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Alte Heising-Villa in Hövel weicht barrierefreiem Neubau

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Von: Ulrich Wille

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Heising-Villa an der Schulstraße in Bockum-Hövel
Wird bald abgerissen: Die ehemalige Bergwerksdirektoren-Villa an der Schulstraße 2. © Reiner Mroß/Digitalbild

Vielen alteingesessenen Bockum-Hövelern und vor allem den ehemaligen Bergleuten wird sie noch ein Begriff sein – die Heising-Villa an der Schulstraße/Ecke Ermelinghofstraße. Die Villa wird bald vermutlich Geschichte, ein weiteres prägendes Gebäude aus Hövel verschwunden sein.

Bockum-Hövel - Denn an dieser Stelle – so plant es offensichtlich ein Investor – soll im Rahmen einer sogenannten Nachverdichtung ein barrierefreies Mehrfamilienwohnhaus entstehen. Die Bezirksvertretung empfahl in ihrer jüngsten Sitzung dem Rat, den dort geltenden Bebauungsplan „Römerstraße“ entsprechend zu ändern.

Die Villa

Bekannt ist das Haus an der Schulstraße 2 (Ecke Ermelinghofstraße) bei den meisten als „Heising-Villa“. Die Bezeichnung geht wohl zurück auf Carl Heising, seines Zeichens „Assessor des Bergfachs“ auf der Schachtanlage Radbod, der dort viele Jahre gewohnt hat. Heising war auf Radbod bis in die 1980er-Jahre, bis er von Karl-Heinz Müller als Bergwerksdirektor abgelöst wurde. Heising war stark in Bockum-Hövel verwurzelt. Er war Gründungsmitglied des Fördervereins des Galilei-Gymnasiums und fast 60 Jahre lang im Hegering Bockum-Hövel. Er starb im Jahre 2019 im Alter von 91 Jahren.

Der stammt nämlich noch aus dem Jahr 1969 – also aus Zeiten, als Bockum-Hövel noch selbstständige Stadt war – und ist laut Stadtverwaltung in seinen Festsetzungen nicht mehr zeitgemäß.

Beabsichtigt werde, dort dringend benötigte barrierefreie Wohnungen und gegebenenfalls eine Tagespflegeeinrichtung zu schaffen, so die Stadt. Mit dem geänderten Bebauungsplan sollen der vorhandene Bebauungsplan überplant und die planungsrechtlichen Voraussetzungen für das geplante Vorhaben geschaffen werden. Mit dem Beschluss, den letztlich der Rat in seiner Sitzung am 13. Dezember trifft, werde das Bebauungsplanverfahren „Schulstraße“ gestartet.

Bebauungsplan von 1969

Das Plangebiet ist zurzeit noch Bestandteil des Geltungsbereiches des seit 1969 rechtskräftigen Bebauungsplanes Römerstraße. Dieser setzt für den Planbereich ein reines Wohngebiet (WR) mit einer bestimmten Grundflächen- und Geschossflächenzahl vor, für dort nur eine maximal zweigeschossige Bebauung festlegt. Es ist eine überbaubare Grundstücksfläche festgesetzt, die kaum über die Ausmaße des ehemals hier vorhandenen Kötterhauses hinausgeht.

Mit der Änderung des Bebauungsplanes werde nun angestrebt, die planungsrechtlichen Voraussetzungen für ein Vorhaben zu schaffen, das über das bisherige Festsetzungsgefüge hinausgeht, so die Stadt. „Im Zuge einer städtebaulich sinnvollen Nachverdichtung soll die überbaubare Grundstücksfläche in östliche Richtung ausgedehnt und eine maximal dreigeschossige Bebauung ermöglicht werden“, erklärt die Stadtverwaltung. Aus städtebaulichen Gründen – Lage an einer Hauptverkehrsstraße, angrenzend an den historischen Ortskern von Hövel mit seinen kirchlichen und sozialen Einrichtungen – sei die Festsetzung als reines Wohngebiet (WR) nicht mehr zeitgemäß und bedarfsgerecht. Deshalb werde eine Festsetzung als allgemeines Wohngebiet (WA) angestrebt. Dadurch werden die sogenannten wohnverträglichen Nutzungsmöglichkeiten erweitert. Aufgrund des erheblichen Umplanungsbedarfes werde eine Überplanung des rechtskräftigen Bebauungsplanes durch einen neuen Bebauungsplan angestrebt.

Zudem sollen hier auch die vom Rat beschlossenen Kriterien zur klimawandelgerechten Stadtentwicklung in der Bauleitplanung zur Anwendung kommen, teilt die Verwaltung mit.

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