Der Norden isst besonders geschmackvoll

Showdown und innere Werte: Hier gibt‘s die beste Dönertasche Hamms

Bei Can‘s gibt des die beste Dönertasche Hamms.
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Machen laut Umfrage den besten Döner Hamms: Zekeriya Can und seine Leute an der Ahlener Straße. Den Imbiss gibt es dort schon seit 23 Jahren. Seit 17 Jahren führt Can (rechts) den Betrieb. Er vermutet, dass die Kunden das handgemachte Brot schätzen. „Mehl, Salz und Wasser“ seien die einzigen drei Zutaten im Teig. Außerdem: „Wir gehen hier auf jeden Wunsch des Kunden ein. Deshalb kommen sie wieder“, so Can. Auch seine Mitarbeiter Mohammed Hagri (links) und Meister Mustafa Sabri freuen sich über die Auszeichnung. (ine)

Döner macht satt, ist lecker und im Zweifel weniger ungesund als manch anderer Schnellimbiss. Doch Döner ist weit mehr als ein leckerer Sattmacher: Unsere „Wo-gibt‘s-in-Hamm-die-beste-Dönertasche“-Umfrage zeigt eine bemerkenswert hohe Identifikation mit vielen Anbietern.

Hamm – Doch zuerst die nackten Zahlen: Mit 2730 Stimmen bzw. 22,4 Prozent geht Can‘s Schnellimbiss als Sieger aus unserer Umfrage hervor. Silber geht an den Sefam-Grill, Bronze an Aylem Meet & Eat. Dieses Ergebnis hatte sich trotz mehr als 40 vorgeschlagener Dönerläden in der leidenschaftlich geführten Diskussion zwar grob abgezeichnet, doch das Favoritenrennen blieb bis zur Deadline am Freitagmittag (siehe Kasten „Procerede“) noch eng und spannend. Interessant außerdem: Die Finalisten sind weit übers Stadtgebiet verstreut, die drei Sieger aber befinden sich alle nördlich der Lippe.

Was spricht für das Sieger-Trio? Lassen wir doch deren Fans sprechen – hier eine kleine Zitate-Auswahl:

  • Can‘s: „Es ist alles frisch, sogar das Brot wird vor deiner Nase frisch zubereitet. (…) Mittlerweile lebe ich zwar in Dortmund, aber fahre da immer noch hin. (…) Die teilweise langen Wartezeiten sprechen Bände über die Qualität. (…) Zur Rush-Hour steht man gerne Mal über 30 Minuten und wartet.“
  • Sefam: „Es kommt mir so vor, als pflücken die den Salat alle halbe Stunde frisch aus dem Garten, und das Fleisch ist immer saftig und die Soßen auch ultra. (…) Ich habe in Hamm in fast jeder Dönerbude gegessen, aber an Sefam kommt wirklich nieeemannnd ran. (…) Und Hygiene wird groß geschrieben nicht so wie bei 99% der anderen Buden.“
  • Aylem: „Alles wird frisch und selbst zubereitet. (…) Sehr zu empfehlen ist der Gemüse-Döner: Man schmeckt das Gemüse extrem raus. (…) Die Mitarbeiter sind derbe freundlich, und jeder Sonderwunsch wird ernst genommen und umgesetzt. Ein Familienbetrieb wie er im Buche steht und ein Aushängeschild für Hamm und die Selbstständigkeit im Allgemeinen.“
So endete die große Döner-Umfrage am Freitag, 19. Februar 2021, um 12 Uhr.

Beste Dönertasche in Hamm: Fans machen mobil für Abstimmung

Vermutlich verschaffte der Lockdown der Umfrage zusätzliche Attraktivität - deutlich wurde aber vor allem, dass vielen Teilnehmern Geschmack, Zutaten und Frische zwar wichtig sind, sie sich aber oft mit „ihrer“ Dönerbude und deren – im besten Fall einfach freundlichem - Personal identifizieren. Zunächst in hunderten von Kommentaren, später im Abstimmungsverhalten, das durch Lobby-Bildung und Mobilmachung („Weitersagen!“, „Mitmachen!“, „Wiederkommen!“) allen sieben Finalisten starke Zahlen brachte.

(Klicken Sie auf eines der sieben Symbole: Darunter finden Sie die Standorte und die Namen aller Finalisten. Auch in Rhynern wird es übrigens schon bald wieder Döner geben: Aus der angekündigten Wiedereröffnung wird sogar eine echte Neueröffnung.)

„Wird eh wieder Schanzenbach“, merkte ein User bei Facebook schon früh ironisch an... Von wegen. Viel passender brachte es der Kommentar „Die Konkurrenz ist so stark, es sind fast alle so gut in den Kommentaren“ auf den Punkt. An anderer Stelle wurde zwar angemerkt, dass die vom WA gestellte Frage „gleich aus zweierlei Gründen“ nicht wirklich zu beantworten sei: Zum einen gehe ja um ein „rein subjektives Geschmacksempfinden“, zum anderen werde „niemand, der zum Beispiel in Bockum-Hövel wohnt, nach Rhynern fahren (auch weil er den Laden wahrscheinlich gar nicht kennt), um eine Dönertasche zu kaufen“. Auch hier gab es Widerspruch, zum Beispiel so: „Für einen wirklich guten Döner fahre ich auch gern mal eine halbe Stunde.“

Das Prozedere

Die Umfrage ist zwar im strengen Sinn nicht „repräsentativ“, vermittelt aber trotzdem ein starkes Stimmungsbild. Rund 12.200 Klicks erfuhr die finale Abstimmung zwischen Dienstagabend (16.2.) und Freitagmittag (19.2.) - und das obwohl pro Gerät täglich nur eine Stimme möglich war.

Zuvor hatten die WA- und WA.de-Leser zehn Tage Zeit, um Vorschläge zu machen und zu diskutieren; das passierte in erster Linie auf der WA-Facebookseite (weit mehr als 1000 Einträge), aber auch auf WA.de und per Mail. Bis auf die Mails lief also alles vollständig transparent ab.

Jene Vorschläge mit jeweils mindestens 50 Stimmen – per Strichliste in der Redaktion akribisch gezählt - wurden für das „Finale“ abgegriffen. Insgesamt waren bis zum 15. Februar – der im Vorfeld angegeben Befristung – mehr als 40 Dönerbuden-Vorschläge gemacht worden

Beste Dönertasche in Hamm: ...und dann war da noch der „Sönmez“-Grill

Kritik? Gab es auch, aber selten nachhaltig. Und wenn dann so wie hier: „Ich finde, die Dönerläden in Hamm haben nichts mehr mit Döner zu tun. Wenn man sich alleine nur die Spieße anguckt , sieht man ziemlich schnell, dass das nichts mit richtigem Fleisch zu tun hat.“ Oder auch mal augenzwinkernd so: „Ich esse auch heute noch mit Vorliebe meine Butterbrote! Habe das schon mal probiert, aber...“

Überraschend kam immer wieder auch Wehmut in der Diskussion auf. So erinnern etliche Leser an den „Sönmez Grill“ in der Nähe des Museums. „Ein wahrhaftiger Verlust!“, schreibt einer und spricht damit anderen aus der Seele. „Seit dem Inhaberwechsel habe ich keine Ahnung, wo man eine annähernd so gute Dönertasche finden kann.“ Diesen Ruf hatte sich der Innenstadt-Imbiss übrigens über mehr als 20 Jahre erarbeitet – Ende 2018 war an der Hohe Straße Schluss.

Stichwort Dönertasche

Laut einem Wikipedia-Eintrag wurde in Teigtaschen angerichtetes Dönerfleisch vom Drehspieß in der Bundesrepublik Deutschland erstmals in den frühen 70er-Jahren angeboten. Zunächst in Städten mit hohem Migrantenanteil beliebt, machte diese Imbissvariante bald auch in Uni-Städten Karriere und etablierte sich über die Jahrzehnte dann quasi überall in Deutschland und anderen deutschsprachigen Ländern als Fast-Food-Gericht.

Den Angaben zufolge werden allein in Deutschland täglich zwischen 200 und 300 Tonnen Döner produziert. Im Jahr 2011 soll es mehr als 16.000 Dönerbuden gegeben haben; daran dürfte sich bis heute wenig geändert haben.

Erinnern Sie sich? 2019 hatten wir Sie nach dem besten Pizza-Anbieter und nach der besten Currywurst in Hamm gefragt: Mit Abstand gewannen damals „Media“ in Werries und die „Schanzenbach“-Kette.

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