Streit im Rat

Anträge zum Erhalt von St. Jupp abgelehnt: "Keine Scheindiskussion mehr führen"

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Seit Jahren wird bereits über die anstehende Schließung des St.-Josef-Krankenhauses diskutiert.

Hamm - Zum wiederholten Mal war die geplante Schließung des St.-Josef-Krankenhauses in Bockum-Hövel Thema im Rat - und wurde wieder mal kontrovers diskutiert.

Die Linke und Pro Hamm hatten entsprechende Anträge gestellt, nach denen der Rat die Schließung des Klinikstandortes verhindern sollte und dabei die Kommunalisierung des Krankenhauses als Ziel verfolgt. Mit deutlicher Mehrheit wurden beide Anträge abgelehnt – auch vor dem Hintergrund, dass die St.-Franziskus-Stiftung die Schließung bereits beschlossen hat.

OB: Menschen "keinen Sand in die Augen streuen"

„Wir dürfen den Menschen in Bockum-Hövel keinen Sand in die Augen streuen“, sagte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann und eine Hoffnung wecken, die es definitiv nicht mehr gebe. Das sagte Hunsteger auch in Richtung Hartmut Weber. Der SPD-Ratsherr aus Bockum-Hövel hatte zuvor in seinem Redebeitrag die Position der SPD verdeutlich und erklärt, dass seine Fraktion für den Erhalt des Krankenhauses kämpfen werde.

Nach Webers Ansicht hätte das Krankenhaus eine Chance als Medizinisches Versorgungszentrum und spezialisiertes Infektionskrankenhaus. Die Corona-Krise habe gezeigt, dass weitere Krankenhausbetten nötig seien. Man stimme dem Antrag nur nicht zu, weil eine Kommunalisierung des Krankenhauses kein seriöser Ansatz sei. Entsprechend gab es auch seitens der SPD-Fraktion keine Stimme für die Erhaltungs-Anträge.

FDP und Grüne gegen Erhaltung des "Heiligen St. Jupps"

Der Verweis auf Corona erzürnte Ingo Müller (FDP). Während der Corona-Krise spiele das Krankenhaus keine Rolle in der Versorgung von betroffenen Menschen. Es sei unehrlich, mit den Gefühlen der Menschen zu spielen und daraus zu versuchen, einen politischen Nutzen zu ziehen. Fakt sei es, dass die medizinische Versorgung in Hamm durch die Entscheidung zur Schließung nicht schlechter werde.

Ein Argument, dass auch Karsten Weymann (Grüne) anführte. Durch die Zusammenlegung mit der Barbara-Klink gebe es keinen Betten- und Stellenabbau. Die Grünen seien sehr dafür, die medizinische Versorgung in Hamm zu verbessern. „Das gelingt aber nicht, wenn wir an dem Heiligen St. Jupp festhalten, sondern nur, wenn wir Ärzte ansiedeln. Dafür müssen wir sorgen“, so Weymann.

Anträge nur als Wählerfang zu verstehen?

Auch Oskar Burkert sah in dem Antrag von Pro Hamm und Linken lediglich einen populistischen Versuch, aus der längst beschlossenen Schließung Wahlkampfkapital zu schlagen. Zahlreiche Gutachten belegten, dass starke Einheiten mit vielen gebündelten Angeboten in der Krankenhauslandschaft notwendig seien. Nichts anderes geschehe in Heessen. Es gehe darum die bestmögliche medizinsche Versorgung den Menschen anbieten zu können.

Für Marion Josten (Linke) und Dr. Cevdet Gürle (Pro Hamm) hat die Gesundheitspolitik versagt, wenn eine medizinische Einrichtung wie das St.-Josef-Krankenhaus geschlossen wird. Es werde eine flächendeckende Versorgung benötigt, dass habe die Corona-Pandemie gezeigt.

Das letzte Wort in der Diskussion hatte schließlich Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann. Der Beschluss zur Schließung sei unumstößlich, das habe die Franziskus-Stiftung klar mitgeteilt „Jetzt dürfen keine Scheindiskussionen geführt werden, jetzt müssen wir das Beste für Bockum-Hövel erreichen“, sagte er.

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