Seriöser Investor gesucht

Positionspapier zu St. Jupp: SPD bezieht Stellung 

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Nach den Vorstellungen der SPD soll es eine direkte Busverbindung zwischen Bockum-Hövel und Heessen geben. Sie bringt die Ringbuslinie wieder ins Gespräch.

Bockum-Hövel - Mit einem Positionspapier beziehen der Bockum-Höveler SPD-Ortsverein und die Bezirksfraktion jetzt Stellung in der Diskussion um die Nachnutzung des St.-Josef-Krankenhauses. Die Genossen erteilen der Forderung, das Krankenhaus in seiner bestehenden Form zu erhalten, eine klare Absage.

Auch die Forderung, es zu kommunalisieren, sei unrealistisch und reiner Populismus. Sie wollen sich für eine wohnortnahe, bezahlbare Gesundheitsversorgung einsetzen und begrüßen ausdrücklich jeden Investor, der ein tragfähiges Konzept vorlegt. Zunächst stellt der Vorsitzende des Ortsvereins, Lothar Wobedo, fest, dass Kommunalpolitiker auf die privatwirtschaftliche Entscheidung, den Standort St.-Josef-Krankenhaus zu schließen, keinen Einfluss hätten. Die Verantwortung dafür liege bei der St.-Franziskus-Stiftung. Man bedauere den Beschluss zutiefst und verurteile ihn aufs Schärfste. 

Die SPD will sich dafür einsetzen, dass Bockum-Hövel auch nach der Schließung des St.-Josef-Krankenhauses ein Gesundheitsstandort bleiben und die Gesundheitsversorgung der Bockum-Höveler Bürger sichergestellt sein muss. Dazu zählt die SPD die vielen Arztpraxen im Höveler Ortskern. Die Genossen verbuchen es als politischen Erfolg, dass die Stiftung zugesagt habe, eine chirurgische, neurochirurgische und allgemeinmedizinische Versorgung vor Ort zu sichern sowie gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung zu prüfen, ob ein medizinisches Versorgungszentrum entstehen könne.

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Damian Chatha, Vorsitzender der Bezirksfraktion weist darauf hin, dass sich die SPD beim Beschluss zur Aufstellung des Rahmenplans für das Höveler Zentrum, ausdrücklich für einen ergebnisoffenen Planungsprozess eingesetzt habe. Daher werde jetzt nicht nur die Variante mit dem Abriss des Krankenhauses erarbeitet, sondern auch mit dem Erhalt und einer Nachnutzung des Gebäudes. Auf jeden Fall müsse ein starker Frequenzbringer mit Anschluss an den Hallohpark geschaffen werden. Der müsse nicht unbedingt im medizinischen Sektor angesiedelt sein, sagt Wobedo.

Zentrumsentwicklung

Er sieht hier auch die Wirtschaftsförderung in der Pflicht, die mit dafür sorgen müsse, dass Bockum-Hövel nicht abgehängt werde. Sie habe den politischen Auftrag erhalten, sich im Rahmen der Zentrumsentwicklung aber auch für den Standort direkt einzusetzen und ihn zum Beispiel bei der Expo Real zu präsentieren. 

Investoren haben sich noch nicht vorgestellt

Zu einer möglichen Nachnutzung sagen Wobedo wie Chatha: „Wir unterstützen und freuen uns über seriöse Investoren, die ein sinnvolles und tragfähiges Konzept für das Gebäude des St.-Josef-Krankenhauses haben. Aber bisher hat sich noch niemand vorgestellt. Wenn es Schwierigkeiten gibt, würden wir auch jeden bei der Hand nehmen und bis zur St.-Franziskus-Stiftung gehen. Aber seriös muss der Investor sein, denn ausprobieren können wir in diesem Fall nicht.“ Zudem müsse das Konzept auch mit dem Rahmenplan übereinstimmen, der mit den Bürgern erarbeitet werde, ergänzt Chatha.

Direkte Busverbindung

Schließlich verspricht die Bockum-Höveler SPD, sich dafür stark zu machen, dass die Bockum-Höveler Bürger auch in Zukunft die in der St.-Barbara-Klinik zentralisierten medizinischen Leistungen erreichen können. Wesentlicher Baustein dafür sei eine direkte Busverbindung von Bockum-Hövel nach Heessen. „Eine komplette Ringbuslinie muss kommen“, heißt es in dem Positionspapier. 

Am Ende liege die Verantwortung bei der St.-Franziskus-Stiftung, wenn es um den Verkauf des Gebäudes an einen Investor oder den Abriss gehe, so Chatha und Wobedo.

Unterschiedliche Auffassungen

Dass die SPD erst jetzt ein Positionspapier zum „St. Jupp“ verfasst, erklärt Wobedo mit den unterschiedlichen Auffassungen dazu im Ortsverein. „Wir haben dieses Papier jetzt fast einstimmig verfasst und wollen künftig mit einer Stimme dazu sprechen“, so Wobedo. Chatha wünscht sich, dass auch die CDU als Partner in der Großen Koalition eindeutig Stellung bezieht.

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