verzögerungen bei den Bauarbeiten gekommen sei.

Verspätet mit Arbeiten begonnen

Stadtwerkesprecherin Angela Welge weist darauf hin, dass man aufgrund anderer Bauarbeiten erst verspätet mit den eigenen Maßnahmen habe beginnen können. Schließlich sollte der Verkehr im Zentrum Hövels ja nicht zum Erliegen kommen. „Wir sind jetzt aber durch“, sagt sie. Es gebe nur noch Kopflöcher im Gehwegbereich, um Kabel einzuziehen oder Anschlussarbeiten durchzuführen. Mitte der kommenden Woche sei man aber auch damit fertig.

Telekom weist Vorwürfe zurück

Anlieger bemängeln weiter, dass man bisweilen tagsüber niemanden habe arbeiten sehen. Den Vorwurf, dass an ihren Baustellen nicht gearbeitet worden sei, weist die Telekom deutlich zurück. „An der Baustelle Friedrich-Ebert-Straße/Klemmestraße haben wir nur in der Nacht gearbeitet, um die arbeitsbedingten Ausfälle der Anschlüsse – im Interesse der betroffenen Kunden – auf das unbedingte Minimum zu reduzieren. 

Die dort noch fälligen Restarbeiten werden wir schnellstmöglich terminieren“, teilt ein Telekomsprecher mit. Aus heutiger Sicht gehe man fest davon aus, mit den derzeit geplanten und sich in der Realisierung befindenden Maßnahmen fertig zu werden, so der Telekomsprecher weiter.

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Städtischer Ablaufplan bleibt unverändert

Auf die Frage, ob es schon jetzt zu Verzögerungen gekommen ist, antwortete Stadtsprecher Lukas Huster: „Nach unserem Kenntnisstand hat es keine Verzögerungen gegeben, die unseren städtischen Ablaufplan beeinflussen: Wir befinden uns im Zeitplan.“ Das heiß, nach wie vor soll der erste Bauabschnitt Ende November abgeschlossen sein, damit die Zufahrt zum Rathauscenter im Weihnachtsgeschäft wieder ungehindert erfolgen kann. 

Vorschläge der Kaufleute

Schon im Vorfeld gibt es Anregungen aus der Kaufmannschaft. Eine davon lautet, an Nicht-Markttagen für Kunden die Zufahrt mit PKW über den Marktplatz zu erlauben. Dazu sagt die Stadt: Eine Zufahrt sei immer grundsätzlich gewährleistet – über ein Provisorium oder die Ersatzzufahrt. Eine Zufahrt über den Marktplatz würde einen nicht vertretbaren Mehraufwand für die Sperrung an Markttagen und anschließende Aufhebung der Sperrung bedeuten. 

Auch die Kirmes ausfallen zu lassen, um in der Bauzeit Parkplätze auf dem Alten Markt zu haben, die ungehindert angesteuert werden können, lehnt die Stadt ab. Es gebe keine ersichtlichen Gründe gegen die Kirmes.

Termin mit Anliegern geplant

Die Stadt will noch einen Termin mit den von den Baumaßnahmen betroffenen Anliegern anbieten, bei dem diese Anregungen und Bedenken vorbringen können. Aktuell befinde man sich noch in der Vergabe. Sobald die dann beauftragte Firma einen Bauzeitenplan erstellt habe und die Abläufe städtischerseits grundsätzlich stünden, werde die Verwaltung einen entsprechenden Termin anbieten. Davon abgesehen habe es eine Information der Grundstückseigentümer gegeben, teilt Stadtsprecher Huster mit.

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