Neben Sachschäden wohl auch Prügel bei "Chaos-Tagen"

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Die Chaostage sorgen in Bockum-Hövel weiter für Gesprächsstoff.

Hamm - Bei den "Chaostagen" von Schweitzer- und Scholl-Schule ist es wohl nicht nur bei Sachbeschädigungen geblieben. Ein Betroffener berichtet, er sei von Teilnehmern verprügelt worden. Laut Polizei wird zwar ermittelt, aber nicht im direkten Zusammenhang mit den Chaostagen.

Die so genannten Chaostage an Albert-Schweitzer- und Sophie-Scholl-Gesamtschule sind in Bockum-Hövel immer noch Gesprächsthema. So wurde im Nachhinein bekannt, dass es mit reinen Sachbeschädigungen wohl nicht genug war. Ein Betroffener meldete sich bei unserer Zeitung, der am vergangenen Mittwoch, offenbar von Teilnehmern der Chaostage verprügelt wurde. Er ist Anwohner der Schulen und einige junge Männer hätten seine Mülltonne umgeworfen.

Darauf angesprochen, hätten die Jugendlichen den Anwohner sofort mit den Fäusten traktiert. Er habe diese Körperverletzung auch zur Anzeige gebracht, erklärt der junge Mann. Die Polizei ermittele zwar, stelle diesen Vorfall aber nicht in direkten Zusammenhang mit den Chaostagen, teilte eine Sprecherin der Polizei mit. Darüber hinaus seien die Täter unbekannt, die Ermittlungen entsprechend schwierig und ungewiss, hieß es weiter.

Zudem ist im Gespräch, dass in der Sophie-Scholl-Schule Fliesen mit einer ätzenden Flüssigkeit zerstört wurden, ebenso sämtliche Toiletten. Schulleiter Manfred Lindemann konnte das nicht bestätigen. „Die Schüler wollten wohl verhindern, dass die Lehrer am Mittwoch in die Schule kommen. Deshalb haben sie sämtliche Schlösser mit Sekundenkleber zugeklebt“, erklärte er. Die Schlösser hätten aufgebohrt und ersetzt werden müssen. Das sei schon ärgerlich genug gewesen. Auch ein gewisser Sachschaden sei dadurch entstanden.

Eine Mutter beklagt in dem Zusammenhang, dass nicht nur der Linienbus (hier unser Bericht), sondern auch ihr Auto beworfen und beschmiert worden sei. Sie habe Angst gehabt und von der Polizei sei nichts zu sehen gewesen.

Ein weiterer Leser beklagt die ungute Entwicklung, die die Chaostage an den beiden Schulen in den vergangenen Jahren genommen hätte. Aus harmlosen Scherzen hätten sich Vandalismus und Nötigung entwickelt, ganz zu schweigen von Sachschäden. Auch seien mehr als die letztlich zwei von der Abschlussfeier ausgeschlossenen Schüler „Täter“ gewesen, so der Leser.

Schuldzuweisungen von einer zur anderen Schule zu schieben, sei der falsche Weg, mit dem Problem umzugehen, sagt er weiter. In der Verantwortung seien hier aber nicht nur die Lehrer, sondern vor allem die Eltern. Erziehung dürfe nicht allein in die Schulen verlagert werden, so der Leser.

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