Zwei Fälle in Hamm

Anlagen-Schwindel und EC-Karten-Raub: Dreiste Betrüger verursachen großen Schaden

Von zwei Betrugsfällen in Hamm berichtet die Polizei.
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Von zwei Betrugsfällen in Hamm berichtet die Polizei.

Eine 83-jährige Frau aus Hamm wurde Opfer eines überaus frechen Diebstahls. Auch einen 69-Jährigen Mann brachten Betrüger um viel Geld. Darüber berichtet die Polizei.

Hamm – Der erste Vorfall spielte sich bereits am Montag, 9. August, in der Mittagszeit auf einem Supermarktparkplatz an der Ostwennemarstraße in Uentrop ab. Die Seniorin wurde demnach zunächst gegen 12 Uhr beim Geldabheben an einem EC-Automaten der Volksbank von einer ihr unbekannten, männlichen Person bedrängt. Einer Aufforderung der Dame, Abstand zu halten, kam der unbekannte Mann nicht nach.

PIN ausgespäht und EC-Karte geklaut

Hierbei konnte vermutlich die persönliche PIN der Ruheständlerin ausgespäht werden. Kurze Zeit später wurde die ältere Dame auf dem Parkplatz unter dem Vorwand, sie habe in einem Einkaufsdiscounter Geld verloren, von einem unbekannten, südländisch erscheinenden Pärchen angesprochen.

Während einer Nachschau in ihrem Portemonnaie gelang es den beiden Fremden, die betagte Frau abzulenken und gleichzeitig deren EC-Karte aus der Geldbörse zu entwenden. Noch vor Sperrung der Bankkarte waren mit dieser bereits gegen 12.20 Uhr zwei Kontoverfügungen in jeweils vierstelliger Höhe in der Filiale der Sparkasse auf der Ostwennemarstraße realisiert worden.

Dringend erbetene Zeugenhinweise werden von der Polizei Hamm unter der Telefonnummer 02381 916-0 oder per E-Mail an hinweise.hamm@polizei.nrw.de entgegengenommen.

69-Jähriger wird erst bei vierter Überweisung skeptisch

Ein 69-jähriger Mann aus Hamm wurde unterdessen ebenfalls im August von Betrügern um eine insgesamt fünfstellige Summe gebracht, wie die Polizei nun berichtet. Eine angebliche Mitarbeiterin eines Finanzdienstleisters versprach dem Rentner am Telefon hohe Renditen nach einer Geldanlage.

Bevor es aber zu einer vermeintlichen Auszahlung komme, konnten ihn die Betrüger in drei Fällen davon überzeugen, höhere Beträge als angebliche Gebühr auf ein ausländisches Konto zu überweisen. Erst als die Täter vor einer Auszahlung eine höhere fünfstellige Gebühr forderten, wurde der 69-Jährige skeptisch und informierte die Polizei.

Mit Angeboten privater Kreditvermittler sollte vorsichtig umgegangen werden. „Wenden Sie sich im Zweifel an Ihre Verbraucherzentrale“, heißt es vonseiten der Polizei. „Nutzen Sie bei finanziellen Schwierigkeiten den Service von Schuldnerberatungsstellen. Diese gibt es in jeder größeren Stadt.“ Hier weitere Tipps:

  • Nehmen Sie sich Zeit. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und zum Vertragsabschluss drängen.
  • Lesen Sie die AGBs des Anbieters genau durch und fragen Sie bei Unklarheiten gezielt nach.
  • Fragen Sie nach der Absicherung Ihrer Investition. Bestimmte Produkte (z.B. Inhaberschuldverschreibungen) sind beispielsweise nicht über einen so genannten Einlagensicherungsfonds abgesichert – das heißt, bei einer Insolvenz des ausgebenden Unternehmens sind diese Gelder verloren.
  • Holen Sie Vergleichsangebote anderer Anbieter ein.
  • Nutzen Sie den Service von Verbraucherzentralen und spezialisierten Anwälten (z.B. Fachanwälte für Kapitalmarktrecht) und lassen Sie die Ihnen vorliegenden Angebote prüfen.
  • Lassen Sie sich nicht von hohen Gewinnversprechen blenden. Der Aussicht auf einen hohen Gewinn (Rendite) steht immer ein hohes Risiko, bis hin zum Totalverlust, gegenüber.
  • Produkt-Zertifizierungen (z.B. TÜV- oder andere „Siegel“) sind vor allem Werbemittel und bieten weder Gewähr für die Seriosität des Anbieters noch für risikolose Kapitalanlagen.
  • Achten Sie auf den Firmensitz. Unseriöse Anbieter von Anlageprodukten wählen ihren Geschäftssitz gerne im Ausland, vor allem in den bekannten Steueroasen in Übersee.
  • Achten Sie auf die Gesellschaftsform. Beispielsweise unterliegt eine als „Limited“ (Ltd.) geführte Gesellschaft mangels Stammkapital keinerlei Haftungsverpflichtung.

Quelle: Polizei

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