41-Jähriger muss lange ins Gefängnis

Blutige Messerattacke neben Hammer Kino: Das Urteil ist da

Erst beschäftigte der blutige Vorfall in der Königstraße zahlreiche Einsatzkräfte und danach über Monate die Justiz.
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Erst beschäftigte der blutige Vorfall in der Königstraße zahlreiche Einsatzkräfte und danach über Monate die Justiz.

Im Prozess um eine blutige Messerattacke auf einen bereits von der Polizei gefesselten Jugendlichen hat das Dortmunder Landgericht das Urteil gesprochen.

Dortmund/ Hamm – Der 41 Jahre alte Messerstecher wurde wegen versuchten Totschlags mit sechseinhalb Jahren Haft bestraft. Die Bluttat auf der Königstraße - in Sichtweite des Kinos - hatte im September 2019 für großes Aufsehen gesorgt.

Der Angeklagte und die Familie des später verletzten Jugendlichen hatten wohl schon seit längerer Zeit Streit miteinander. Und am Tattag eskalierte die Situation schließlich endgültig.

Der 16-Jährige soll zusammen mit zwei Begleitern zuerst aggressiv geworden sein. Gemeinsam schlugen die jungen Männer auf den heute 41-Jährigen ein und fügten ihm zahlreiche Verletzungen zu. Der Angeklagte behauptete im Prozess sogar immer wieder, die Angreifer hätten ihm auch mit einem Messer angegriffen. Dies ließ sich am Ende jedoch nicht beweisen.

Polizeieinsatz in der Königstraße

Polizeieinsatz in der Königstraße

Messerstecher aus Hamm verurteilt: Polizeischüsse stoppen Täter

Tatsache ist, dass die Polizei gerufen werden musste, um den Tumult zu beenden. Der 16-Jährige wurde gefesselt, der Angeklagte kam in einen ebenfalls alarmierten Rettungswagen und wurde behandelt.

Was dann geschah, ist jedoch kaum zu glauben. Der 41-Jährige verließ den Rettungswagen, begab sich in seine Wohnung und kam mit einem Messer wieder zurück. Dann stürmte er auf den immer noch gefesselten Jugendlichen zu und versetzte ihm mehrere Messerstiche. Erst Schüsse aus der Dienstpistole der völlig überraschten Polizeibeamten stoppten den 41-Jährigen.

Messerstecher aus Hamm verurteilt: „panisch, blutüberströmt, halb tot“

Der Angeklagte hatte bis zuletzt darauf beharrt, dass nicht er, sondern die anderen Beteiligten die eigentlichen Täter in diesem Fall seien. Nach den Schlägen und Tritten sei er „panisch, blutüberströmt und halb tot“ gewesen, hatte er auch in einem Brief an den Leitenden Oberstaatsanwalt Dortmunds geschrieben. In dieser Situation aus Angst, Wut und Schmerzen habe er gar nicht bemerkt, dass der Jugendliche bereits gefesselt war. Ja nicht einmal von der Anwesenheit der Polizei will der Mann etwas mitbekommen haben.

Diese Geschichte nahmen ihm die Richter am Ende jedoch nicht ab. Der 41-Jährige hat jetzt noch die Möglichkeit, gegen das Urteil Revision einzulegen. In diesem Fall müsste sich auch noch der Bundesgerichtshof mit der Bluttat von der Königstraße beschäftigen.

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