Bieterverfahren statt neues Konzept

St. Jupp: Neubebauung als Ziel ausgegeben - "Tod eingeleitet"

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Die St.-Barbara-Klinik GmbH will das Grundstück von St. Jupp zum bestmöglichen Preis verkaufen.

Bockum-Hövel - Eine formalisierte Konzeptausschreibung zur Suche eines Investors für eine Nachnutzung des St.-Josef-Krankenhauses hatte die St.-Franziskus-Stiftung im Oktober angekündigt. Das scheint überholt zu sein.

Interessenten sollten darin darlegen, was sie in Sachen Nachnutzung des Gebäudes oder des Geländes planen, hieß es damals noch. In dem jetzt eingeleiteten Bieterverfahren geht es jedoch vorrangig um die „Neubebauung und Nutzung, die zur Attraktivierung des Stadtteilzentrums von Hövel beiträgt...“ Beim Verkauf soll der bestmögliche, also marktgerechte Preis erzielt werden. So jedenfalls wird es ganz zu Anfang in dem Verfahrensexposé zum Bieterverfahren als Ziel formuliert.

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Klar und deutlich schließt die St.-Barbara-Klinik GmbH als Ausloberin Nutzungen wie Spielhallen, Vergnügungsstätten, Erotikmärkte, Gartenbaubetriebe und Tankstellen aus. Ausdrücklich begrüßt werden „Nutzungen, die geeignet sind, langfristig positiv auf die lokalökonomische Struktur oder Infrastrukturausstattung des Stadtteils zu wirken (Besucherfrequenz, Arbeitsplätze, Wertschöpfung, Innovation, medizinische Versorgung, Bildung etc.).“

Abschluss bis Anfang 2020

Anfang 2020 soll das Verfahren abgeschlossen sein. Erst im weiteren Text der Auslobung wird auch eine mögliche Nachnutzung des Krankenhausgebäudes erwähnt. In den Bedingungen ist zudem festgehalten, dass der neue Eigentümer sein Bauvorhaben innerhalb von zwei Jahren umsetzen muss. Anfang des kommenden Jahres soll das Verfahren mit einem Vertragsabschluss beendet werden. Vorgesehen sind mehrere Bewerbungsrunden.

Rundgang um das St. Josef Krankenhaus Bockum Hövel

Zunächst sollen sich die Interessenten bis 29. März melden. Aus ihnen werden bis Mitte Mai jene ausgewählt, mit denen Verhandlungen geführt werden sollen. Sie erhalten die Möglichkeit, bis 30. Juli erste Angebote mit Entwurfskonzeptionen einzureichen. Ab dem 2. September soll eine Verhandlungsrunde mit allen Bietern folgen.

Finanzielle Leistungsfähigkeit nachzuweisen

Bis 10. Oktober soll dann eine Entscheidung über eine mögliche Reduzierung des Bieterkreises fallen, und die Bieter sollen gegebenenfalls aufgefordert werden, ihre Angebote und Entwurfskonzepte zu optimieren. Eine zweite Verhandlungsrunde ist Ende November mit den verbliebenen Bietern vorgesehen.

Nachweisen sollen die Bewerber auch ihre finanzielle Leistungsfähigkeit, und sie sollen Referenzobjekte vorlegen. Im gesamten Verfahren behält sich die St.-Barbara-Klinik GmbH vor, nach freiem Ermessen von einem Verkauf abzusehen, weil kein Konzept die Zustimmung findet, der angebotene Kaufpreis zu niedrig ist oder das Grundstück doch für andere Zwecke verwendet werden soll.

Bürgerinitiative maßlos enttäuscht

Die Mitglieder der Bürgerinitiative für den Erhalt des St.-Josef-Krankenhauses reagierten maßlos enttäuscht vom dem eingeleiteten Bieterverfahren. Damit sei der „Tod von St. Jupp“ eingeleitet.

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