Anlieger und Geschäftsleute sauer

Baustellen und Blitzer provozieren Chaos und Ärger in Bockum-Hövel

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Die Oberfläche der Hammer Straße wurde jetzt stellenweise abgefräst. Eine neue Deckschicht soll in den kommenden Tagen aufgebracht werden. Von den Seitenstraßen ist keine Zufahrt möglich.

Anlieger und Geschäftsleute in Bockum-Hövel ärgern sich aktuell über Baustellen und Blitzer in ihrem Stadtbezirk.

Bockum-Hövel – Den Unmut vieler Bockum-Höveler Bürger und Geschäftsleute zieht die Stadt gerade mit den Straßenbaumaßnahmen auf sich. Die Betroffenen wurden im Vorfeld nicht über die neueste Baustelle auf der Hammer Straße informiert und erfuhren davon erst aus dem Westfälischen Anzeiger. Die Zufahrt zu den Grundstücken war gar nicht oder nur sehr erschwert möglich, sodass viele Kunden die Geschäfte nicht oder nur nach langer Odyssee durch den Ort erreichten. Und auf der Umleitung über die Marinestraße stellte die Stadt zu allem Überfluss auch noch ihren Blitzeranhänger auf.

Am Montagmorgen begannen die Arbeiten für die Oberflächenerneuerung auf der Hammer Straße und sorgten prompt für Chaos. „Ein Paradebeispiel wie man einen Stadtteil lahmlegt und den Mittelstand in große Schwierigkeiten stürzt. Ich bin heute Morgen durchs Dorf gefahren: Totale Katastrophe“, schrieb dazu ein Gewerbetreibender, der seinen Namen nicht nennen möchte. „Durch die Baustelle rund ums Rathaus verliere ich aktuell zwischen 10 und 15 Prozent (wird diese Woche garantiert höher ausfallen)“, führte er weiter aus.

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„Das ist alles sehr schlecht geplant“

Ein anderer Betroffener ist Michael Dreher, Geschäftsführer von Orthopädie Dreher. Weder als Besitzer der Immobilie noch als Gewerbetreibender sei er im Vorfeld benachrichtigt worden. Er verweist darauf, dass seine Kunden ja zu einem großen Teil behindert seien und auch Wege von nur 100 Metern nicht bewältigen könnten. Sie müssten mit dem Auto bis vor die Türe fahren.

Die Zufahrt müsse irgendwie geregelt werden, zum Beispiel durch das Aufstellen von Schildern. „Das ist alles sehr schlecht geplant“, sagt Dreher.

Verkehrschaos an der Strackstraße

Ihrem Ärger machten auch Kunden der Autowerkstatt von Ron Kovak Luft. Sie hatten Termine unter anderem für einen Reifenwechsel ausgemacht. Einer von ihnen schilderte, dass er über mehrere Seitenstraßen versucht habe, zur Werkstatt zu gelangen. Sie seien durch Sperren komplett dicht gemacht worden oder man sei von Arbeitern nicht durchgelassen worden.

Ein Verkehrschaos erlebte er an der Strackstraße, wohin sich etliche Fahrer von Lieferdiensten verirrt und durch ihre Wendemanöver fast Unfälle verursacht hätten. Mehr als eine halbe Stunde lang habe er die Werkstatt umkreist. Am Ende sei er dann verkehrswidrig über den Bürgersteig gefahren, um an einer Sperre vorbeizukommen. Ähnlich erging es einen weiteren Kunden der Autowerkstatt. Auch er war mehr als eine halbe Stunde unterwegs, bis er an eine Sperre gelangte, die nicht bewacht war. „Jetzt kenne ich Bockum-Hövel, meinte er. Beide Autofahrer wollten ihre Namen lieber nicht nennen.

Der gepanzerte Blitzanhänger wurde an der Marinestraße aufgestellt und eingerichtet. Damit wird der Verkehr überwacht, der über eine der Umleitungen für die Straßenbaustellen in Bockum-Hövel geleitet wird.

"Abzocke" durch Blitzeranhänger

„Abzocke“, dieses Wort fiel immer wieder, wenn Passanten oder auch Bockum-Höveler Geschäftsleute über den Blitzeranhänger vor dem Schuhhaus Oles an der Marinestraße sprachen. Sie ist eine der Umleitungsstrecken für die aktuellen Straßenbaustellen. Hinzu kommt am Wochenende auch noch die Herbstkirmes auf dem alten Marktplatz, die zusätzlich dazu führt, dass der Parkraum im Höveler Zentrum knapp wird.

„Die Hammer Straße ist seit Jahren kaputt. Warum wurde die Fahrbahnsanierung nicht viel früher gemacht, bevor man im Höveler Zentrum angefangen hat zu bauen?“, war gestern eine häufig gestellte Frage. Sie vorzuziehen sei nicht möglich gewesen, teilte Stadtsprecher Tom Herberg auf WA-Anfrage mit. Im Sommer habe man ohnehin viele Baustellen in der ganzen Stadt und kleinere Maßnahmen in Bockum-Hövel gehabt, sodass man an der Kapazitätsgrenze gearbeitet habe. Daher sei die Oberflächenerneuerung von Teilen der Hammer Straße auf die Herbstferien gelegt worden. Das sei eine verkehrsärmere Zeit und es passe gut mit der Bauzeit von 14 Tagen.

Handzettel künftig die Lösung?

Herberg räumte ein, dass die Information darüber nur über die Medien erfolgt sei. Aber man denke jetzt darüber nach, die Anlieger auch bei solchen kleineren Maßnahmen zum Beispiel über Handzettel zu informieren.

Zur absoluten Sperrung der Hammer Straße sagte er, das sei in diesem Fall nicht anders hinzubekommen. Die Grundstücke sollten aber nur ein bis höchstens zwei Tage nicht zugänglich sein. Den Anliegern empfahl er, direkt mit der Baufirma vor Ort Kontakt aufzunehmen, um genaue Informationen zu bekommen oder vom Grundstück gelassen zu werden. Bei der Stadt seien bislang noch keine Beschwerden angekommen. „Im ersten Teil sind wir Donnerstag oder Freitag durch“, sagte Herberg.

Der Blitzer an der Marinestraße sei unabhängig von der Baustelle aufgestellt worden, weil die Strecke auch oft von Fußgängern und Fahrradfahrern genutzt werde. Im September habe es vonseiten der Anlieger die Bitte gegeben, dort stärker zu kontrollieren, weil auf der Straße gerast werde. Voraussichtlich bis Ende der Woche werde der Blitzer auf der Marinestraße stehen, kündigte Herberg an.

Aktuelle Straßenbaustellen in Bockum-Hövel:

Derzeit wird die Friedrich-Ebert-Straße zwischen Rudolf-Salchow-Weg und Rautenstrauchstraße erneuert und ist gesperrt.

Außerdem rückte in der vergangenen Woche die Kanalbaustelle Hammer Straße weiter, sodass die Hammer Straße zwischen Bülowstraße und Friedrich-Ebert-Straße nur noch in eine Richtung befahren werden kann.

Hinzu kam jetzt als dritte Baustelle in den Herbstferien die Straßenoberflächenerneuerung der Hammer Straße zwischen Bäumer Straße und Breslauer Straße. Sie erfolgt in zwei Bauabschnitten.

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