Betrugs-Prozess um "Fashion Europe" schnell beendet

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Hamm/Dortmund - Mit einem unverhofft schnellen Ende ist das Verfahren gegen den ehemaligen Geschäftsführer des Textilvertriebs Fashion Europe.net (FEN) und seine mitangeklagte Lebensgefährtin abgeschlossen worden.

Die Vorwürfe des millionenschweren Betrugs und der Insolvenzverschleppung wurden von der 44. Wirtschaftsstrafkammer des Dortmunder Landgerichts gegen Zahlung von insgesamt 10.000 Euro Geldbuße wegen geringer Schuld eingestellt. Sollten die beiden Angeklagten diese Geldauflagen zahlen, sind die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft endgültig vom Tisch, die beiden Hammer Geschäftsleute rehabilitiert und weiterhin nicht vorbestraft.

Das ist ein schneller und zwischen allen Parteien einvernehmlicher Abschluss eines jahrelang schwelenden Verfahrens, dessen Vorwürfe sich nach etlichen Jahren vermutlich nicht mehr in alle Einzelheiten hätten aufklären lassen.

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Ganz offenbar aber haben die ehemals erfolgreichen Firmengründer – 2007 zum „Aufsteiger des Jahres“ gekürt – massiv bereits im zweiten Jahr ihrer Existenz unter der Ermittlungsarbeit der Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität in Bochum gelitten. Damals ermittelten die Fahnder gegen das Hammer Unternehmen unter dem letztlich nicht bestätigten Verdacht des unlauteren Wettbewerbs. In den Geschäftsräumen an der Roonstraße wurden wichtige Geschäftsunterlagen beschlagnahmt, monatelang Konten gesperrt.

In dem jetzt beendeten Strafverfahren konnten beide Angeklagte offenbar überzeugend und nachvollziehbar darlegen, wie diese Maßnahmen der Staatsanwaltschaft den regulären Geschäftsbetreibe damals blockiert und gelähmt hätten. Die angeklagten angeblich betrügerischen Warenbestellungen seien dieser Ausnahmesituation geschuldet gewesen, alle Lieferanten hätten von der schwierigen Firmensituation gewusst und diese mitgetragen.

Nachdem die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft seinerzeit erfolglos eingestellt worden waren, hatten die Geschäftsleute grundsätzlich gegenüber der Staatskasse Anspruch auf Schadenswiedergutmachung. Der später eingesetzte Insolvenzverwalter hatte diesen Anspruch aber nicht weiter verfolgt.

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