Reparaturarbeiten

Wasserrohrbruch mit 20 Meter hoher Fontäne: Wohnhaus vermutlich unbewohnbar

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Die Fontäne ragte Meter hoch über ein Wohnhaus.

[Update, 16 Uhr] Ein Wasserrohrbruch ereignete sich am Dienstagmorgen gegen 4 Uhr auf der Horster Straße. Es kam zu Verkehrsbehinderungen. Ein Haus auf der gegenüberliegenden Straßenseite wurde ganz besonders in Mitleidenschaft gezogen, weil sich die gesamten Wassermassen darauf ergossen.

  • In Hamm hat es einen Wasserrohrbruch gegeben.
  • Die Horster Straße war zeitweise voll gesperrt.
  • Ein Wohnhaus ist stark beschädigt worden.

Bockum-Hövel – Ein lauter Knall riss Christa und Otto Kurbjuweit aus dem Schlaf. Weil es draußen sehr laut prasselte, dachten sie zunächst an ein Unwetter. Bis sie merkten, dass das Wasser nicht von einem starken Regen stammte, sondern von einer mächtigen Wasserfontäne. Die kam in hohem Bogen auf der gegenüberliegenden Straßenseite aus dem Boden und schoss mit Druck zwischen die Dachziegel.

Wasser tropft aus jeder Ritze

„Das Wasser drang durch alle Ritzen ins Haus, trotz geschlossener Fenster und unter den Dachpfannen hindurch. Und was vom Dach herunterkam, ergoss sich über die Beete und durch die Lichtschächte in den Keller“, berichtet Hausbesitzerin Christa Kurbjuweit. Dort stand es dann in einer Höhe von 50 Zentimetern.

Zunächst habe sie sogar Angst gehabt, dass das Haus den unfassbaren Wassermassen gar nicht standhalten werde. Es habe sehr lange gedauert, bis das Wasser abgestellt gewesen sei. „Auch die Polizei war völlig hilflos und hat nur die Straße abgesperrt“, berichtet sie. Und eigentlich hatte sie gehofft, dass ein großer Wagen der Stadtwerke komme und vor der Fontäne abgestellt werde, um ihr Haus zu schützen.

Feuerwehr pumpt den Keller leer

Doch das passierte nicht. So ergossen sich die Wassermassen weiter auf ihr Haus. Vom Dach aus suchte das Nass sich seinen Weg durch Decken und Wände. Überall tropfte es herab, sogar aus einer Lampe. „Wir haben alle Töpfe und Pfannen aufgestellt, die wir besitzen“, sagte die Anwohnerin. Selbst am Nachmittag sickerte es noch an unzähligen Stellen heraus.

Noch in der Nacht war die Feuerwehr gekommen und hatte den Keller zum größten Teil leergepumpt. Später übernahmen dann die Stadtwerke. „Die halfen die ganze Zeit“, lobt Kurbjuweit. Auch tagsüber waren etliche Helfer vor Ort, rissen nassen Teppichboden heraus und warfen unbrauchbar gewordene Dinge in den Container, der dafür vor dem Haus abgestellt worden war.

Nach 40 Minuten war der Spuk vorbei

Wie Stadtwerke-Sprecherin Cornelia Helm mitteilte, handelt es sich bei der beschädigten Leitung um ein zehn Zentimeter dickes Wasserrohr der Stadtwerke, das an eine Fernwasserleitung von Gelsenwasser angeschlossen ist, die durch Hamm verläuft. Auf der Horster Straße hat es auf Höhe des Hauses 170 einen Längsriss von etwa 50 Zentimetern Länge gegeben. Die genaue Ursache sei noch nicht bekannt, so Helm. Die Meldung sei um 4 Uhr eingetroffen. Rund 40 Minuten später seien die Mitarbeiter vor Ort gewesen und hätten das Wasser abgestellt. „Das ist eine sehr gute Zeit“, so Helm.

Für die Reparaturarbeiten an der Leitung wurde ein metertiefes und -breites Loch ausgehoben.

Anschießend waren Techniker der Stadtwerke vor Ort und tauschten ein zwei Meter langes Stück der Wasserleitung aus. Am frühen Nachmittag war die Wasserversorgung für rund 50 Haushalte wiederhergestellt. Der Schaden sei sofort von der Versicherung der Stadtwerke aufgenommen worden. Er werde von Sachverständigen begutachtet und anschließend auch reguliert.

Helm: "Verquickung unglücklicher Umstände"

„Ungewöhnlich bei dieser Leitung ist, dass da 13 bis 15 bar Druck drauf sind. Da ist dann schon richtig Dampf im Kessel“, erklärte Helm. Der hohe Druck sei erforderlich, weil das Wasser in der Leitung über weite Strecken transportiert werde. Die Rohre der Stadtwerke würden normalerweise mit maximal sechs bar belastet. „An einen solchen Fall können wir uns nicht erinnern. Es handelt sich hier um eine Verquickung unglücklicher Umstände“, sagte Helm.

Um solchen Rohrbrüchen vorzubeugen, sei man permanent auf der Suche nach Leckagen. Dabei werde man auch immer wieder einmal fündig und repariere die Stellen. Jeder Standort sei alle vier Jahre an der Reihe, so Helm.

Unsere ursprüngliche Berichterstattung:

Auf der Horster Straße ist es laut Polizei am Morgen zu erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen gekommen. Etwa auf Höhe der Hausnummer 170 habe es am frühen Dienstagmorgen gegen 4 Uhr einen Wasserrohrbruch mit einer austretenden zeitweise etwa 20 Meter hohen Wasserfontäne gegeben, hieß es weiter. 

Zunächst war die Horster Straße auf Höhe der Kreuzung Barsener Straße und in Höhe des Prozessionsweges voll gesperrt. 

Inzwischen ist die Straße aber wieder einseitig befahrbar, wie Polizeisprecher Hendrik Heine mitteilte. Die Verkehrsteilnehmer können in beide Richtungen an den Hindernissen vorbeifahren - mit entsprechender Vorsicht. 

Nachdem zunächst davon auszugehen war, dass die Reparaturarbeiten und die damit verbundene Vollsperrung Stunden andauern könnten, stellte sich am Morgen heraus, dass es doch schneller voran geht.

Techniker der Stadtwerke seien vor Ort, um den Schaden schnellstmöglich zu beheben, hieß es seitens der Polizei.

Zu Rohrbrüchen kam es kürzlich auch am Hellweg: Mehrere Häuser und das Café del Sol waren betroffen. Nach einem Unwetter schlug zudem der Hausanschluss des Seniorenheims St. Stephanus in Heessen Leck.

Im Februar 2010 setzte ein Rohrbruch Teile der Hammer Innenstadt unter Wasser:

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