Klinik in Bockum-Hövel soll schließen

Kampf ums Krankenhaus mit Facebook und Unterschriften

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Für den Erhalt des Gebäudes des St.-Josef-Krankenhauses kämpft jetzt eine Facebook-Gruppe.

Bockum-Hövel - Die Schließung des St.-Josef-Krankenhauses wollen die Bockum-Höveler nicht kampflos hinnehmen. Mit ihrer Aktion hat Renate Hesse – sie sammelte 700 Unterschriften für den Erhalt – eine neue Welle losgetreten. Auch bei Facebook.

Darko Krukenbaum, die Bockum-Hövelerin Marina Weber und „Rol Ex“ haben jetzt eine neue Facebook-Gruppe „Für den Erhalt des St. Josef Krankenhauses Bockum-Hövel“ (*) aufgemacht und in der ersten Woche mehr als 2600 Mitglieder gewonnen. Ihr Ziel ist es, wenigstens das Gebäude zu erhalten. Seit Donnerstag werden auch Unterschriften dafür gesammelt.

„Das Krankenhaus, wie es jetzt besteht, kann keiner mehr halten. Das Gebäude soll erhalten bleiben, damit ein neuer Gesundheits-Standort aufgebaut werden kann. Dafür machen wir uns stark“, macht Marina Weber auf der Seite der Facebook-Gruppe klar. „Unsere Forderung lautet: Erhalt des Gesundheitsstandortes Bockum-Hövel. Beide Akteure, den Träger St. Franziskus, als auch die Verwaltung der Stadt Hamm müssen wir veranlassen, sich hierzu zu bekennen. Beide müssen sich für den Erhalt des Gebäudes stark machen und einen Investor suchen, der den Belangen eines Gesundheitsstandortes gerecht wird“, heißt es dort.

Aus für die Klinik in Bockum-Hövel

Die Zustimmung ist groß. Viele Berichten, dass sie im St.-Josef-Krankenhaus sehr gut behandelt wurden oder dort geboren sind. Sie danken den Ärzten und dem Pflegepersonal für eine bessere Versorgung als in anderen Krankenhäusern. Und es scheint, als hätten viele nur darauf gewartet, ihre Unterschrift für den Gesundheits-Standort Bockum-Hövel geben zu können.

Renate Hesse

Losgetreten hat Renate Hesse dieses neue Engagement für das St.-Josef-Krankenhaus. Der WA.de-Bericht über ihre Unterschriftenaktion war Anlass für Krukenbaum, mit den beiden Mitstreitern auf Facebook aktiv zu werden. Inzwischen haben sie Unterschriftenlisten vorbereitet, die sie seit Donnerstag in Bockum-Hövel verteilen, unter anderem bei: Rathaus-Apotheke, Strauss-Apotheke, Dorotheen-Apotheke, Physio Huhn, Rewe Haase, Rathaus-Center, Friseur Heike Sommer, Optik Mersmann, Bäckerei Empting/Penny Markt, bei den vielen Ärzten sowie an zahlreichen weiteren Punkten.

Hammer Krankenhäuser "pickepackevoll"

Bereits Renate Hesse hatte mit ihrer Aktion viele positive Rückmeldungen erhalten. „Mein Telefon hat den ganzen Tag geglüht. Ich bin in den vergangenen Tagen zu nichts gekommen. Viele haben angerufen und mich gelobt, dass ich den Mut zu dieser Aktion hatte. Ich bin ganz gerührt darüber“, berichtet sie. Zum Teil hätten die Anrufer davon erzählt, dass auch ihr Weg mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur St.-Barbara-Klinik sehr mühselig gewesen sei.

Auch Bockum-Höveler und die Herringer SPD-Mitglieder hatten im September die Initiative ergriffen und den Träger des St.-Josef-Krankenhauses, die St.-Franziskus-Stiftung, in Münster angeschrieben. „Wir warten aber immer noch auf eine Antwort“, sagt SPD-Ratsherr Hartmut Weber.

* Anmerkung der Redaktion: Es handelt sich um eine geschlossene Facebookgruppe. Beitrittswünsche werden durch die Administratoren in der Regel aber sehr zeitnah gewährt. Auch Einladungen von Mitgliedern werden vielfach ausgesprochen.

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