Fäuste fliegen bei Hochzeitsfeier, Familie geht auf Polizisten los

+

[Update, 13.45 Uhr] Hamm-Norden - Zwei größere Einsätze im Hammer Norden und Westen binnen einer Viertelstunde hielten die Polizei am späten Samstagabend in Atem. Erst flogen bei einer Hochzeitsfeier an der Sorauer Straße die Fäuste, dann widersetzte sich gleich eine ganze Familie an der Normannenstraße den Beamten.

Eine Hochzeit sollte eigentlich ein Freudenfest sein. Wenn sich aber ungebetene Gäste unters Partyvolk mischen, kann es mit der Freude schnell vorbei sein. „Ganz viel Alkohol und ganz viel Aggression“ hätten seine Kollegen angetroffen, als sie gegen 23.30 Uhr an dem Vereinsheim an der Sorauer Straße eingetroffen seien, sagte ein Sprecher der Polizei. 

Zwölf Platzverweise sprachen die Beamten anschließend aus. Unter die Gäste der afrikanischen Hochzeit, an der laut Polizei Gäste unterschiedlicher Nationalitäten teilnahmen, hatten sich offenbar drei ungeladene Männer gemischt. Nach Erkenntnissen der Polizei hatten sie sich eine Schlägerei mit Hochzeitsgästen geliefert. Dabei seien auch Flaschen zum Einsatz gekommen, so der Sprecher. 

Fußboden von Scherben übersät

Beim Eintreffen der Kollegen sei der Fußboden von Scherben übersät gewesen. Ein 35-jähriger Mann erlitt Schnittverletzungen an der Hand. Ein Rettungswagen brachte ihn in ein Krankenhaus. Auf welche Weise er sich die Verletzungen zugezogen hatte, ist unklar. Ebenso unklar ist das Verhältnis, in dem das ungebetene Trio zu der Hochzeitsgesellschaft stand. 

Die Identität eines der drei Querulanten konnte geklärt werden, die zwei übrigen Personen hätten nicht mehr identifiziert werden können. Unklar sei, ob sie sich bei Eintreffen der Beamten unters Partyvolk gemischt hätten. Starke Verständigungsprobleme hätten die Aufnahme und Klärung der Ereignisse erschwert. Weil sich die Situation nach Eintreffen der Polizei, die mehrere Streifenwagen in den Norden schickte, noch immer nicht beruhigte, wurden die Platzverweise ausgesprochen. Die Beamten fertigten eine Strafanzeige wegen gefährlicher Körperverletzung. Polizisten wurden bei dem Einsatz nicht verletzt. Die Ermittlungen dauern an.

Schläge und Tritte gegen Polizisten

Was am Samstagabend zunächst nach einem harmlosen Einsatz wegen einer Ruhestörung aussah, eskalierte in einem Mehrfamilienhaus an der Normannenstraße im Hammer Westen mit Schlägen und Tritten gegen Polizisten. Eine Polizeibeamtin (31 Jahre) und ein Polizeibeamter (36 Jahre) wurden leicht verletzt. 

Drei Personen mussten die Nacht in Polizeigewahrsam verbringen. Ausgelöst hatte die Situation ein 33-Jähriger, der sich nicht ausweisen wollte. Der Grund dafür sei schleierhaft, hieß es von der Polizei. Gegen ihn habe nichts vorgelegen. Auch auf Alkoholeinfluss deute nichts hin. 

Ein Anwohner hatte die Polizei verständigt, nachdem Nachbarn zur späten Abendstunde Möbel durch das Haus trugen und es daraufhin zu Streitigkeiten und Beleidigungen gekommen war. Als zwei Polizeibeamtinnen gegen 23.45 Uhr bei dem 33-jährigen Tatverdächtigen die Personalien feststellen wollten, verweigerte dieser die Herausgabe eines Ausweises und auch Angaben zu seiner Person. 

Vielmehr versuchte er sich in eine Wohnung zurückzuziehen. Um das zu verhindern, hielten die Beamtinnen den Mann fest. Dabei wollte die in der Wohnung anwesende Familie offenbar nicht tatenlos zusehen: Ein 32-jähriger Bruder, eine 29-jährige Schwester und die 61-jährige Mutter schlugen und traten auf die Beamtinnen ein, sodass diese Verstärkung riefen. 

Nach Eintreffen mehrerer Streifenwagen wurden die Tatverdächtigen überwältigt. Im Hausflur war es zu weiteren handfesten Auseinandersetzungen gekommen. Die beiden Brüder und deren Mutter wurden in Handfesseln ins Polizeigewahrsam gebracht. Die 29-Jährige konnte bei ihrer sechsjährigen Tochter bleiben, die sich ebenfalls in der Wohnung befand. 

Wie die Polizei mitteilte, handelt es sich um eine Familie mit marokkanischen Wurzeln. Das Geschehen spielte sich vor der Wohnung der Mutter ab. Die übrigen Beteiligten leben ebenfalls in der Normannenstraße. Gegen die Familie wurde Strafanzeige wegen Beleidigung, versuchter Gefangenenbefreiung und Widerstand gegen Polizeibeamte gefertigt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare