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Einbruch in Jet-Tankstelle mit brachialer Gewalt

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Von: Joachim Best

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Die zerstörte Eingangstür. © Best

Mit brachialer Gewalt gingen die Täter vor, die in die Jet-Tankstelle an der Römerstraße eindrangen und den Tresor aufhebelten.

Bockum-Hövel – Ihr Vorgehen in der Nacht zu Montag scheint eine neue Masche zu sein, Jet-Tankstellen aufzubrechen und den Tagesumsatz aus dem Tresor zu holen. Wie Pächter Bastian Schäfer berichtete, sei es der fünfte oder sechste Fall dieser Art gewesen. Aus Kollegenkreisen habe er gehört, dass unter anderem auch Tankstellen in Unna, Wuppertal und Bergkamen betroffen seien.

Die Täter waren offenbar gut ausgerüstet und sie kannten sich aus. Denn zunächst kletterten sie mithilfe von Aluminiumleitern aufs Dach, um dort die Alarmanlage des Gebäudes lahmzulegen. So gibt es laut Schäfer nur kurze Videosequenzen, auf denen sie zu sehen sind, bevor die Videokamera vom Strom getrennt wurde. Darauf seien sie vermummt und trügen Rucksäcke, in denen sie vermutlich ihr Werkzeug mitgebracht hätten.

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Täter wussten gut Bescheid

„Sie mussten gut Bescheid wissen, denn sie haben gezielt die Kabel gezogen“, berichtete ein Mitarbeiter einer Sicherheitselektrikfirma, der vor Ort die Alarmanlage wieder in Gang brachte. In früheren Fällen hätten die Diebe die Sirene auch noch mit Bauschaum ausgeschäumt. Das sei hier nicht der Fall gewesen. Sie hätten wohl dazugelernt.

Offenbar nicht genug, denn die Einbrecher setzten nicht alle Alarmvorrichtungen außer Kraft. Denn nachdem sie die Automatiktür brachial aufgehebelt hatten dauerte es nur kurze Zeit, bis die ersten Leute auf der Tankstelle auftauchten, um nach dem Rechten zu sehen. Um 2.15 Uhr, so teilte die Polizei mit, wurde der Tresor aufgebrochen. Dabei wurden die Diebe gestört. „Sie konnten nicht alles Bargeld mitnehmen und ließen die Leiter und Einbruchswerkzeug zurück“, berichtete Schäfer.

Rabiat mit Flex und Vorschlaghammer

Um den Tresor zu öffnen, mussten die Einbrecher ebenfalls mit intensiver Gewalt vorgegangen sein. „Sie haben daran massiv gewerkelt, aber sie hatten nur wenige Minuten Zeit“, stellte Schäfer fest. Er vermutet mit einer Flex und einem Vorschlaghammer.

Pächter Schäfer trägt den Einbruch mit Fassung. Zum Glück sei es kein Überfall gewesen, bei dem Mitarbeiter bedroht worden seien, sagt er. Auch das hat er bereits erlebt. Einem seiner Mitarbeiter habe ein Räuber eine Schusswaffe an den Kopf gehalten und ihn zum Hinknien gezwungen. Der Täter sei gefasst und nach einem halben Jahr vor Gericht gestellt worden. Der Richter habe ihn zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Dass der Täter den Gerichtssaal als freier Mann wieder habe verlassen können, habe ihn sehr geärgert, sagte Schäfer.

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In diese Jet-Tankstelle an der Römerstraße brachen Unbekannte in der Nacht zu Montag ein. © Best

"Haben eine tolle Stammkundschaft"

Auch in zwei weiteren Fällen sind Täter, die an der Jet-Tankstelle Öl klauen wollten, gefasst worden. Dabei hätten sogar Kunden mitgeholfen. „Wir haben hier eine tolle Stammkundschaft, die uns auch Hinweise gibt, wenn sie mal was hört“, so Schäfer. „Und wir haben hier ein tolles Team, das sich gegenseitig unterstützt“, ergänzt Berthold Westerhellweg, der an der Tankstelle arbeitet.

Die Polizei bittet unter Telefon 916-0 um Hinweise zu verdächtigen Personen und Fahrzeugen, die zwischen 1.45 Uhr und 2.20 Uhr in unmittelbarer Nähe des Tankstellengeländes aufgefallen sind.

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