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Hoffen auf Biontech: Ali Ocak sucht nach einem Mittel gegen seinen Krebs

Hammer Ali Ocak und seine Frau Gülderen hoffen auf ein Mittel, das ihm gegen den Leber-Krebs hilft.
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Mobil machen auf allen Kanälen: Ali Ocak und seine Frau Gülderen hoffen auf ein Mittel, das ihm gegen den Leberkrebs hilft.

Der schönste und der schlimmste Tag im Leben von Ali Ocak liegen ganz nah beieinander. Am 28. Februar dieses Jahres wird seine Tochter Helin geboren. Zwei Tage später bekommt er die Diagnose Leberkrebs im fortgeschrittenen Stadium. Über die Sozialen Medien bittet seine Frau Gülderen um Hilfe und erregt so die Aufmerksamkeit vom Pharmaunternehmen Biontech.

Hamm – „Ich hatte Bauchschmerzen und fühlte mich nicht so gut. Ich dachte, es wäre die Aufregung“, erzählt der 31-Jährige aus Hamm. Denn Tochter Helin kommt sechs Wochen zu früh auf die Welt und muss auf die Neo-Intensivstation. Die Eltern bleiben in einem Familienzimmer in der Nähe ihres Babys.

UnternehmenBiontech
CEOUğur Şahin
Gründung2008, Mainz
HauptsitzDeutschland

Hoffen auf Biontech: Ali Ocak aus Hamm sucht nach einem Mittel gegen seinen Krebs

Als die Schmerzen nicht besser werden, meldet er sich in der Notfallambulanz. „Sie haben gesagt es sei ein Magengeschwür und mir Schmerzmittel gegeben“, erklärt Ocak. Als es nicht besser wird, folgen weitere Untersuchungen. Es stellt sich heraus, es ist Krebs. „Das war ein unglaublicher Schock. Wir konnten das überhaupt nicht verarbeiten. Er hatte bis dahin auch überhaupt keine Symptome“, sagt Gülderen Ocak und blickt zu ihrem Mann.

Die beiden sitzen nebeneinander auf der Terrasse ihres Hauses in der Nähe des Maxiparks in Hamm. Regen prasselt auf das durchsichtige Überdach und zwei elektrische Heizungen sorgen für Wärme. Es ist der einzige Ort, an dem sie momentan Besuch empfangen können. „Wir haben die ersten vier Monate nach der Diagnose das Haus nicht verlassen und unsere Familie nur durch die geschlossene Tür gesehen. Dabei hätte ich sie so gerne in den Arm genommen“, erzählt Ali Ocak. Aber er gilt als Corona-Risikopatient und muss besonders vorsichtig sein.

Ali Ocak aus Hamm hat Krebs: Erste Therapie schlägt nicht an - er schreibt Biontech

Während es Tochter Helin mittlerweile gut geht und sie die Eltern zu Hause auf Trab hält, hat die erste Therapie bei Ali Ocak nicht angeschlagen. Als er dann Anfang November plötzlich Blut spuckt und im Krankenhaus notoperiert werden muss, beschließt das Paar: Ali braucht mehr Hilfe. „Ich bin wirklich zufrieden mit der Uniklinik, in der ich gerade behandelt werde, aber eben nicht mit dem Ergebnis. Die letzte Untersuchung hat gezeigt, dass der Tumor größer geworden ist und gestreut hat“, erklärt der 31-Jährige aus Hamm.

Nur nicht unterkriegen lassen: Ali Ocak kämpft für seine Genesung – und hofft auf ein passendes Mittel.

Deshalb sind er und seine Frau auf der Suche nach einem anderen Medikament. Einem Medikament, das besser auf ihn abgestimmt ist, das es ihm ermöglicht, noch viel mehr Zeit mit seiner Tochter zu verbringen. Bei ihren Recherchen stoßen sie auf ein Medikament, an dem die Firma Biontech seit Langem arbeitet. „Wir haben Biontech dann eine Mail geschrieben, aber keine Antwort bekommen“, sagt Gülderen Ocak.

Hoffen auf Biontech: Pharmakonzern antwortet Ali Ocak aus Hamm

Aufgeben kommt für die junge Familie nicht infrage. So wendet sich die 26-Jährige über Instagram an ihre Freunde und Bekannte mit der Bitte, dass sie unter dem Betreff „Hoffnung für Ali“ ebenfalls eine Mail an den Pharmakonzern schicken. Mit Erfolg. „Drei Stunden später haben sie uns geantwortet“, berichtet die Frau aus Hamm.

Ob sie es nun in die Studie schaffen werden und ob dieses Medikament die Lösung ist, ist damit zwar noch nicht geklärt. Aber: „Wir haben Hoffnung“, so Ocak. Zunächst muss die Familie jetzt eine Uni-Klinik finden, die mit Biontech zusammenarbeitet, denn das Pharmaunternehmen führt die Therapie nicht selbst durch. „Unsere aktuelle Klinik tut das leider nicht.“

Ich führe einen Krieg gegen meinen eigenen Körper. Aber auch wenn ich ein paar Schlachten verliere, will ich am Ende gewinnen.

Ali Ocak, Krebspatient

Hoffen auf Biontech: Ali Ocak aus Hamm gibt im Kampf gegen den Krebs nicht auf

Auf ihren Aufruf für Biontech meldeten sich aber auch unzählige andere. Darunter waren Vorschläge für Ärzte, Medikamente, Heilpraktiker. „Wir kommen gar nicht mehr hinterher.“ Die Familie hilft, ihnen den Wust an Infos zu verarbeiten, denn eines steht für Ali Ocak aus Hamm fest: „Ich werde nicht aufgeben. Ich führe einen Krieg gegen meinen eigenen Körper. Aber auch wenn ich ein paar Schlachten verliere, will ich am Ende gewinnen.“

Gerade geht es Ali gut. Wer den 31-Jährigen sieht, merkt ihm seine Krankheit nicht an. Er sitzt aufrecht in seinem Stuhl, spricht mit leicht rauer Stimme und lächelt immer wieder. Egal wie schlecht seine Situation auch sein mag, bleibt er positiv: „Das Schöne an meiner Situation ist ja, dass ich jeden Tag bei meiner Tochter sein kann.“

Krebsimmuntherapie

Das Pharmaunternehmen Biontech ist aktuell bekannt, weil es an einem Corona-Impfstoff arbeitet, der vielleicht sogar noch in diesem Jahr auf den Markt kommen könnte. Eigentlich ist das Mainzer Unternehmen aber auf die Krebstherapie spezialisiert. Seit mehr als zehn Jahren arbeitet es an einer Krebsimmuntherapie, die speziell auf den Patienten abgestimmt ist.

Auf Instagram informiert die junge Familie über den Kanal „Hoffnungfurali“ regelmäßig über den aktuellen Stand. Dort teilt Ali aus Hamm Videobotschaften und Fotos mit mehr als 2000 Followern. Eines seiner Videos wurde bereits mehr als 120.000 Mal angesehen. Über ihre Social-Media-Präsenz erhofft sich das Ehepaar die richtige Therapie zu finden. „Ob von Biontech oder doch etwas anderes, ist uns dabei ganz egal“, sagt Gülderen Ocak. Hauptsache es hilft.

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