Herzenswunsch erfüllt: Biker-Tour für kranke Kimi

Harte Biker, weiches Herz: Die Biker nahmen die sechsjährige Kimi Steiger (links), Schwester Lotta und die Familie mit zur Ausfahrt.
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Harte Biker, weiches Herz: Die Biker nahmen die sechsjährige Kimi Steiger (links), Schwester Lotta und die Familie mit zur Ausfahrt.

Dass die Hammer Motorradfreunde alles andere als finstere Typen auf lauten Maschinen sind, beweisen sie schon durch ihr Engagement zugunsten des Ambulanten Kinder und Jugendhospizdienstes. Nun haben sie auch einem sehr kranken kleinen Mädchen einen echten Herzenswunsch erfüllt.

Hamm/Morsbach – „Wir haben vor zwei Wochen die Anfrage von einer Mutti in Morsbach erhalten. Ihre sechsjährige Tochter Kimi leidet an einem seltenen Gendefekt und hatte den Wunsch, einmal mit der ganzen Familie eine große Runde mit dem Motorrad durch ihren Heimatort zu fahren“, sagt Dirk „Schoko“ Reimering von den Motorradfreunden.

Also beschlossen die Hammer Biker mit der befreundeten Gruppe „We drive to Help“ diesen Wunsch zu erfüllen. Vor gut einer Woche war es dann soweit: Gut 30 Motorräder fuhren vor dem Haus der Familie Steiger vor. „Eigentlich erschreckt sich unsere Kimi vor jedem lauten Geräusch“, sagt Mutter Kati. Doch an diesem Tag sei sie ganz begeistert auf und ab gesprungen und habe laut gejubelt.

Motorische und sprachliche Probleme

Die Zusammenarbeit der Hammer Motorradfreunde und der Gruppe „We drive to help“ kam auch deshalb zustande, weil die Hammer Motorradfreunde zwar einige Motorräder mit Beiwagen haben, aber die andere Gruppe zudem über Trikes verfügt: So konnte die gesamte Familie – Mutter Kati, Papa Marco, Oma Maria, sowie die Töchter Kimi und Lotta – an der beeindruckenden Ausfahrt teilnehmen.

Dass Kimi inzwischen eingeschult werden konnte, grenzt an ein Wunder: „Mit zwei Jahren stellten wir und die Ärzte zahlreiche motorische und sprachliche Probleme fest“, erklärt Mutter Kati. Nach einer Odyssee an Arztbesuchen stand erst zwei Jahre später die Diagnose fest: Kimi leidet an einem Gendefekt, der sich „Kmt2e“ nennt.

Für den guten zweck: Biker halten zusammen 

Dieser Gendefekt sei bislang nur fünf Mal auf der Welt erfasst worden und somit noch sehr unerforscht. „Ob an der Klinik in Köln, oder beim Kontakt der Ärzte mit Kollegen in den USA, es gibt kaum Forschungsergebnisse“, sagt die Mutter. Mit intensiver Physio- und Sprachtherapie sei inzwischen jedoch schon einiges erreicht worden. Dieser besondere Tag sei einfach wunderschön gewesen und der gesamten Familie unvergesslich.

Das war auch für die Biker so, bestätigt Reimering. Der Tag lohnte sich für die Biker übrigens gleich doppelt: Auf der Heimfahrt machten die Hammer Motorradfreunde noch bei den „Hellweg Füchsen“ in Schwerte Station. Diese waren durch einen Artikel auf die Hammer Motorradfreunde aufmerksam geworden und wollten helfen. So wurde gemeinsam gegrillt und eine Spende für das Projekt der Hammer Biker zugunsten des Ambulanten Kinder und Jugendhospizdienstes übergeben.

Sehr seltene Krankheit

Das KMT2E-Gen gehört zur Familie der Leukämien. Durch eine erhöhte Umsetzung der genetischen Informationen in Proteine wird das Fortschreiten des Ablaufes von Ereignissen in einer Zelle gehemmt. Es ist bekannt, dass dieses Genom der Schlüssel von verschiedenen biologischen Prozessen ist. Dazu gehören die Aufrechterhaltung der Stabilität der genetischen Informationen, der Blutbildung bei Erwachsenen oder bei der Spermabildung.

Die durch KMT2E-bedingten neurologischen Entwicklungsstörungen können nur bedingt erforscht werden, da dieser Gendefekt weltweit sehr selten ist. Neben Autismus, Epilepsie und Hypotonie sind weitere Merkmale die Mikrozephalie – hier weißt der Kopf eines Menschen eine vergleichsweise geringe Größe auf, Darmbeschwerden sowie eine subtile Gesichtsgestalt.

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