Viele Bilder vom Gottesdienst in St. Agnes

Gottes Segen für alle Liebenden - Von Hamm in die ganze Welt

Auch homosexuelle Paare wurden am Montagabend in Hamm gesegnet.
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Auch homosexuelle Paare wurden am Montagabend in Hamm gesegnet. Aber nicht nur: Die Teilnehmer des Segnungsgottesdienstes setzten sich ganz verschieden zusammen.

Beeindruckend, bewegend, belebend: Der Segnungsgottesdienst für alle Liebenden zog am Montagabend rund 80 Gläubige – darunter etliche homosexuelle Paare – in seinen Bann. Viele mehr verfolgten die Übertragung im Internet.

Hamm - Als Zeichen der Solidarität mit von der katholischen Kirche diskriminierten Paaren veranstalteten viele Gemeinden am Sonntag und Montag bundesweit Segnungsfeiern für „alle Liebenden“. Der Hammer Pfarrer Bernd Mönkebüscher hatte dazu in die St. Agnes Kirche eingeladen. Im Rahmen des gut 60-minütigen Gottesdienstes ging er auf die Paare (die sich wegen der Corona-Auflagen anmelden mussten) zu und formulierte individuelle Segenswünsche. Wie befreiend dieser Segen für viele Teilnehmenden war, zeigte sich in berührenden Momenten, in denen auch Tränen flossen. Mit großem technischen Aufwand wurde der Hammer Gottesdienst online in die Welt übertragen (im Stream beginnen die Segnungen in Minute 51 - siehe unten).

Von der Bedeutung und der Kraft der Liebe sprach der Pfarrer in seiner Predigt. Dass homosexuelle Paare sich in der Kirche verstecken müssten und ihnen der Segen versagt bliebe, dürfe nicht sein. Es könne keine falsche Liebe geben – „Gott ist die Liebe und die Liebe gewinnt“. Damit spannte er den Bogen zur Kölner Band Brings, die ihren gleichnamigen Song mit drei ihrer fünf Musiker live vortrug (im Stream ab Minute 42:40 zu sehen). „Macht den Mund auf und hängt die bunten Fahnen an die Kirchen!“, hatte Sänger Peter Brings schon zuvor appelliert.

Segnungsgottesdienst in Hamm: 110 Gottesdienste dieser Art

Mitglieder des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken (ZdK) – unter anderem die Moderatorin Yvonne Willicks – formulierten Fürbitten.

Insgesamt 110 Gottesdienste dieser Art wurden deutschlandweit bis Montagabend abgehalten. Eine Aktion dieser Art und Größenordnung hat es in der Kirche bisher noch nicht gegeben. Nicht alle sind glücklich damit. So sagtezum Beispiel ZdK-Präsident Thomas Sternberg: „Ich kann das verstehen, weiß nur nicht, ob sich die Intimität der Segenszusage Gottes für eine Liebesbeziehung für einen politisch demonstrativen Akt eignet.“

Segnungsgottesdienst in der St.-Agnes-Kirche Hamm

Segnungsgottesdienst in der St.-Agnes-Kirche Hamm am Montag, 10. Mai 2021.
Segnungsgottesdienst in der St.-Agnes-Kirche Hamm am Montag, 10. Mai 2021.
Segnungsgottesdienst in der St.-Agnes-Kirche Hamm am Montag, 10. Mai 2021.
Segnungsgottesdienst in der St.-Agnes-Kirche Hamm am Montag, 10. Mai 2021.
Segnungsgottesdienst in der St.-Agnes-Kirche Hamm

Segnungsgottesdienst in Hamm: „Jeder Gottesdienst ist auch politisch“

Mönkebüscher, einer der Initiatoren der Protestbewegung, widerspricht: Natürlich dürften Gottesdienste nicht instrumentalisiert werden - „andererseits ist jeder Gottesdienst politisch. Jetzt in diesem Zusammenhang finde ich, dass die Gottesdienste ein Schulterschluss sind mit all denjenigen, die sich von diesem Nein aus Rom verletzt fühlen.“

Im März hatte die Glaubenskongregation des Vatikans klargestellt, dass es „nicht erlaubt“ sei, homosexuelle Partnerschaften zu segnen, da solche Verbindungen „nicht als objektiv auf die geoffenbarten Pläne Gottes hingeordnet anerkannt werden“ könnten. Im deutschsprachigen Raum protestierten zahlreiche katholische Verbände und über 280 Theologieprofessoren dagegen.

(mit dpa-Material)

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