„Lieber ein abgeholzter Baum als ein toter Radfahrer"

Miese Noten für Radwege am Bockumer Weg

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Kreuzung Nordenstiftsweg, eine Problemstelle an einer für Radfahrer insgesamt problematischen Straße: Klaus-Peter Kappelt, Vorsitzender des Hammer Ortsvereins des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs, empfiehlt, den Bockumer Weg zu meiden.

Hamm-Norden – Der Bockumer Weg ist in dieser Form für Radfahrer eigentlich ungeeignet. Der ist Klaus-Peter Kappelt schon nach der ersten Fahrt klar.

Der Hammer Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) hat einen Vorschlag, wie die viel befahrene Verkehrsader besser gestaltet werden könnte.

Eine der schwierigen Stellen hat die Bockum-Höveler SPD vor einiger Zeit angesprochen: die Kreuzung von Bockumer Weg und Nordenstiftsweg. Die Radler, die von Bockum-Hövel aus am Nordenstiftsweg vorbei weiter auf dem Bockumer Weg fahren wollen, werden derzeit ein paar Meter in den Nordenstiftsweg geleitet, um dort eine Ampel zu nutzen. Das wollte die SPD im Bezirk ändern, aber die Stadt winkte ab: zu gefährlich. Kappelt sieht das ähnlich, kritisiert aber auch die derzeitige Regelung.

Radwegbreite ist Hauptproblem

Das Hauptproblem besteht für Kappelt in der Breite des Radweges. Die misst gerade mal einen knappen Meter – und das beinahe durchgehend. „Baulich angelegte Radwege sollen zwei Meter breit sein“, sagt Kappelt, „die Mindestbreite beträgt aber 1,50 bis 1,60 Meter.“ Die Folgen eines knapp einen Meter breiten Radwegs sind mehrschichtig.

Da ist laut Kappelt zum einen die Unsicherheit, die Radfahrer angesichts der Enge befällt. Ernster noch sind die Folgen für Begegnungen von Fußgängern und Radfahrern. Denn Radfahrer dürfen rechtlich gesehen den Radweg auf keinen Fall verlassen, Fußgänger ihren Bereich schon. Das sorge für Gefahrenpotenzial.

Klaus-Peter Kappelt ist Fahrrad-Fan.

Weitere Risiken liegen an der Nähe von Laternenmasten, Grünflächen, Bäumen und anderen Anlagen zum Radweg: Die Laterne, die fast auf der Grenze des Radweges steht, ist eine Bedrohung. Enge Kurven des Radweges sind es auch. Und da hat man die Ausgänge der vielen Geschäfte am Bockumer Weg nicht mal im Blick.

Kappelt sieht aber auch: Die Fahrbahnen des Bockumer Weges sind zu schmal, um dort einen Fahrradschutzstreifen anzulegen. Und auf dem Bockumer Weg fahren viel zu viele Autos, um sicher die Fahrbahn zu benutzen – die Stadtverwaltung spricht von 400 Autos in der Stunde. Was also tun?

Umbau der Radwege nötig

Die Lösung, die der Hammer ADFC-Chef sieht, besteht in einem Umbau der Radwege. „Man könnte auf einer Seite einen Radweg anlegen, der in beide Richtungen genutzt wird“, sagt Kappelt, „dafür müssten die Parkplätze an der Straße und die Bäume entfernt werden, dann wäre vermutlich Platz genug.“ Bäume weg – wirklich? Ja, sagt Kappelt und spitzt die Situation so zu: „Lieber ein abgeholzter Baum als ein toter Radfahrer.“

Einen praktischen Hinweis hat Kappelt für Radfahrer. Man könne den Bockumer Weg meiden, indem man über die Kornmersch direkt an den Lippewiesen Richtung Innenstadt fahre. Und über die alte Eisenbahntrasse bis zur Schottschleife und den Großen Sandweg ginge es recht sicher Richtung Münsterstraße und Heessen. Aber er weiß auch: „Auch wir Radfahrer nehmen gern die kürzeste Strecke.“

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