Zum Erhalt von "St. Jupp" gründet sich Bürgerinitiative

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Zum Erhalt des St.-Josef-Krankenhauses wird jetzt eine Bürgerinitiative gegründet.

Bockum-Hövel - Die geplante Schließung des St.-Josef-Krankenhauses will die Interessengemeinschaft zu dessen Erhalt auch weiterhin nicht ohne Gegenwehr hinnehmen und plant, eine Bürgerinitiative zu gründen, um den Druck weiter zu erhöhen.

Zudem findet das Bockum-Höveler Krankenhaus jetzt auch Eingang in eine Serie bei Sat 1, die sich mit der Verschlechterung der ärztlichen Versorgung und einem bundesweit inzwischen deutlichen Abbau von Betten beschäftigt. Dazu war in der vergangenen Woche ein Team des Senders vor Ort. Ein genauer Sendetermin steht noch nicht fest.

„Bockum-Hövel steht und fällt mit diesem Krankenhaus. Wir brauchen mehr medizinische Versorgung und wollen mit der Mehrzahl der Bockum-Höveler Bevölkerung diese im St.-Josef-Krankenhaus erhalten“, hat Marina Weber, Sprecherin der Interessengemeinschaft für den Erhalt des St.-Josef-Krankenhauses, jetzt noch einmal in einem Brief an Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann festgestellt. Nach wie vor bezweifelt die IG die Aussage der St.-Franziskus-Stiftung, das Gebäude sei wirtschaftlich nicht sanierbar. Auf einen Betrag zwischen 15 und 20 Millionen Euro hatte die Stiftung den Betrag beziffert.

„Wir hätten gerne einmal Einblick in das Haus, um unabhängig beurteilen zu können, welche Investitionen erforderlich sind. Schließlich ist es das jüngste Krankenhaus in Hamm“, sagt dazu auch SPD-Ratsherr Hartmut Weber. „Wie kann man im Jahr 2009 ein Krankenhaus übernehmen, ohne zu sehen, dass es angeblich einen solchen Investitionsstau gibt?“, fragt er. „Wir haben ja nur die Aussage der Klinik selbst. In Hamm gibt es wesentlich ältere Häuser, die noch betrieben werden, wie zum Beispiel das St.-Marien-Hospital.“

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Das mangelnde Vertrauen in die Aussagen der Franziskus-Stiftung untermauern Marina und Hartmut Weber mit den Zusagen zum Erhalt von „St. Jupp“, die gebrochen worden seien. So hatte Weihbischof Dieter Geerlings im Jahr 2011 anlässlich der Einweihung der für 3 Millionen Euro gebauten neuen Urologie gesagt: „Die Zahlen sind nicht das einzige, das in einem Krankenhaus Bedeutung hat.“ Bei medizinischen Leistungen müsse immer der Mensch im Mittelpunkt stehen.

Durch den Zusammenschluss mit der St.-Barbara-Klinik solle St. Josef als Stadtteilkrankenhaus weiter gestärkt werden, hieß es damals auch. Die Geschäftsführer, Frank Lohmann und Matthias Kaufmann hatten betont, dass durch die Fusion die Weichen für eine langfristig gesicherte, wohnortnahe Patientenversorgung gestellt worden seien. „Die Menschen sollen sehen, dass wir in Bockum-Hövel fest verwurzelt sind und auch dauerhaft als Stadtteilkrankenhaus bestehen werden“, so Lohmann damals.

Nichts davon sei eingehalten worden. Heute könne man daher vermuten, dass die Schließung schon damals beabsichtigt gewesen sei, so Weber. Jetzt erwarte man vom Träger, dass er aus Verantwortung für den Standort aktiv nach einem Investor suche und nicht nur auf den Rahmenplan verweise. Der werde dann 2019 vermutlich den Abriss des Hauses empfehlen, mutmaßt Weber.

Marina Weber kündigte für Ende Februar oder Anfang März die Gründung der Bürgerinitiative für den Erhalt des St.-Josef-Krankenhauses an. Inzwischen habe die Interessengemeinschaft mehr als 6 500 Unterschriften gesammelt. Darunter seien auch die 700 Unterschriften, die die Rentnerin Renate Hesse alleine zusammengetragen hatte (WA berichtete). Neue Listen würden nicht mehr ausgelegt. Noch immer kämen aber Listen mit Unterschriften zurück.

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