Auf Abstand im Fairkaufhaus: Caritas öffnet wieder das Geschäft an der Oswaldstraße 21

Mit Mundschutz und Handschuhen kümmern sich Mira Schneider (links) und Mechthild Batzel im Fairkaufhaus seit Montag wieder um die Kunden. Vor der Kasse ist – wie in anderen Geschäften – eine Scheibe aufgebaut.
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Mit Mundschutz und Handschuhen kümmern sich Mira Schneider (links) und Mechthild Batzel im Fairkaufhaus seit Montag wieder um die Kunden. Vor der Kasse ist – wie in anderen Geschäften – eine Scheibe aufgebaut.

Eine Woche nach all den anderen kleineren Geschäften hat auch das Fairkaufhaus der Caritas an der Oswaldstraße 21 wieder geöffnet. Dort gibt es zu einem kleinen Preis vor allem Kleidung, aber auch viele andere Dinge aus zweiter Hand, die gespendet wurden. Und hier können sich Menschen in schwierigen Lebenslagen Rat holen.

Bockum-Hövel – Elisabeth Wulf von der Caritas hat das Fairkaufhaus mit aufgebaut und berichtet, etliche Kunden hätten bereits gesagt, sie seien froh über die Öffnung. Obwohl es ruhig angelaufen sei, habe man am Ende des ersten Tages rund 50 Kunden gezählt. Auch der Umsatz sei angesichts des Monatsendes gut gewesen.

Dieter Staufenbiel leitet als hauptamtlicher Mitarbeiter das Fairkaufhaus von Anfang an. Er berichtet, dass sich schon am ersten Tag nach der Öffnung viele neue Kunden angemeldet hätten, um eine Einkaufskarte zu bekommen. Die können Menschen erhalten, die Sozialleistungen beziehen. Ihnen wird 50 Prozent Rabatt gewährt. Ob sich dabei schon die Folgen der Corona-Krise mit Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit zeigten, könne man jetzt noch nicht feststellen, sagt Wulf.

Einkaufen kann im Fairkaufhaus übrigens jeder. Gerade jetzt ist das von großer Bedeutung, weil auch dem Fairkaufhaus einige Wochen Umsatz zur Refinanzierung der Kosten fehlen. Denn Miete und die Nebenkosten waren auch in den vergangenen Wochen während der Schließung aufzubringen.

Verkürzte Öffnungszeiten

Den Betrieb hat das Fairkaufhaus allerdings in eingeschränkter Form aufgenommen. Es ist zunächst nur nachmittags geöffnet. Zudem ist die Zahl der Kunden auf zehn beschränkt. „Wir haben hier zwar eine Verkaufsfläche von 300 Quadratmetern und dürften also 30 Kunden einlassen. Das wäre aber viel zu eng“, sagt dazu Wulf. In der Vergangenheit waren bei Öffnungszeiten auch am Vormittag bis zu 100 Kunden täglich im Fairkaufhaus.

Natürlich müssen auch die Kunden Mund- und Nasenschutz tragen. Wer noch keinen hat, bekommt ihn im Fairkaufhaus. „Viele Ehrenamtliche haben unterschiedliche Modelle genäht“, berichtet Wulf. Sie lieferten auch nach Bedarf nach. Das Personal trägt Mund- und Nasenschutz sowie Handschuhe. Außerdem ist eine Laufrichtung vorgegeben, um Kontakte auszuschließen. Das werde alles sehr gut angenommen, sagt Wulf.

Wenige Ehrenamtliche im Kaufhaus

Die Kunden werden zudem neuen Mitarbeitern im Verkauf begegnen. „Wir arbeiten am Anfang mit vielen Hauptamtlichen und nur wenigen jungen Ehrenamtlichen“, berichtet Wulf. Denn unter den Ehrenamtlichen seien die meisten im Rentenalter und gehörten damit der Risikogruppe an. Manche seien daher froh, dass sie nicht antreten müssten. Aber andere bedauerten es und seien sehr frustriert.

Sie hätten sich schon auf ihren Einsatz gefreut. Aber aus Fürsorge für sie, wolle man das nicht riskieren, so Wulf. Die Hauptamtlichen kommen vor allem aus anderen Bereichen wie beratenden Diensten. Wegen des Coronavirus kann dort nur eingeschränkt gearbeitet werden. Außerdem habe sich bereits eine neue Freiwillige gemeldet, die aufgrund der Corona-Krise arbeitslos geworden sei und sich jetzt im Fairkaufhaus ehrenamtlich engagieren wolle, sagt Wulf.

Hoffnung auf gute Taten

Ganz wichtig ist ihr, dass das Fairkaufhaus nach wie vor und gerade jetzt auf Spenden angewiesen ist. Um den Publikumsverkehr möglichst gering zu halten, verlege man die Spendenabgabe auf den Vormittag. „Hier können dann auch Ehrenamtliche zum Annehmen und Sortieren aktiv werden“, sagt Wulf.

Und sie bittet die Spender, um telefonische Rücksprache. „Ich kann verstehen, dass viele Leute jetzt zu Hause aufgeräumt haben und die Sachen loswerden wollen. Aber ich bitte um Verständnis, dass wir nicht alles auf einmal annehmen können“, sagt sie.

Verkauf und Spendenannahme

Das Fairkaufhaus hat zurzeit verkürzte Öffnungszeiten: montags bis donnerstags von 14 bis 18 Uhr und freitags von 10 bis 14 Uhr. Diese Regelung gilt zunächst für die ersten 14 Tage. Danach wird neu über die Öffnungszeiten entschieden. Wer Dinge abgeben möchte – sie sollen sauber und heile sein – wird gebeten, sich zuvor unter Telefon 8 76 05 10 zu melden, um einen Termin abzusprechen. Die Annahme erfolgt vormittags.

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