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Bildungsministerin in Bockum-Hövel begeistert: „Wäre hier gern Schülerin“

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Von: Svenja Jesse

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Bildungsministerin Yvonne Gebauer hat die Gebrüder-Grimm-Schule in Hamm besucht.
Bildungsministerin Yvonne Gebauer hat die Gebrüder-Grimm-Schule in Hamm besucht. © Andreas Rother

NRW Schulministerin Yvonne Gebauer hat die Gebrüder-Grimm-Schule in Hamm besucht und sich das Schulkonzept vorstellen lassen. Auch über Corona wurde kurz gesprochen.

Hamm - Hoher Besuch an der Gebrüder-Grimm-Schule in Bockum-Hövel. Schulministerin Yvonne Gebauer war gekommen, um sich das Konzept anzusehen. 2019 hatte die Grundschule dafür den Deutschen Schulpreis erhalten.

Pünktlich um 9 Uhr betrat die Ministerin die Schulaula und bekam dort direkt einen ersten Eindruck vom etwas anderen Schulkonzept der Grundschule. Ein Teil der Schüler hatte sich dort zum „Treffpunkt Grimm“ versammelt, der Rest war aus den Klassenräumen digital per Zoom zugeschaltet. Neben Liedern und Berichten aus den Klassen werden dort auch Lobbriefe verteilt. Darin schreiben die Lehrer einzelnen Kindern etwas Lobendes, heben eine oder mehrere besondere Eigenschaften hervor oder erinnern an ein besonders positives Erlebnis mit den Kindern.

Gebauer in der Grimmschule: bedingungslose Wertschätzung

„Es kommt nicht darauf an, wie viele Räume oder Personal man in der Schule hat. Wir haben einfach nur gemerkt, wie wichtig bedingungslose Wertschätzung ist. Für die Kinder, aber auch für uns alle“, erklärte Schulleiter Frank Wagner. In einer kurzen Präsentation stellte er der Runde aus Ministerin, dem Oberbürgermeister, einer Vertreterin des Schulamts und der städtischen Elternvertretung das Schulkonzept vor. Im Mittelpunkt steht dabei die Vermittlung von Kernkompetenzen. „Wir wünschen uns, dass Kinder gerne lernen. Und viele kennen das sicher, wenn ich etwas leisten will, muss ich ein offenes, fröhliches Herz haben“, so der Schulleiter.

Die Ministerin zeigte sich beeindruckt: „Zu sehen, welche Freude die Kinder und Lehrer hier am frühen Morgen schon versprüht haben und mit was für einem Optimismus Sie hier herangehen, hat mich sehr berührt. Das ist gerade jetzt in dieser Zeit besonders wichtig und nicht selbstverständlich.“ Während der etwa halbstündigen Präsentation hörte sie aufmerksam zu und schoss bei der anschließenden Schulführung auch das ein oder andere Foto.

Gebauer über Grimmschule: „Eine wirkliche Vorzeigeschule“

„Ich bin als Schul- und Bildungsministerin immer auf der Suche nach tollen Beispielen, wie man Unterricht noch besser gestalten kann. Und diese Schule ist da für mich schon eine Fundgrube, aus der ich dann auch schöpfen kann. Besonders das Thema Wertschätzung, das hier mit an erster Stelle steht, wie man das dann in den Schulalltag aller Schulen bei uns in NRW integrieren kann“, sagte sie dazu. Und: „Das ist eine wirkliche Vorzeigeschule, wo das Kind im Mittelpunkt steht. Das ganze Team macht sich hier Gedanken, wie es den Tag noch schöner gestalten kann, obwohl er schon herausragend ist. Hier wäre ich sehr gerne Schülerin gewesen.“

Schulleiter Wagner zeigte sich nach dem Termin mit der Ministerin zufrieden. „Ich glaube, sie hat viel mitgenommen, und es war sehr schön, über unsere Ideen zu sprechen“, sagte er.

Gebauer in der Grimmschule: Auch Corona ein Thema

Auch Corona war bei dem Ministerinnen-Besuch natürlich Thema. So entschuldigte sich Yvonne Gebauer bei Schulleiter Frank Wagner für die vielen Unannehmlichkeiten, die die doch immer wieder recht kurzfristigen Änderungen im Schulalltag für die Lehrer mit sich bringen. „Ich weiß, was ich Ihnen damit an zusätzlichen Herausforderungen gebe. Leider wird es mit den Schulmails weitergehen müssen, das ist gerade nun einmal nötig“, so Gebauer.

So will das Ministerium Anfang der Woche auch über die PCR-Tests an Schulen reden. Die Labore in NRW haben Probleme der vielen PCR-Tests Herr zu werden, so sollen jetzt bereits Tests von medizinischem Personal Priorität bekommen. „Wir müssen dann darüber sprechen, was das für die Grundschulen bedeutet. Wir erleben, dass durch die vielen Infektionen auch viele PCR-Testungen vorgenommen werden müssen. Wir hoffen natürlich so lange wie möglich die PCR-Pooltestungen an den Schulen durchführen zu können. Aber wir müssen sehen, wie sich die Zahlen weiter entwickeln“, sagte Gebauer im Gespräch mit WA.de.

Zum Thema Unterrichtsausfall sagte sie: „Das wichtigste ist, dass wir die Schulen offenhalten. Nur dann haben wir die Möglichkeit, alle Fächer anzubieten. Wir haben hier gesehen, wie man die Dinge gut verknüpfen kann. Ich glaube, das ist gerade in Pandemiezeiten die spannende, aber auch notwendige Überlegung zu sehen, wie man so wichtige Fächer wie Musik auch weiter unterrichten kann. Aber da weiß ich, dass ich gute Pädagogen habe, die das umsetzen werden.“

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