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Anhänger-Blitzer löst in Hamm mehr als 15.000 Mal aus

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Von: Markus Hanneken

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© Wiemer

Hamm - Seit einem halben Jahr geistert der jüngste Autofahrer-Schreck der Stadt durch die Hammer Straßen. Jetzt ist klar: Der Enforcement Trailer – besser bekannt als Blitzeranhänger – hat seine Anschaffungskosten bereits locker wieder „eingespielt“.

Die nackten Zahlen zeigen, dass der Blitz in dem Hightech-Wagen seit Anfang Juli genau 15.285 Mal ausgelöst wurde. Davon seien mehr als 600 Fahrzeugführer mindestens 21 Kilometer pro Stunde zu schnell gewesen, bilanziert ein Stadtsprecher auf WA-Nachfrage.

Konkrete Summen aus Verwarn- und Bußgeldern könne man zwar nicht nennen – aber: Ausgehend vom durchschnittlichen Bußgeld des Vorjahres (25,91 Euro) errechne sich eine Summe von rund 350.000 Euro und damit eine grobe Annäherung an die Einnahmen.

Die rund einmonatige Testphase zuvor ist hier nicht berücksichtigt. Die Anschaffungskosten für diese bundesweit eingesetzten Trailer betragen nach WA-Informationen rund 150.000 Euro.

Wie Stadtsprecher Lukas Huster betont, werden mit dem Einsatz des Blitzeranhängers jedoch keine wirtschaftlichen Interessen verfolgt. Vielmehr biete er eine gute Möglichkeit, bei geringem personellem Aufwand über einen längeren Zeitraum – die Maschine arbeitet weitgehend selbsttätig – Erkenntnisse über Verkehrsverhalten und potenzielle Gefahren zu erhalten. Auch die Rückmeldungen aus der Bevölkerung, insbesondere von Anwohnern in kontrollierten Straßen, seien sehr positiv. Huster: „Dahingehend hat sich der Trailer für uns bereits ‘gerechnet’.“

Die gravierendsten der 40.000 verzeichneten Verstöße wurden auf der Lipperandstraße, auf der Bülowstraße und auf dem Caldenhofer Weg begangen. Die ertappten Fahrer fuhren dort zwischen 65 und 98 km/h schneller als erlaubt. In allen drei Fällen wurden zwei Punkte in Flensburg, ein dreimonatiges Fahrverbot und eine saftige, hoch dreistellige Geldbuße fällig. (Weitere "Rekordzahlen unten im Artikel!)

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© Wiemer

Auch wenn die Zahlen nicht an allen Standorten gleich ergiebig waren, so bewertet der Stadtsprecher doch alle bisherigen Platzierungen als wichtig – „da sie entweder auf Anregungen aus der Bevölkerung, aus der Verkehrssicherheitskonferenz oder auf interne Überlegungen zurückgehen“. Je nach Ergebnis der Messung würden diese eben bestätigt oder widerlegt. Eine besonders geringe Verstoßquote wurde übrigens auf der Fangstraße ermittelt (1 Prozent), besonders hohe (25 Prozent) auf der Heinrichstraße und auf der Nordstraße.

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Standort-Wiederholungen sind übrigens grundsätzlich nicht auszuschließen. Huster: „Dadurch kann der Kontrolldruck bei Punkten mit hohen Verstoßquoten erhöht werden, sodass möglichst ein Lerneffekt bei zu schnellen Fahrzeugführern eintritt.“

Störungen des Trailers durch Bürger, wie sie vor allem zum Start festgestellt wurden, gibt es nach Stadtangaben inzwischen kaum noch. Mehr noch: „Wir konnten auch mehrfach beobachten, dass Anwohner von sich aus derartige Aktionen unterbunden haben – das ist ein deutliches Zeichen für die Akzeptanz der Kontrollen.“

Das sagt die Polizei zum Trailer:

Für die Hammer Polizei ist der Einsatz des Enforcement Trailers durch die Stadt eine sinnvolle Ergänzung der gängigen Tempokontrollen. Der Anhänger könne unauffällig an Örtlichkeiten aufgestellt werden, die mit der vorhandenen Technik bislang nur schwer zu überwachen waren (zum Beispiel Baustellen und Tempo 30-Zonen), erklärt Polizeipressesprecher Christopher Grauwinkel. Die Ergiebigkeit habe dabei keine Bewandtnis: Es gehe darum, Unfälle mit schweren Folgen zu verhindern.

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Die Hammer Polizei blitzt auch mobil. © Rother

Laut Grauwinkel stimmen sich Stadt und Polizei bei den Kontrollen ab. Beide Institutionen stünden im ständigen Kontakt und tauschen sich zu „sinnvollen und notwendigen Messstellen“ aus. Dabei würden auch begründete Beschwerden aus der Bevölkerung berücksichtigt, die bei beiden Behörden eingehen. Die Stadt setzt mehrere Blitzer ein, die Polizei nur einen. Zusätzlich überwacht die Polizei schwerpunktmäßig das Überschreiten der Geschwindigkeit mit mobilen Lasergeräten.

Trailer-Rekordzahlen aus Hamm:

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