Bilanz für die Unnaer Straße

Ein einziger Blitzer bringt der Stadt Hamm 400.000 Euro ein

Blitzersäule an der Unnaer Straße in Hamm-Freiske.
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Trotz des steigenden Bekanntheitsgrads eine sichere Einnahmequelle für die Stadt: Die Blitzersäule an der Unnaer Straße spielte im vergangenen Jahr Bußgelder in Höhe von rund 400.000 Euro in die Stadtkasse ein.

Allein in Freiske hat die Stadt Hamm im vergangenen Jahr rund 400.000 Euro eingenommen. Als „Sammelgerät“ diente dabei ein stationärer Blitzer.

Hamm - Über 13.000-mal löste das Geschwindigkeitsmessgerät an der Unnaer Straße im Lauf des Jahres 2020 aus. Der Geldbetrag ist ein „hochgerechneter“ Wert. Da keine detaillierte Auswertung der Temposünden erfolge, ziehe die Stadt die durchschnittliche Bußgeldhöhe von 29,58 Euro heran, so ein Stadtsprecher.

Ob es am Lockdown, am erzieherischen Effekt oder am gestiegenen Bekanntheitsgrad der grau-schwarzen Säule liegt, ist unklar - jedenfalls sind die Zahlen an diesem Messgerät im Vergleich zu 2019 deutlich zurückgegangen. Im Vorjahr löste der Blitzer rund 15.500-mal aus und spülte so 450.000 Euro (bei einer Durchschnittssumme von 28,80 Euro) in die Stadtkasse.

Geblieben ist das Ungleichgewicht zwischen den Fahrtrichtungen. Erneut erwischte die Stadt in Fahrtrichtung Bönen deutlich mehr Raser als in Fahrtrichtung Hamm. Das dürfte weniger am Verlangen nach einer schnelleren „Flucht“ aus Hamm liegen, sondern vielmehr an der Tücke des Standorts.

Denn wer weiß schon oder rechnet damit, dass die Säule am Straßenrand in Richtung Hamm auch die andere Spur im Blick hat. Wer sich hier in Sicherheit wiegt, erlebt eine böse Überraschung. So sind von den rund 13.000 erwischten Verkehrsteilnehmern an dieser Stelle 9000 in Richtung Bönen unterwegs gewesen. Im Jahr davor waren es noch 11.000. Das bedeutet, dass in 2020 rund 275.000 Euro auf dieser Fahrspur fällig wurden.

Platz zwei im Säulen-Ranking der Stadt Hamm

Im Sommer 2017 wurde an dieser Stelle das Tempolimit von 70 auf 50 herabgesetzt. Diese Tatsache sowie der Einbau der Technik, in beide Richtungen messen zu können, katapultierte das stationäre Messgerät in Rekordtempo auf Platz zwei im Säulen-Ranking der Stadt Hamm hinter dem Primus an der Zollstraße in Uentrop. Anfangs tappten in Freiske fast 5000 Verkehrsteilnehmer im Monat in die Falle. Das hat sich mittlerweile auf ein Niveau von etwa 1000 Rotlicht-Blitzen im Monat verringert.

Blitzen in beiden Fahrtrichtungen ist übrigens eine Luxus-Ausstattung für die Blitzersäulen. Das funktioniert längst nicht überall. Die zweite Säule im Stadtbezirk Rhynern an der Werler Straße in Berge kann dies nicht. Sie überprüft dafür auch Rotlichtfahrten an der Kreuzung bei McDonald´s.

Pendler und Auswärtige „beste Kundschaft“

Die Stadt Hamm unterscheidet in ihren Statistiken aber nicht zwischen den Verstößen, sondern wertet nur die Säule insgesamt aus. Hier dürfte sich tatsächlich der Lockdown niederschlagen.

Dürfte das Messgerät bei der heimischen Bevölkerung weitgehend bekannt sein, so bringen zumeist die vielen Pendler und Auswärtigen, die über die Werler Straße fahren, „Kundschaft“ für den Blitzer. Und diese Zahl ist von 4500 in 2019 auf 2800 in 2020 gesunken. Das heißt, dass die Stadt Hamm an der Werler Straße im vergangenen Jahr rund 50.000 Euro weniger eingenommen hat. Waren es 2019 noch rund 130.500 Euro, so waren es 2020 knapp 80.500 Euro. Auch bei dieser Berechnung wurde wieder die durchschnittliche Bußgeldhöhe von 29,58 Euro (in 2020) und 28,80 (in 2019) herangezogen.

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