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Bombenfunde in Hamm: Blindgänger parallel entschärft - auch Personen in Quarantäne evakuiert

Im Hammer Norden sind am Montag zwei Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft worden.
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Im Hammer Norden sind am Montag zwei Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft worden.

In Hammer Norden sind am Montag bei Bauarbeiten zwei Blindgänger entdeckt worden. Sie wurden am Abend entschärft. Die Evakuierung in dem Bereich war umfangreich.

Hamm - Der Kampfmittelräumdienst hat am Montag im Rahmen von Sondierungsmaßnahmen im Hammer Norden eine 250 Kilogramm und eine 500 Kilogramm schwere Sprengbombe aus dem 2. Weltkrieg entdeckt. Die Blindgänger lagen zwischen der Münsterstraße und dem Radbodsee in einem Abstand von nur etwa 200 Metern südlich des Wegs Kornmersch. Um die beiden Blindgänger wurde ein Radius gezogen. Alle, die in diesem Bereich wohnen, mussten ihre Häuser und Wohnungen verlassen – rund 2000 Hammer waren davon betroffen.

Der Evakuierungsradius bzw. Sperrbezirk für den Bombenfund im Hammer Norden. Sie sehen darauf die beiden Fundorte (VM 1 und VM 2), drei Räumbezirke und die Straßensperren. Ein Klick rechts oben in das Bild zeigt die komplette Karte.

Bombenfund in Hamm: Evakuierung unter Corona-Bedingungen

Darunter auch 15 Personen, die wegen der Corona-Pandemie unter Quarantäne stehen, sie wurden unter Infektionsschutzbestimmungen zur Johannesschule gebracht. Mitarbeiter von DRK und Feuerwehr nahmen in besonderen Schutzanzügen Kontakt zu den Personen auf und geleiteten sie in die Schule. Einige Quarantäne-Personen durften mit ihren eigenen Fahrzeugen zu der Sammelstelle fahren und das Fahrzeug nur unter Anweisung verlassen. Sie harrten einzeln in den Klassenräumen aus. Für alle anderen Bewohner des betroffenen Bereichs hatten die Helfer am Galilei-Gymnasium eine Betreuungsstation eingerichtet.

Um 17 Uhr starteten die Evakuierungsmaßnahmen. 150 Polizisten, Feuerwehrleute und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen waren daran beteiligt. Über vier Stunden dauerten die Maßnahmen – auch weil zahlreiche Krankentransporte durchgeführt werden mussten. Rund 200 Personen kamen in die Sammelstelle am Galilei-Gymnasium. Die Stimmung unter den Betroffenen war durchweg gelassen und ruhig.

Bombenfund im Hammer Norden - Evakuierung und Entschärfung

Bombenfund im Hammer Norden - Evakuierung und Entschärfung

Blindgänger im Hammer Norden parallel entschärft

Gegen 21.25 Uhr war die Evakuierung abgeschlossen. Etwa eine halbe Stunde benötigten Feuerwerker Karl-Heinz Clemens und seine Kollegin Barbara Bremmer von der Bezirksregierung Arnsberg, um den Zünder unschädlich zu machen. Kräfte des THW hatten zuvor den Bereich ausgeleuchtet. Die beiden Kampfmittelbeseitiger arbeiteten parallel jeweils an einer Bombe. Um 21.55 Uhr gab es Entwarnung. Die Straßensperren wurden aufgehoben und die Bewohner konnten wieder zurück in ihre Häuser und Wohnungen.

Karl-Heinz Clemens zog am Ende der Aktion ein positives Fazit. „Die Bomben ließen sich problemlos entschärfen, es ist alles gut gelaufen.“

Bombenfund im Hammer Norden: Die Entwicklungen des Abends im Ticker

21.55 Uhr: Die Sperrungen sind wieder aufgehoben, die Anwohner dürfen allmählich zurück in ihre Wohnungen und Häuser.

21.45 Uhr: Aufatmen im Hammer Norden - die Bomben sind entschärft!

21.22 Uhr: Es geht los. Die Evakuierung ist abgeschlossen. Polizei und Feuerwehr geben grünes Licht! Karl-Heinz Clemens von der Kampfmittelbeseitigung der Bezirksregierung Arnsberg kann nun damit beginnen, die beiden Bomben zu entschärfen.

20.34 Uhr: Ein Bezirk ist inzwischen komplett evakuiert. Die COVID-Patienten wurden alle in ihre eigene Sammelstelle gebracht. In den anderen zwei Evakuierungsbezirken müssen nur noch wenige Krankentransporte vorgenommen werden. Sind diese abgeschlossen, werden die Bezirke noch einmal von der Polizei durchstreift. Niemand darf sich bei der Entschärfung der beiden Bomben in den Bezirken aufhalten. Gib die Polizei grünes Licht, kann der Kampfmittelräumdienst mit der Arbeit beginnen.

20.05 Uhr: Nach wie vor läuft die Evakuierung. Und auch nach wie vor können die Verantwortlichen keine Prognose abgeben wie lange es noch dauert. In der Sammelstelle ist die Stimmung ruhig. Die Menschen sitzen mit Abstand beieinander und hoffen, dass sie bald wieder in ihre Wohnungen zurück dürfen.

Die Stimmung an der Sammelstelle im Galilei-Gymnasium ist entspannt.

19.18 Uhr: Die Evakuierung geht nur langsam voran. Noch ist deshalb völlig unklar, wann alle drei Einsatzbereiche geräumt und kontrolliert sind. Erst dann kann die eigentliche Entschärfung der beiden Bomben beginnen. Eine Prognose über die zeitliche Dauer geben die Einsatzkräfte nicht ab.

19.04 Uhr: Bis auf ganz wenige Ausnahmen verläuft die Evakuierung friedlich. Die meisten Bürger zeigen sich verständnisvoll und kooperativ und folgen den Anweisungen von Polizei und Feuerwehr. Viele finden auch Unterschlupf bei Freunden oder Familienangehörigen.

18.44 Uhr: Die Sammelstelle am Galilei-Gymnasium füllt sich nur spärlich. Aktuell harren dort rund 60 Personen aus.

An der Sammelstelle Galilei Gymnasium warten Anwohner auf die Entschärfung.

18.30 Uhr: Auf den Strecken rund um die Straßensperrungen staut sich der Verkehr. Insbesondere an der Radbodstraße, wo gerade auch noch eine Baustelle eingerichtet ist, brauchen Autofahrer Geduld. Wer kann, sollte den Bereich großräumig umfahren.

18 Uhr: Nach und nach kommen Bewohner zur Sammelstelle. Sie stellen sich auf einen langen Abend ein. Die Verantwortlichen beim DRK gehen davon aus, dass rund 200 Bewohner des Evakuierungsgebietes zum Galilei-Gymnasium kommen. Das DRK hat Kaffee, Wasser, Kinderspiele und etwas zu essen vorbereitet. Die Stimmung hier ist ruhig und gelassen. Etwas aufwändiger ist die Evakuierung von älteren Menschen oder einer Wohngruppe. Die oftmals auch an Demenz erkrankten Personen müssen mit Extrafahrzeugen vom DRK abgeholt werden. Da alles unter Corona-Bedingungen stattfinden muss, dürfte die Evakuierung etwas länger dauern. Abstände müssen eingehalten und auf Mund und Nasenschutz geachtet werden

17.47 Uhr: Feuerwehr-Einsatzleiter Jens Röer geht geht von einem „sehr langen Abend“ aus. 19 Uhr als Beginn der Entschärfung sei nicht machbar; auf eine Prognose lässt er sich aber nicht festlegen. In der Sammelstelle im Galilei-Gymnasium trudeln derweil die ersten Evakuierten ein. Alles läuft sehr entspannt.

Einsatzbesprechung der Feuerwehr.

17.42 Uhr: Weil es im Bereich der Fundorte nachher stockdunkel sein wird, werden Kräfte der Technischen Hilfswerks (THW) die beiden Einsatzstellen ausleuchten

17.35 Uhr: Im Einsatz sind heute Abend insgesamt 150 Kräfte des THW, des DRK, des Ordnungsamts, der Polizei, des Tiefbauamts und natürlich der Feuerwehr (Einsatzbereiche Norden, Heessen, Mitte, Bockum, Mark, Westtünnen, Pelkum, Lerche plus Verpflegungszug und die Informations- und Kommunikationseinheit). Jens Röer, Einsatzleiter der Feuerwehr, bedankt sich ausdrücklich und besonders für die reibungslose Zusammenarbeit mit dem Schulamt. 

Am Galilei-Gymnasium sammeln sich die Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr und der Polizei.

17.29 Uhr: Insgesamt müssen knapp 2000 Personen ihre Häuser und Wohnungen verlassen. 15 von ihnen haben aktuell Quarantäne-Auflagen; sie werden - wie schon mitgeteilt - unter besonderen Infektionsschutzauflagen abgeholt und auch wieder zurückgebracht.

17.20 Uhr: Seit wenigen Minuten sind die Trupps unterwegs, die in den Absperrbezirken von Haus zu Haus ziehen und dafür Sorge tragen sollen, dass alle von der Evakuierung Betroffenen tatsächlich ihre Wohnungen verlassen haben. In Kürze werden die Polizei und das Ordnungsamt mit der Sperrung der Straßen beginnen.

Unübersehbar: Die Kampfmittelräumer sind da. Im Hintergrund eine der beiden Einsatzstellen.

17 Uhr: Die Evakuierung dürfte in diesen Minuten beginnen. Wir versuchen herauszufinden, ob das tatsächlich auch so klappt.

Eine Liste aller betroffenen Straßen und Hausnummern finden Sie mit einem Klick auf diesen Link.

16.35 Uhr: Erstmals haben die Helfer das Problem, dass auch Corona-Quarantäne-Fälle evakuiert werden müssen. Diese Betroffenen werden unter entsprechenden Schutzbedingungen abgeholt und zu einem bestimmten Sammelpunkt gebracht. Die Personenzahl ist noch nicht bekannt.

16.15 Uhr: Es handelt sich um amerikanische Blindgänger. Die 500-Kilo-Bombe liegt in einer Tiefe von 4,60 Metern, die 250-Kilo-Bombe in 2,70 Meter Tiefe. Bei der leichteren könnte es laut Karl-Heinz Clemens Probleme geben: Sie liegt in einem Sandboden, und möglicherweise seien die Zündsysteme stark oxydiert und schwierig rauszukriegen.

Die Kampfmittelexperten aus Arnsberg bereiten einen der Fundorte vor.

16 Uhr: Vor Ort ist der Kampfmittelexperte Karl-Heinz Clemens, der in Hamm schon dutzende Blindgänger erfolgreich entschärft hat. Er hofft, dass er schon gegen 19 Uhr mit der Entschärfung beginnen kann. Beide Bomben werden nacheinander entschärft; die Reihenfolge steht noch nicht fest.

15.45 Uhr: Die Stadtwerke informieren: Wegen des Bombenfunds ist ab 17 Uhr der Nordenstiftsweg und der Bockumer Weg für den Linienverkehr nicht befahrbar. Die Busse der Linien 2,4, R14 und S10 werden bis zur Aufhebung der Sperrung über den Großen Sandweg umgeleitet.

15.15 Uhr: Die Evakuierung von zahlreichen Anwohnern im betroffenen Gebiet soll am heutigen Montag gegen 17 Uhr beginnen. In Teilen betroffen sind auch der Nordenstiftsweg und der Bockumer Weg; sie müssen heute Abend zwischenzeitlich dicht gemacht werden.

Betroffene Bewohner sollen den Evakuierungsbereich möglichst selbstständig verlassen. Wer das aus gesundheitlichen Gründen nicht kann, sollte die Kräfte vor Ort ansprechen. Erst wenn alle Personen den Bereich verlassen haben, kann die Entschärfung beginnen. Die Feuerwehr bittet darum, von Rückfragen über die Notrufnummer der Feuerwehr und Polizei abzusehen. Eine Betreuungsstelle wird am Galilei-Gymnasium (Dr. Voßhage 1, 59065 Hamm) eingerichtet.

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