Unterwegs auf der Kohlenbahntrasse

Ausgebremst auf der Suche nach den miesesten Radwegen in Bockum-Hövel

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Hindernis auf schönem Radweg: Die Poller kann man nicht umfahren, bemängelt Klaus-Peter Kappelt.

Bockum-Hövel - Die Suche nach den schlechtesten Radwegen geht weiter: Aber eigentlich lässt es sich gut die Kohlenbahntrasse entlang radeln, sagt der ADFC-Vorsitzende Klaus-Peter Kappelt. Trotzdem zählen Teile von ihr zu den miesesten Radwegen von Bockum-Hövel. 

Nein, mies ist dieser Fuß- und Radweg nicht. Sogar Klaus-Peter Kappelt, Vorsitzender des Kreisverbands Hamm des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs, lobt die Kohlenbahntrasse. Doch auch hier gibt es etwas zu meckern, stellte der Vertreter des ADFC fest, als er mit WA-Redakteur Joachim Best durch den Stadtbezirk Bockum-Hövel unterwegs war auf der Suche nach den miesesten Radwegen. 

Die Kohlenbahntrasse beginnt an der ehemaligen Zeche Radbod gegenüber der Straße An den Fördertürmen. Radfahrer und Fußgänger gelangen auf ihr bis in den Hammer Norden. Die Kohlenbahntrasse endet nach einer Bahnunterführung auf dem Grundhövelweg am Kleingarten Am Killwinkel. Eigentlich ist hier das Ideal verwirklicht: glatt und eben, bequem und sicher, abseits des motorisierten Straßenverkehrs und umgeben von viel Grün. Doch einige Stellen sollten aus Sicht eines Fahrradfahrers anders gestaltet werden. 

„Diese Stopper sind militant angebracht“

Klar ist, dass man bei der Querung der Römerstraße auf den Autoverkehr achten muss. „Aber diese Stopper sind hier wieder militant angebracht. Man könnte sie auch schräg einbauen. Dann wären sie besser passierbar“, sagt Kappelt zu den querstehenden Metallbügeln. Für Radler mit den beliebten Kinderwagenanhänger werden sie zu einem kaum zu überwindenden Hindernis. Und wenn es nur darum gehe, die Zufahrt von Kraftfahrzeugen auf den Weg zu verhindern, würde ein einfacher Pfosten genügen, sagt Kappelt.

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Ein Stück weiter quert die Kohlenbahntrasse den Goorweg, der auf die Straße Im Ruenfeld stößt. Vorfahrt achten muss nach alter Manier mal wieder der Radfahrer. Er wird auf der eigentlich vorbildlichen Verbindung ausgebremst. Kappelt meint, dass hier eine gute Gelegenheit wäre, Fahrradfahrern und Fußgängern Vorrang zu gewähren, zumal der Weg, der parallel zur Geinegge aus Richtung Schloss Ermelinghof kommt, an dieser Stelle endet. 

Außerdem ist die Kohlenbahntrasse Teil der Marathonstrecke, die alle Stadtbezirke durchquert und gerne genutzt wird. Temporeduzierung und Vorfahrt achten für die Autofahrer sowie eine niveaugleiche Weiterführung und eine deutliche Markierung des Radweges wären geeignete Maßnahmen. Gleiches gilt für die nächste Straßenquerung mit „militantem Hindernis“ am Graudenzer Weg. 

Mehr Rad- als Autofahrer?

An beiden Stellen zählte Kappelt testweise fünf Minuten lang die passierenden Autos und Fahrradfahrer. Am Goorweg ging es vier zu vier aus, am Graudenzer Weg drei zu vier zugunsten der Radler. „Ein weiteres Argument für die Verkehrswende“, meint Kappelt. Und er gibt gerade an dieser guten innerörtlichen Verbindung von Bockum-Hövel in den Norden zu bedenken: „Wir kümmern uns um touristische Routen. Aber wir müssen uns viel mehr um die Berufspendler kümmern.“

Nur wenige Meter fehlen

Am Grundhövelweg endet die Kohlenbahntrasse. Sie könnte als attraktive Verbindung nicht nur bis in den Norden, sondern bis in die Innenstadt weitergeführt werden. Über den Grundhövelweg, den Nordenheideweg, den Sudetenweg und den Bänklerweg gelangt man über wenig befahrene Straßen parallel zur Bahn fast bis zum Radweg Kornmersch. Doch am Ende liegt der Nordenfriedhof im Weg. Nur wenige Meter fehlen. Wünschenswert wäre hier eine Einigung mit der Kirchengemeinde, sodass der Friedhof wenigstens tagsüber zur Kornmersch hin geöffnet wird. Als Radfahrer könnte man sich dann den Nordenstiftsweg ersparen. Hier ist man ab dem Bänklerweg gezwungen, die Fahrbahn zu nutzen.

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