Test der Caritas gelungen

Fair-Kaufhaus: Ganze Familie für 100 Euro eingekleidet

+
Im Fair-Kaufhaus testete die Caritas zusammen mit Freiwilligen, wie sich eine sechsköpfige Familie für 100 Euro ankleiden kann.

Bockum-Hövel – Der Caritasverband Hamm feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Deshalb haben sich die Verantwortlichen des Fair-Kaufhauses der Caritas an der Oswaldstraße eine ganz besondere Aktion einfallen lassen.

Eine sechsköpfige „Muster-Familie“ wurde für nur 100 Euro eingekleidet. Als Vater und Mutter fungierten zwei Caritas-Mitarbeiter, für die Rollen der Söhne und Töchter stellten sich einige Pfadfinder zur Verfügung. Die Spannung war allen sechs Teilnehmern anzusehen, als sie das Second-Hand-Kaufhaus betraten. Es dauerte gar nicht lange, bis sich die Teilnehmer der Aktion komplett umgekleidet der Kamera stellten.

Neben Vater und Mutter haben sich eine 20-, und eine neunjährige „Tochter“ sowie ein 17- und ein zehnjähriger „Sohn“ für den Gesamtpreis von 100 Euro neu eingekleidet. Nicht nur Schuhe, Hosen, Jacken, Hemden und T-Shirts waren neu, auch Accessoires wie Ketten, Armbänder und Handtaschen waren im Preis enthalten. Die Modelle selbst waren völlig verblüfft, wie chic und alltagstauglich die im Fair-Kaufhaus angebotenen Sachen sind.

„Gesellschaftliche Teilhabe soll nicht von den finanziellen Möglichkeiten des Einzelnen abhängen“, beschreibt Susanne Föller, die die Ehrenamtsbegleitung im Kaufhaus verantwortet, die Zielsetzung. Doch diese besondere Caritas-Einrichtung will mehr: Auch als Ort der Begegnung und Beratung, abgerundet durch die günstigen Einkaufsmöglichkeiten, möchte das Fair-Kaufhaus dazu beitragen, dass niemand an den Rand der Gesellschaft gedrängt wird.

"Auch der Umwelt etwas Gutes tun"

Dieter Staufenbiel, der seit der ersten Stunde im Kaufhaus tätig ist, wies noch auf einen besonders aktuellen Hintergrund für jedermann hin: „Mit dem Kauf von Second-Hand-Bekleidung können die Kunden nicht nur ihren Geldbeutel schonen, sondern auch der Umwelt etwas Gutes tun.“ Ihm sei es wichtig, auch auf den ökologischen Aspekt der Second-Hand-Produkte hinzuweisen.

Die Bezeichnung Produkte ist auch deshalb wichtig, da im Fair-Kaufhaus nicht nur Textilien, vom Anzug bis zu Kleidern, und Schuhe angeboten werden: Auch Elektrogeräte, Bilder, Haushaltswaren vom Kaffee-Service bis zum Gänsebräter, und jede Menge Accessoires sowie Möbel gehören zum Angebot. Alles wurde gespendet und ist voll funktionsfähig.

Gesamtrabatt in Höhe von 50 Prozent

Die regulären Preise gelten für Menschen, die keine Sozialleistungen beziehen. Kunden, die solche Leistungen in Anspruch nehmen, bekommen bei Vorlage einer entsprechenden Bescheinigung eine Einkaufskarte ausgestellt und erhalten einen Gesamtrabatt in Höhe von 50 Prozent auf jeden Einkauf.

„Für uns ist es auch finanziell von Bedeutung, dass im Kaufhaus auch besser situierte Menschen ohne Einkaufskarte einkaufen. Nur so kann sich der Laden langfristig selbst tragen“, ergänzt Susanne Föller. Darüber hinaus sei das Kaufhaus momentan insbesondere auf die Spende von Haushaltswaren wie Töpfen und Pfannen, aber auch Geschirrservices angewiesen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare