Frisch aus dem Stall in Bockum-Hövel

Bei Kottmanns sind die Hühner glücklich und die Eier begehrt

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Matthias (von links), Andrea und Jürgen Kottmann haben schon einem zweiten mobilen Hühnerstall angeschafft. Die Kunden schätzen die frischen Eier von glücklichen Hühnern.

Bockum-Hövel - Frische Eier von glücklichen, frei laufenden Hühnern. Familie Kottmann wagt sich jetzt auch mit dem Federvieh auf neue Wege und weitet die Selbstvermarktung auf ihrem Hof in der Geinegge aus.

Zwei mobile Hühnerställe stehen inzwischen auf den hofnahen Wiesen. Mit der ersten Milchtankstelle Bockum-Hövels machten sie vor gut zweieinhalb Jahren den Anfang – mit Erfolg, wie Junior-Chef Matthias Kottmann heute sagt. Auch die Eier haben „eingeschlagen“. Beim Start im August des vergangenen Jahres hatten die Kottmanns allerdings auch kräftigen Rückenwind aus einer unvorhersehbaren Richtung.

„Da war der Fibronil-Skandal gerade auf dem Höhepunkt und jeder wollte unbelastete Eier haben“, berichtet Matthias Kottmann. „Das hat eine enorme Dynamik entwickelt und wir hatten eine riesige Nachfrage. Ab Oktober waren wir immer ausverkauft. Wir haben die Eier direkt aus dem Hühnerstall an die Leute gegeben“, erinnert sich auch Andrea Kottmann. Zur Erinnerung: Das Insektizid Fibronil wurde illegal zur Desinfektion von Hühnerställen verwendet und wurde dann auch in Eiern gefunden.

Vor zweieinhalb Jahren führten die Kottmanns ihre Milchtankstelle ein. (Klicken Sie hier für den Artikel dazu.)

Zunächst hätten sie das Vorhaben ihres Sohnes, den mobilen Hühnerstall anzuschaffen, sehr skeptisch betrachtet, räumt Jürgen Kottmann ein. Und als das Gefährt mit Platz für 145 Tieren auf dem Hof stand, brauchte es auch eine gewisse Anlaufzeit. Denn die ersten Eier, die die jungen Hühner legten, waren klein. „Gefragt sind aber die mittleren und die dicken“, sagt Andrea Kottmann.

Doch nach dem großen Erfolg stand Ostern 2018 schon der zweite mobile Hühnerstall auf dem Hof. Er fasst mehr als doppelt sie viele Tiere wie der erste. Für ihn sind vier Parzellen in einer Größe von 50 mal 50 Metern reserviert. Alle drei Wochen wird er umgestellt, damit die Wiese sich wieder erholen kann. „Als es so heiß war im Sommer, war das eine richtige Maloche. Der Boden war hart wie Beton, und das Versetzen des Zauns machte große Mühe“, erzählt Matthias Kottmann.

Gefahr aus der Luft und am Boden

Nicht immer bleiben die Hühner dort, wo sie hingehören. Bisweilen kratzen sie auch schon einmal in Nachbars Garten in den Beeten herum. „Die finden es gut, wenn wieder einmal Hühner herumlaufen“, berichtet Andrea Kottmann. Natürlich hole man die Tiere dann ab. Verluste gibt es nicht, weil die Tiere weglaufen, sondern weil sich Greifvögel und Fuchs hin und wieder einmal ein Huhn holen. 15 bis 20 sind es pro Besatz. „Und einmal hat der Fuchs ganz am Anfang richtig aufgeräumt“, berichtet Matthias Kottmann.

Oft sitzen auch Senioren auf der Bank, die die Kottmans neben das Gehege gestellt haben, und betrachten das Treiben des Federviehs. Er nennt es eine „entspannte Unruhe“. Insgesamt habe man fast nur positive Rückmeldungen erhalten, sagt er. Auch Kitas und Schulen (von der Grundschule bis zum Gymnasium) haben inzwischen die Hühner entdeckt. So holt zum Beispiel die Kita Uphof regelmäßig Eier fürs gesunde Frühstück. 

Die Kottmanns haben Erweiterungspläne geschmiedet. Sie planen ein Kühlhaus, um die Produkte auch im Sommer besser vermarkten zu können, und wollen eine Wirtschaftsküche einrichten.

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